Die Kritik an Vincent Company ist Unsinn! Bundesliga-Kolumne LIGAstheniker zur Rotation beim FC Bayern München
Update 22/09/2025 um 13:38 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern reitet auf der Erfolgswelle. Die Tabellenführung in der Liga und ein in allen Belangen überzeugender Auftritt gegen Klubweltmeister FC Chelsea in der Champions League veredeln die Arbeit von Trainer Vincent Kompany. Der LIGAstheniker beleuchtet das Medienecho auf die Personalwechsel des Coaches in Hoffenheim und stellt klar: "Rotation beim FC Bayern ist kein Skandal." Ein Kommentar.
Kompany verteidigt Rotation: "Kommt schon, Jungs. Wir haben 2025"
Quelle: Perform
Liebe Fußballfreundinnen und -freunde, ich muss schon sagen, das, was mich an der Bundesliga am meisten nervt, ist diese ewige Redundanz. Am Beispiel des FC Bayern lässt sich die Wiederholung des Immergleichen am besten studieren.
Also: Nach Spieltag vier schon wieder Tabellenführer, schon wieder mit Abstand (zwei Punkte mehr) bestes Team, bester Angriff, schon wieder bester Saisonstart ever, schon wieder "Killer Kane", immer wieder Aufregung, Animositäten und Zoff um Uli Hoeneß. Alles Schlagzeilen, Themen und Topics, die wir schon so oft hatten.
Ich meine: Wird das nicht allmählich stinklangweilig? Kann sich die Liga nicht mal was Neues einfallen lassen? Ein Überraschungsmoment? Irgendwas Innovatives, vielleicht mal was ganz anderes? Sagen wir: "St. Pauli nach vier Spieltagen Tabellenführer"; oder: "Köln zerlegt die Bayern"; oder: "Die Mentalgiganten des BVB" - so in der Art? Das wären Schlagzeilen, die eine Neuigkeit transportieren würden. Allein: Nichts davon passiert!
Im Meer der stupiden Wiederholung ist Vincent Kompany für mich persönlich der aufregendste Seepferdchenträger. Weil er die Dinge anders macht, also sich dem entzieht, was von ihm erwartet wird. Das bayerische Rotationsspiel beim souveränen 4:1-Erfolg in Hoffenheim ist dafür der beste Beleg.
Zweiter Anzug und doch ein klarer Auswärtserfolg. Darüber hinaus, ganz grundsätzlicher Natur, seine ruhige, verschmitzte Anti-Tuchel-Art im Zentrum der hoeness‘schen Rundumschläge. Das ist absolut ungewöhnlich und - wenn man sich etwa das Seitenlinien-Rumpelstilzchen Sandro Wagner vom FC Augsburg vor Augen führt - zeigt er damit zugleich, was Souveränität mit Führungsstärke verbindet.
Vinnie hat den mit Abstand schwierigsten Job der Liga, aber wie cool der das alles wegmoderiert, das hat den Deutschen Fernsehpreis verdient, Sparte: "Beste Moderation Liga National".
Rotation beim FC Bayern ist kein Skandal!
"Come on, Jungs!" parlierte Kompany nach dem Spiel in Hoffenheim mehrsprachig und meinte nicht etwa seine Jungs (ergo Spieler), sondern uns, die professionellen Beobachter des Spiels. Bis zur finalen PK hatte er vor etlichen TV-Kameras erklären müssen, warum Leute wie Nationalspieler Leon Goretzka, Neuzugang Nicolas Jackson oder Min-jae Kim in seiner Startformation stehen können, ohne dass das ein veritabler Skandal ist!
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Nicolas Jackson (l.) und Manuel Neuer
Fotocredit: Getty Images
Leute, die ein Heidengeld kosten, denen die Journaille aber offensichtlich nicht zutraut, von Anfang an professionell Fußball zu spielen. Da sieht man mal wieder die Bestätigung meiner Ausgangsthese: Kaum macht ein Trainer mal was anders, was auch nur in Ansätzen überraschend sein könnte, sind die Beobachter aus dem Häuschen und verstehen die Welt nicht mehr. So regressiv und konservativ ist unser Berufsstand geworden - ein Jammer!
Der FC Bayern 2025 - Wie einst unter Hitzfeld
Dabei ist "Rotation" in der Bundesliga, gerade auch bei den Bayern, ein uralter Hut. Der große Fußballpianist Ottmar Hitzfeld, der im internalen Kicker-Geschäft die größten Höhen erklommen hat, war ein Meister der Rotation. Hitzfeld rotierte in den späten Nullerjahren in einer Geschwindigkeit, dass seinem damaligen CEO Karl-Heinz Rummenigge Hören und Sehen verging und er dem guten Ottmar den Kalauer vorrechnete, "Fußball ist keine Mathematik."
Das wusste Vinnie offensichtlich nicht und da die deutschen Fußballreporter ja durchaus als obrigkeitshörig gelten, haben sie dem weitgereisten, multisprachlichen Bayern-Trainer gleichmal ihre eigene Provinzialität unter die Nase gehalten.
Kompanys Logik ist logisch
Und was macht Vinnie cool? Er erklärt ihnen mit Hinweis auf die kurze Saisonvorbereitung (den kleinen Kader und die Verletztenmisere siehe Musiala verschweigt er vornehm) , dass diese Rotation für ihn absolut "logisch" sei. Der Logiker Kompany ist ganz offenbar der bessere Mathematiker.
Bis nächste Woche!
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ZUR PERSON: THILO KOMMA-PÖLLATH
Der Sportjournalist und Buchautor ("Die Akte Hoeneß") beleuchtet in seinem wöchentlichen Blog als das Geschehen in der Fußball-Bundesliga für Eurosport.de. Oft skeptisch, ironisch, kritisch - aber einer muss schließlich den Ball flach halten.
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Kompany erklärt: Das macht Laimer aktuell so stark
Quelle: Perform
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