Borussia Dortmund holt Joey Veerman und Giannis Konstantelias - BVB-Doppelschlag statt Rekordtransfer Said El Mala

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Doppelschlag statt Rekordtransfer: Borussia Dortmund holt Giannis Konstantelias und Joey Veerman für zusammen rund 50 Millionen Euro - und macht aus dem geplatzten Poker um Shootingstar Said El Mala kurzerhand eine neue Chance. Hier der griechische Dribbelkünstler, dort der niederländische Taktgeber: Sportdirektor Ole Book setzt auf zwei völlig unterschiedliche Puzzleteile für seinen neuen BVB.

Borussia Dortmund hat auf dem Transfermarkt vor der Saison 2026/27 noch zu tun

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Der Poker um Said El Mala platzte erst vor wenigen Tagen - doch Borussia Dortmund hat seine Antwort längst parat. Statt bis zu 55 Millionen Euro in den Kölner Shootingstar zu investieren, verteilt der BVB die Rekordsumme lieber auf vier Beine: Giannis Konstantelias und Joey Veerman.
Mit Konstantelias stößt nach Konstantinos Karetsas (bis zu 32 Millionen Euro vom KRC Genk) der zweite hoch veranlagte Grieche zum Team. Der 23-Jährige bringt Kreativität, Dribbling und technische Klasse mit und könnte im 3-4-3 ohne klassische Flügelspieler von Niko Kovac eine andere, womöglich sogar passendere Lösung für die Offensive sein als El Mala.
Gemeinsam mit Karetsas soll er die Abgänge von Julian Brandt (wechselte zu Ajax Amsterdam) und Karim Adeyemi (wechselte zum FC Barcelona) auffangen.
Veerman hingegen soll dort ansetzen, wo es zuletzt häufiger klemmte: im Dortmunder Spielaufbau. Der 27-Jährige steht für Übersicht, Passqualität und technische Finesse - genau jene Fähigkeiten, die dem BVB im Zentrum zuletzt nicht immer zur Verfügung standen.
So unterschiedlich die beiden Neuzugänge auch sind, machen sie den unter Book neu eingeschlagenen Kurs des BVB einmal mehr deutlich.
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Zwei Neue beim BVB: Joey Veerman (l.) und Giannis Konstantelias

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Konstantelias: Ein Juwel mit besonderer Geschichte

Bei Giannis Konstantelias ist inzwischen alles unter Dach und Fach. Der 23-Jährige bestand am Sonntag den Medizincheck in Dortmund und unterschrieb anschließend einen Fünfjahresvertrag. Für den Offensivspieler überweist der BVB nach Informationen von "Sky Sport" zunächst 26 Millionen Euro an PAOK Saloniki, inklusive Boni kann die Ablöse noch auf über 30 Millionen Euro steigen.
Dass Dortmund sich damit ein echtes Juwel geangelt hat, zeigt nicht zuletzt Konstantelias' Stellenwert in seiner Heimat. Als der Grieche im vergangenen Sommer unmittelbar vor einem Wechsel zum VfB Stuttgart stand, gingen die PAOK-Fans auf die Barrikaden. Die einflussreiche Ultra-Gruppierung "Gate 4" machte massiv Druck, der Klub zog sich schließlich aus den Verhandlungen zurück. Konstantelias verlängerte seinen Vertrag bis 2029.
190 Pflichtspiele, 44 Tore und 26 Assists werden vorerst die Werte sein, die Konstantelias im PAOK-Trikot vorzuweisen hat. Seine nächsten Scorer wird er für den BVB sammeln.
Sportlich bringt Konstantelias genau jene Fähigkeiten mit, die Dortmund gesucht hat: enge Ballführung, herausragende Technik, Kreativität und Qualität im Eins-gegen-eins. Anders als Said El Mala ist er nicht ganz so dynamisch und fühlt sich im Zentrum etwas wohler als auf dem Flügel. Gerade das könnte ihn für Niko Kovacs 3-4-3 aber auch noch interessant machen als den Kölner. Der Kroate ist bekennender Fan der offensiven Halbpositionen, auf denen Konstantelias seine Stärken ausspielen kann.
Wie außergewöhnlich sein Talent bereits früh eingeschätzt wurde, zeigt ein Urteil aus seiner Jugendzeit. Alexandros Malakasiotis, damals Akademieleiter seines ersten Klubs, sagte mal über ihn: "Ein Spieler wie er taucht nicht alle Tage auf. Nicht einmal alle 50 Jahre. Er hat einzigartige Gaben. Für mich ist er ein Phänomen. Wenn er im Eins-gegen-eins ist, ist es, als würde man Neymar zusehen."
Der Brasilianer ist tatsächlich Konstantelias' großes Vorbild. "Ich finde seinen Spielstil attraktiver als den von allen anderen", sagte er einst. Seinen eigenen Stil beschrieb der Grieche als "kreativ, ich will im letzten Drittel des Spielfelds immer noch das gewisse Extra geben".
Und dann schließt sich der Kreis zum BVB: Konstantelias ist auf nationaler Ebene das Vorbild von Konstantinos Karetsas. Der 18-Jährige, bislang Dortmunds Königstransfer des Sommers, spielt künftig also nicht nur in der Nationalmannschaft mit seinem eigenen Idol zusammen.

