FC Bayern - Manuel Neuers neuerliche Verletzung als Sinnbild: Münchner stehen vor einer ungewissen Torwart-Zukunft

Beim 3:0-Sieg gegen Werder Bremen kam die Verletzungsanfälligkeit von Torhüter Manuel Neuer erneut zum Vorschein. Ersatzmann Jonas Urbig vertrat den Routinier nach dessen Auswechslung im zweiten Durchgang ansprechend, der Ex-Kölner lieferte sich in dieser Spielzeit allerdings auch schon schwächere Auftritte. Insgesamt ist die Torwart-Situation beim Branchenprimus einmal mehr ungewiss.

Bayern-Boss Freund über Neuers Zukunft: "Haben keinen Stress"

Quelle: Perform

Er hatte nicht damit gerechnet, zur Halbzeit plötzlich eingewechselt zu werden. "Im ersten Moment war das überraschend. Ich war noch kalt", gab Jonas Urbig zu. Aufgrund der Verletzung von Manuel Neuer kam Urbig beim Auswärtsspiel gegen Werder Bremen nach 45 Minuten in die Partie. Er ging gar nicht mit in die Kabine, machte sich warm - und war sofort gefordert.
Ausgerechnet zu Beginn des zweiten Durchgangs erlebten die Hanseaten ihre beste Phase. Zunächst hatte Urbig noch Glück, dass Marco Grüll einen Kopfball an das Aluminium setzte. Dann allerdings parierte der Ersatztorwart stark, als Romano Schmid aus kurzer Distanz zum Abschluss kam. Der ehemalige Kölner hielt die Null fest. "Jeder ist vorbereitet, wenn man gebraucht wird", fasste er zusammen.
"Wir haben totales Vertrauen in ihn", sagte Trainer Vincent Kompany auf Nachfrage von Eurosport. Neuer ließ sich aufgrund von Wadenproblemen auswechseln. Was zunächst von allen Beteiligten als reine "Vorsichtsmaßnahme" deklariert worden war, entpuppte sich am Sonntag als komplizierter: Neuer laboriert an einem Faserriss in der linken Wade, fällt mutmaßlich wochenlang aus.

Neuer wird bald 40 Jahre alt – Verletzungsanfälligkeit steigt

Neuer wird Ende März 40 Jahre alt. Eine gewisse Verletzungsanfälligkeit ist in diesem Alter nicht untypisch. Mitte Dezember erlitt er im Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 einen Muskelfaserriss und verpasste die darauffolgende Partie gegen den 1. FC Heidenheim.
Teilweise wurde er auch aufgrund der Belastungssteuerung draußen gelassen – so zum Beispiel am 24. Januar, als Bayern die bislang einzige Niederlage der Bundesliga-Saison gegen den FC Augsburg (1:2) kassierte.
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Jonas Urbig griff gegen Augsburg ordentlich daneben

Fotocredit: Getty Images

Urbig war an der damaligen Niederlage nicht schuldlos. Der 22-Jährige patzte beim Ausgleichstreffer, als er sich bei einem Eckball der Fuggerstädter verschätzte und ins Leere griff. Solche Szenen lassen in der Öffentlichkeit Zweifel aufkommen, ob er wirklich das Potenzial zum Neuer-Nachfolger hat. Umso stärker allerdings agierte er nun beim 3:0 in Bremen.  
"Für einen Torwart ist es relativ kompliziert, zur Halbzeit hereinzukommen, weil du keine richtige Phase der Erwärmung hast", erklärte Sportvorstand Max Eberl. "Du bist relativ schnell im Spiel. Es kam schnell der Lattenkopfball. Aber dann hält er uns im Spiel. Es ist schwierig. Aber er hat das wieder sehr, sehr gut gelöst."

Zukunft von Neuer ist offen

Während Urbig langfristig bis Sommer 2029 beim FC Bayern unter Vertrag steht, ist die Zukunft von Neuer offen. Sein Vertrag endet im Sommer. Der Verein würde den Vertrag gerne verlängern. Neuer möchte seine Entscheidung von seiner körperlichen Fitness abhängig machen. Sportdirektor Christoph Freund erklärte am Freitag: "Wir haben keinen Stress, Manu fühlt in sich hinein und kennt seinen Körper am besten."
Trainer Vincent Kompany blickt nicht allzu sehr in die Zukunft. "Wenn man die Karriere hat, die Manu hat, spricht man nicht über die nächste Saison. Man genießt das, was man hat", sagte er. "Im Moment habe ich den besten Torhüter in Deutschland. Wir sind noch in drei Wettbewerben und ich werde nicht zu viel Energie darauf verschwenden, über die nächste Saison zu sprechen. Für mich geht es darum, zu genießen, was Manu leistet und dass er Teil des Teams ist."

Urbig blockt Fragen zur Neuer-Zukunft ab

Klar ist aber auch, dass die Entscheidung von Neuer großen Einfluss auf die Zukunftsplanung des FC Bayern hat – und vor allem auf Urbig. Dieser blockt Fragen zur Zukunft seines Teamkollegen ab: "Das ist nichts, was ich beantworten möchte." Stattdessen unterstrich Urbig noch einmal die gute Zusammenarbeit innerhalb des Torwart-Teams.
"Aktuell profitiere ich sehr, sehr viel davon", so Urbig. "Von ihm (Neuer, Anm.d.Red.), von Sven Ulreich, von Michael Rechner (Torwarttrainer, Anm.d.Red.). Aber alle Zukunftsthemen sind nichts, worüber ich entscheide. Deswegen werde ich nicht darüber urteilen."
Bezüglich Urbigs unmittelbarer Zukunft besteht nun zumindest Klarheit: Urbig wird wohl ein paar Spiele bekommen, um Eigenwerbung zu betreiben.
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Kompany voll des Lobes für Goretzka: "Immer eine gute Präsenz"

Quelle: Perform


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