FC Bayern sucht nach unnötigen Unentschieden gegen Mainz nach Leichtigkeit - Kimmich und Kompany warnen Münchner

Nach dem bitteren 2:2 gegen Schlusslicht Mainz schlägt beim FC Bayern München der Weihnachts-Grinch zu. Sportvorstand Max Eberl warnt eindringlich vor alten Fehlern, Joshua Kimmich zählt die Defizite gnadenlos auf. Trotz der komfortablen Tabellenführung und einer durchweg positiven Jahresbilanz wächst an der Isar die Sorge, dass Nachlässigkeiten im Frühjahr teuer werden könnten.

Kompany analysiert Remis: "Wir haben Fehler gemacht"

Quelle: Perform

Nach der vom Mainzer Weihnachts-Grinch grausam gecrashten "X-Mas-Party" dachte Max Eberl bang an den Osterhasen. "Das", mahnte der Sportvorstand des FC Bayern mit Blick auf das wahllose Verteilen von Geschenken beim ernüchternden 2:2 (1:1) gegen Schlusslicht FSV Mainz 05, "darf uns in den entscheidenden Spielen, die irgendwann kommen werden, nicht passieren."
Sollte für die Münchner um den obendrein verletzten Kapitän Manuel Neuer (Muskelfaserriss im Oberschenkel) heißen: Wiederholen sich die groben und immer gleichen Fehler aus dem Dezember noch im April und Mai, dann wird der lange Titel-Wunschzettel gnadenlos einkassiert. "Davor", warnte Eberl streng, "müssen wir gewappnet sein!"
Sicher, mit Blick auf die Tabelle war trotz des völlig unerwarteten Unentschiedens samt Neuers ärgerlichem Ausfall "nicht viel passiert", wie Joshua Kimmich anmerkte, die Bayern durften sich sogar als Gewinner des Spieltags fühlen.
Doch auch der Mittelfeldboss schien keine große Lust zu haben auf die besinnliche Feier unter dem Motto "Red X-Mas" nach Schlusspfiff. Statt der rot-weißen Weihnachtsmütze für die Spieler zog er sich die graue Kapuze seiner Winterjacke über den Kopf, seine Mängelliste war lang.

Kimmich: Können Spiele nicht früh entscheiden

Auch er habe "das Gefühl", sagte Kimmich, "dass wir die Spiele nicht mehr so früh entscheiden konnten" zuletzt. Kein Wunder: Seit dem berauschenden 2:1 im Champions-League-Kracher bei Paris Saint-Germain lief der Rekordmeister in sechs von acht Begegnungen einem Rückstand hinterher. "Die Spiele sind zu lang zu offen", sagte Kimmich.
Müdigkeit nach einem langen Jahr mit der Klub-WM im Sommer und aufgrund des eher dünnen Kaders sei nicht der Grund, meinte Kimmich - wie auch Vincent Kompany. Die Mannschaft sei "körperlich und mental stabil", betonte der Trainer. Sorgen mache er sich keine. "Schlimm wäre, wenn wir uns keine Möglichkeiten erarbeiten würden. Das war nicht der Fall."
Und doch: Es gäbe "immer Situationen, die wir besser verteidigen können", kritisierte Kimmich. Gerade bei Standards. Acht der 13 Gegentore in den acht Partien seit Paris, von denen die Bayern nur eine zu Null spielten, resultierten aus ruhenden Bällen (zwei Elfmeter). "Das müssen wir besser machen", forderte Kimmich, "und wir müssen weniger Ecken, Freistöße oder Einwürfe zulassen."

Eberl: FC Bayern "keine blinde Mannschaft"

Doch bei aller Selbstgeißelung: Dieser FC Bayern, betonte Eberl, sei ja "keine blinde Mannschaft" - auch wenn er gegen den zuvor abgeschlagenen Letzten, der noch dazu stark ersatzgeschwächt war und zwei Tage weniger Pause hatte, beinahe verloren hätte. Genau das aber, insistierte Eberl, sei ja nicht passiert und ein Fortschritt - in der vergangenen Saison seien diese Spiele öfter verloren worden.
"Wir haben ein herausragendes Kalenderjahr gespielt", meinte Eberl, der auf der VIP-Tribüne mit Ehrengast Thomas Müller scherzte und lachte: "Wenn einer zu Saisonbeginn gesagt hätte, am 14. Spieltag bist du neun Punkte vor dem ersten Konkurrenten, dann hätten wir alle gesagt: Fantastisch, würden wir so unterschreiben."
Darf man also schon zur Herbstmeisterschaft gratulieren, Herr Eberl? "Nein", sagte der Sportchef entschieden: "Wir wollen jetzt Heidenheim!" Und danach fröhliche Feiertage - ohne Grinch.
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(SID)
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Quelle: Perform


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