FC Bayern: Jamal Musiala leidet unter "Absencen" - was ist das? Mediziner klären auf und machen Nationalspieler Mut
Eurosport bei GoogleJamal Musiala ist im Testspiel des FC Bayern gegen den 1. FC Heidenheim zum zweiten Mal binnen vier Tagen zusammengesackt. Wie der 23-Jährige im Anschluss auf Instagram bekannt gab, leide er unter sogenannten "Absencen", was eine Form eines epileptischen Anfalls darstellt. Seine zukünftige Leistung auf dem Fußballplatz oder gar seine Karriere ist dadurch aber nicht in Gefahr, meinen Mediziner.
Bayern-Star Jamal Musiala leidet unter sogenannten "Absencen" - Fußball
Fotocredit: Getty Images
Gerade einmal vier Minuten stand Jamal Musiala auf dem Feld, als der eingewechselte Bayern-Star im Testspiel gegen den 1. FC Heidenheim (4:2) ohne Fremdeinwirkung und abseits des Spielgeschehens zusammensackte. Schon wieder. Bereits am Samstag im Telekom Cup gegen RB Leipzig (3:1) hatte Musiala einen Komplettaussetzer und musste ausgewechselt werden.
Auf Instagram brachte der 23-Jährige angesichts der beunruhigenden Vorfälle Licht ins Dunkel: "Es wurden bei mir temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen festgestellt."
Dabei handelt es sich um eine Form epileptischer Anfälle, die laut der amerikanischen Epilepsy Foundation meist bei Kindern im Alter von vier bis 14 Jahren auftreten, aber auch bei Erwachsenen vorkommen können. Das französische Wort "Absence" kann ins Deutsche mit "Abwesenheit" übersetzt werden, was auch den Verlauf eines solchen Anfalls beschreibt.
Betroffene sind dann für kurze Zeit kaum oder überhaupt nicht ansprechbar, reagieren nicht, manchmal Rollen die Augen nach oben. Ist die typische Absence vorbei, bleibt in der Regel nur eine kurze Erinnerungslücke. Dann kann die Person wieder ihrer vorherigen Tätigkeit nachgehen.
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Bange Momente um Jamal Musiala beim Testspiel FC Heidenheim gegen FC Bayern München
Fotocredit: Getty Images
Ärzte sicher: "Fußball spielen könnte Musiala weiterhin"
"Ich bin diesbezüglich in bester medizinischer Behandlung und sehr optimistisch", schrieb Musiala in seinem Statement. Eine Einschätzung, die auch Fachärzte teilen.
Eine Absence-Epilepsie sei "gut behandelbar", sagte beispielsweise Prof. Christoph Kleinschnitz, Chef der Neurologie der Uniklinik Essen, der "Bild". Das Krankheitsbild "würde eine dauerhafte Therapie erfordern. Fußball spielen könnte Musiala weiterhin."
Ähnlich sieht es der Medizinjournalist Dr. Christoph Specht. "Auf dem Fußballfeld kann nicht so schrecklich viel passieren", sagte der 64-Jährige im Gespräch mit "n-tv". Anders wäre es bei Formel-1-Fahrern oder Bergsteigern: "Das wären dann große Gefahren."
Musiala hat "sehr gutes Gefühl"
Vor allem, weil Absencen durch "emotionalen Stress, Anstrengung und Hitze", getriggert werden könnten, so Specht.
Zudem macht der Medizinjournalist Musiala Mut, dass er nicht dauerhaft in medizinischer Behandlung bleiben muss: "Wenn man diese Medikamente nimmt, kann man nach einiger Zeit der Anfallsfreiheit auch mal einen Auslassversuch machen."
Auch Musiala selbst blickt nach vorne. Der deutsche Nationalspieler, der bereits große Teile der vergangenen Saison aufgrund einer Sprunggelenksluxation und einem Wadenbeinbruch verpasste, wolle einfach seinen "Alltag leben" und seiner "Passion Fußball zu spielen weiter nachgehen. Dafür habe ich die Verantwortung übernommen. Ich habe insgesamt ein sehr gutes Gefühl und bin auf einem guten Weg."
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