Beben bei Borussia Mönchengladbach: Wer folgt auf Sport-Geschäftsführer Roland Virkus? Nächste Personalfrage in Mönchengladbach

Roland Virkus ist nicht mehr Sport-Geschäftsführer beim kriselnden Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. Das teilte der Tabellenletzte drei Tage nach der desaströsen 4:6-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt mit. Das Präsidium und der Aufsichtsrat hätten Virkus "auf dessen Vorschlag hin von seinen Aufgaben entbunden", hieß es in einem Statement. Damit ist der nächste wichtige Posten vakant.

Roland Virkus ist bei Borussia Mönchengladbach zurückgetreten.

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Es dauerte nicht lange, da kursierten auf Instagram schon wieder die nächsten sarkastischen Posts und Kommentare.
Ein virales Video englischer Fans, die einen Treffer ihres Teams mit Bierduschen in einer Kneipe exzessiv bejubelten, wurde kurzerhand vom satirischen Fußball-Account "Wumms" umgestaltet. "Roland Virkus tritt bei Gladbach zurück", hieß es nun auf der Leinwand in dem Clip, den auch der Fan-Account "Borussen Memes" teilte. Der "Wumms"-Antext dazu: "Don Rollo jetzt auf der Suche nach 1, 2, 3, 4 Jobangeboten."
Nach dem Absturz auf den 18. Tabellenplatz hatte es am Dienstag im Borussia-Park das nächste große Beben gegeben. Der viel kritisierte Roland Virkus legte sein Amt als Mönchengladbacher Sport-Geschäftsführer nieder.
Wie der Traditionsverein bekanntgab, sei der 58-Jährige "auf dessen Vorschlag hin von seinen Aufgaben entbunden" worden. Es ist eine Trennung, die sich schon lange angedeutet hatte.

Virkus zur Fan-Zielscheibe geworden

"Ich habe immer gesagt, dass der Verein über allem steht und mich deshalb zu diesem Schritt entschieden", wird Virkus auf der Vereins-Website zitiert.
In der Gladbacher Krise war der Sport-Geschäftsführer mehr und mehr zur Zielscheibe der Fans geworden. Nach dem katastrophalen Auftritt der Borussia beim jüngsten 4:6 gegen die SGE am vergangenen Samstag, bei dem deutliche "Virkus raus"-Rufe aus der Heimkurve zu hören waren, hatte er bereits angekündigt, "dass sich schnellstmöglich alle hinterfragen, inklusive meiner Person". Das Ergebnis dieser Gespräche ist nun das Ende der Zusammenarbeit.
"Wir sind in den Gremien der geeinten Meinung, dass wir uns für die zukünftige Ausrichtung im sportlichen Bereich anders aufstellen wollen", sagte Borussias Präsident Rainer Bonhof: "Dieser Schritt ist Roland sicher nicht leichtgefallen, denn er lebt Borussia und hat die Position des Geschäftsführers Sport im Februar 2022 in einer sehr schwierigen Situation übernommen."

Gladbach ist Tabellenschlusslicht

Im Jahr 1990 hatte der "Ur-Borusse" Virkus als C-Jugend-Trainer bei der Borussia angefangen. Nach mehreren Stationen als Nachwuchs-Coach war der gebürtige Mönchengladbacher 2008 zum Nachwuchsleiter des Klubs aufgestiegen. 2022 folgte Virkus bei der Borussia dann auf Max Eberl, der aufgrund von Erschöpfungssymptomen zurückgetreten war.
Während seiner Amtszeit konnte Virkus aber nie vollends in seiner Rolle überzeugen. Der bedrohliche Negativtrend, der Gladbach nun erstmals nach zehn Jahren wieder auf den letzten Tabellenplatz geführt hat, wurde stets mit seiner Person in Verbindung gebracht.
Vor allem das zu lange Festhalten an dem mittlerweile entlassenen Gerardo Seoane wurde Virkus immer wieder von den Anhängern vorgeworfen.
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Roland Virkus (l.) hielt lange an Gerardo Seoane fest.

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Unter dem Schweizer Coach waren die Fohlen zum Saisonende sieben Ligaspiele in Serie sieglos geblieben. Dennoch hatte Virkus an Seoane festgehalten, ehe er ihn nach drei weiteren sieglosen Ligaduellen zu Saisonbeginn vor knapp zwei Wochen doch entließ - mit dem schlechtesten Liga-Punkteschnitt (1,13) eines Gladbacher Trainers seit Michael Frontzeck (0,98).