Veerman: Der Mann für die Kontrolle

Während Konstantelias für Kreativität und Eins-gegen-eins steht, bringt Joey Veerman eine ganz andere Qualität nach Dortmund. Der 27-Jährige kommt für rund 20 Millionen Euro von der PSV Eindhoven und unterschreibt ebenfalls einen Fünfjahresvertrag, der ihm jährlich drei bis vier Millionen Euro einbringt. Den Medizincheck absolvierte er am Montag.
Der Niederländer hat seine Stärken im Spiel mit dem Ball. Übersicht, Passspiel und Raumgefühl gehören zu seinen größten Stärken. Veerman erkennt Lücken früh, überspielt mit seinen Pässen ganze Linien und kann das Tempo eines Spiels bestimmen - auch wenn sein eigenes nicht das höchste ist. In der vergangenen Saison kam er in 30 Spielen in der Eredivisie auf acht Tore und 14 Vorlagen - bemerkenswerte Werte für einen zentralen Mittelfeldspieler.
Veerman soll anders als Konstantelias nicht unbedingt das Spektakel liefern, sondern Struktur im Aufbauspiel. Gerade in einem System, das unter Kovac auf Stabilität und eine gute Balance ausgerichtet ist, könnte der Niederländer eine wichtige Rolle einnehmen. Vor allem, wenn Jobe Bellingham weiter Schwierigkeiten im Spiel mit dem Ball offenbart.
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Joey Veerman (r.) im Zweikampf mit Youri Regeer von Ajax Amsterdam

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Seine Verpflichtung könnte zudem einen weiteren Effekt haben: Marcel Sabitzer, der dem Vernehmen nach rund acht Millionen Euro pro Jahr verdient, hatte unter Kovac bereits in der vergangenen Saison einen schweren Stand und dürfte in der Hierarchie nun noch ein Stück weiter abgesackt sein.
Sollte es Book gelingen, den Österreicher noch vor dem Deadline Day (1. September) von der Gehaltsliste zu bekommen, wäre das nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich ein weiterer bemerkenswerter Schritt des Sportdirektors.
Und wer weiß: Vielleicht schafft der frei werdende finanzielle Spielraum irgendwann auch neue Möglichkeiten im Fall El Mala. Dass der Poker in diesem Sommer gescheitert ist, muss schließlich nicht bedeuten, dass es der letzte Versuch des BVB war. Im Winter oder kommenden Sommer könnte Book erneut anklopfen - sollte El Mala nicht vorher noch einen anderen Verein gefunden haben.
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Quelle: Perform


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