FC Bayern: Uli Hoeneß poltert, Vincent Kompany schimpft - Platzverweis von Luis Díaz in Leverkusen erhitzt die Gemüter

Der Platzverweis gegen Luis Díaz hat bei den Verantwortlichen des FC Bayern München für viel Unverständnis gesorgt. "Ich verstehe gar nicht, dass wir dieses Spiel zu neunt beenden müssen", sagte Trainer Vincent Kompany nach dem 1:1 (0:1) bei Bayer Leverkusen. Die Gelb-Rote Karte gegen den Kolumbianer sei eine "wichtige Fehlentscheidung, mit der wir nicht zufrieden sind".

Bayer-Coach Hjulmand: "Sehr enttäuscht mit nur einem Punkt"

Quelle: Perform

Schiedsrichter Christian Dingert hatte Díaz in der 84. Minute nach einer vermeintlichen Schwalbe mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.
Der Kolumbianer war im Strafraum nach einem Zweikampf mit Leverkusens Torhüter Janis Blaswich zu Boden gegangen, der Unparteiische wertete die Szene als Täuschungsversuch.
Für Kompany völlig unverständlich: "Er steht sofort wieder auf. Er hat nicht einmal versucht, einen Elfmeter zu bekommen", so der Bayern-Coach bei "DAZN": "Das tut weh, jetzt ist er für das nächste Spiel auch gesperrt." Dingert attestierte er eine "schlechte Leistung".
Mittelfeldspieler Joshua Kimmich pflichtete Kompany bei. "Wenn ich die Bilder sehe, ist einfach ein Kontakt da, den kann man nicht leugnen", sagte der 31-Jährige, der nicht für einen Elfmeter plädieren wollte, "aber das ist im Leben keine Schwalbe".

Dingert räumt Fehler ein, Hoeneß poltert

Tatsächlich sah das im Nachhinein auch Dingert so: "Wenn ich jetzt die Bilder sehe, ist es kein Elfmeter. Gelb-Rot ist sehr hart, das würde ich jetzt nicht mehr so geben", sagte der Unparteiische bei "Sky".
Im Spiel habe er dagegen wahrgenommen, dass Díaz abgehoben sei. Dass er danach gleich wieder aufsteht, sei "keine Grundlage" für eine Entscheidung, so Dingert. Der VAR darf in dieser Saison noch nicht bei Gelb-Rot-Entscheidungen eingreifen.
Dass Dingert den Fehler im Nachgang einräumte, sei "sehr ehrenvoll, es hat uns in dem Fall nichts genutzt", sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl.
Ehrenpräsident Uli Hoeneß wurde gegenüber "Bild" noch viel deutlicher. "Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichterteams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe", wird der 74-Jährige zitiert.

DFB kontert Hoeneß-Kritik

Der DFB ließ die drastischen Worte des 74-Jährigen so nicht stehen. "Das können wir nicht bestätigen", konterte Alexander Feuerherdt, Leiter Kommunikation und Medienarbeit der DFB Schiri GmbH, in der "AZ": "Vor allem die spielrelevanten Entscheidungen waren korrekt oder zumindest vertretbar - mit Ausnahme der Gelb-Roten Karte, wie Schiedsrichter Christian Dingert ja auch selbst eingeräumt hat."
Feuerherdt mutmaßte: "Vielleicht hat es die Meinung von Uli Hoeneß beeinflusst, dass die Mehrheit dieser spielrelevanten Entscheidungen gegen den FC Bayern getroffen wurde. Aber wir sprechen hier ja keineswegs von skandalträchtigen Fehlern."
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Luis Díaz kann den Platzverweis gegen sich nicht nachvollziehen

Fotocredit: Getty Images

Díaz, Tah und Jackson fehlen Bayern gegen Union

Unmittelbare Folgen hat der Platzverweis für die Münchner vor dem anstehenden Achtelfinale-Rückspiel in der Champions League nicht. In der Königsklasse steht für den deutschen Rekordmeister am Mittwoch (ab 21:00 Uhr im Liveticker) das zweite Duell mit Atalanta Bergamo an.
Nach dem 6:1 im Hinspiel gehen die Bayern mit einem komfortablen Vorsprung in die Partie, Sperren aus der Bundesliga gelten im Europapokal nicht.
Im Bundesliga-Heimspiel gegen Union Berlin am kommenden Samstag wird Díaz aber in jedem Fall fehlen - ebenso wie Jonathan Tah, der bei seinem Ex-Klub die fünfte Gelbe Karte sah, und Nicolas Jackson, der nach einem harten Einsteigen gegen Martin Terrier bereits in der 42. Minute die Rote Karte gesehen hatte. Diese war, da waren sich alle Bayern-Akteure einig, allerdings unstrittig.

"Kein Handspiel": Dingert kassiert Kane-Treffer wieder ein

Für weiteren Zündstoff sorgte dagegen der einkassierte Treffer von Harry Kane. Der eingewechselte Torjäger hatte in der 61. Minute einen Abschlag von Leverkusen-Keeper Blaswich mit dem Ellenbogen geblockt. Über Umwege landete der Ball wieder bei Kane, der zum vermeintlichen 1:1 einschob.
Der VAR legte Schiedsrichter Dingert allerdings nahe, sich die Szene in der Hintertor-Perspektive noch einmal anzuschauen, was der Unparteiischen auch tat. "Da habe ich wahrgenommen: Der Arm geht leicht in die Schussbahn und dadurch wurde die Angriffsphase eingeleitet und Bayern konnte die Aktion kontrollieren", erklärte er später. Die Konsequenz: Dingert nahm den Treffer wieder zurück.
Für Kompany und Tah eine Fehlentscheidung. Der Bayern-Trainer sprach von einem "eindeutig regulären Tor". Auch der Abwehrchef sah "kein Handspiel" seines Mitspielers: "Er dreht sich weg, der Arm ist nicht weit weg vom Körper."
"Es hat sich so angefühlt, als ob so alles, was 50:50 war, gegen uns war", fasste Eberl den Nachmittag aus Bayern-Sicht zusammen.
Erst der Treffer des später noch vom Platz gestellten Díaz in der 69. Minute bescherte den Münchnern endgültig den Ausgleich zum 1:1-Endstand.
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(mit SID)
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Neuer, Musiala und Co.: Kompany gibt positive Verletzungsupdates

Quelle: Perform


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