Kritik an Virkus' Kaderzusammenstellung

Nicht nur Virkus' Trainerentscheidung, sondern auch die Zusammenstellung des Kaders rief bei Fans und Beobachtern durchaus Kritik hervor, die sich der Sport-Geschäftsführer gefallen lassen musste. Zwar hat die Borussia seit Wochen Verletzungspech zu beklagen, insbesondere der Ausfall von Nationalspieler und Neu-Kapitän Tim Kleindienst oder der beiden Flügelspieler Robin Hack und Franck Honorat schwächt die Mannschaft spielerisch immens.
Doch Verletzungspech hin oder her, das von Virkus zusammengestellte Teamgefüge wirkt unrund. Während es im Mittelfeld ein Überangebot gibt, ist die Defensive - auch durch den Abgang von Ko Itakura - sehr dünn besetzt. In der noch jungen Saison 2025/26 schafften es die Fohlen bislang erneut nicht, ihre Gegentoranfälligkeit zu stoppen.

Trainerfrage: Was ist mit Polanski?

Mit Virkus' Abgang wird der Scherbenhaufen bei der Borussia nun immer größer. Klar ist derzeit nur, dass Trainer Eugen Polanski, den Virkus nach der Trennung von Seoane aus der U23 befördert hatte, auch bei dem richtungsweisenden Spiel am Sonntag (19:30 Uhr im Liveticker) gegen den SC Freiburg auf der Trainerbank sitzen wird.
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Eugen Polanski bleibt vorerst Trainer bei Borussia Mönchengladbach.

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Anders als Virkus wurde Polanski bei der herben Pleite gegen Frankfurt, bei der die Fohlen den zwischenzeitlichen 0:6-Rückstand noch mit vier Toren in der Schlussphase "aufhübschten", mit Sprechchören gefeiert. In Virkus hatte Polanski einen Fürsprecher. Auch bei den Fans scheint der 39-Jährige die Rückendeckung zu haben, verfügt über einen höheren Kredit, als ihn wohl jede andere externe Trainerlösung haben würde.
Doch gegen Freiburg müssen die seit mittlerweile zwölf Ligaspielen sieglosen Gladbacher endlich wieder liefern. Gelingt das wie beim 1:1 in Leverkusen, könnte Interimscoach Polanski Argumente dafür sammeln, auch nach der Länderspielpause weiter an der Seitenlinie zu stehen.

Book als Virkus-Nachfolger aus dem Rennen

Wie es um einen Nachfolger für den entlassenen Sport-Geschäftsführer Virkus steht, ist derweil völlig offen. Über die nächsten Schritte und das weitere Vorgehen seien Präsidium, Aufsichtsrat und Geschäftsführung "in Abstimmung", sagte Borussias Aufsichtsratsvorsitzender Michael Hollmann in der Pressemitteilung am Dienstag.
Fakt ist, dass der Maschinenraum am Niederrhein auf Hochtouren laufen wird. Ein Name, der rund um den Borussia-Park kursierte, war Nils-Ole Book. Mitte September hatte unter anderem die "Bild" davon berichtet, dass der Sport-Vorstand des Zweitligisten SV Elversberg im Visier des Bundesligisten sei. Auch im Podcast "kicker Daily" wurde der 39-Jährige am Dienstag erwähnt.
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Sport-Vorstand Nils-Ole Book bleibt in Elversberg.

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Am Mittwoch schoben Elversberg und Book aber jeglichen Spekulationen den Riegel vor - denn der Sport-Vorstand verlängerte seinen Vertrag bei der SVE vorzeitig. Er wolle "die Zukunft" des Klubs "weiter gestalten", betonte Book, der seit acht Jahren für die Saarländer arbeitet und die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte entscheidend mitprägt.

Hoffnung auf den nächsten Eberl

Ähnlich erfolgreich wie Book in Elversberg hatte Virkus-Vorgänger Eberl über Jahre hinweg in Mönchengladbach gearbeitet. Der langjährige Sportdirektor hatte die Borussia aus den Abstiegsregionen in die Champions League gemanagt.
Von einem solchen Turnaround können Fans und Verantwortliche aktuell nur träumen. Auf den neuen Sportchef im Borussia-Park, wer auch immer es werden wird, wartet ein anspruchsvolles Unterfangen.
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(mit SID)
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Quelle: Perform


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