Warum Real Madrid zu Recht demütig geworden ist - fatale Leerstelle im Mittelfeld nach Rodri-Absage
Publiziert 18/08/2026 um 23:56 GMT+2 Uhr
Real Madrid hat in diesem Sommer 225 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben. Vor allem in der Abwehr füllten die Königlichen gleich mehrere Lücken mit Top-Spielern. Zudem kam Yan Diomande von RB Leipzig für den Flügel. Der Königstransfer ist ihnen aber nicht geglückt. Der neue, alte Trainer José Mourinho muss jetzt aufpassen, von Barcelona nicht vollends abgehängt zu werden.
Mourinho offiziell als Real-Trainer vorgestellt
Quelle: Perform
Auf spektakuläre Vorstellungen der neuen Starspieler im Estadio Santiago Bernabéu müssen die Fans von Real Madrid in diesem Sommer verzichten. Der Klub begrüßt die Neuen lieber im kleinen Kreis.
Ein neuer Ansatz des neuen, alten Trainers José Mourinho, der Real bereits von 2010 bis 2013 trainiert hatte. Weniger Show, mehr Demut.
Die Transferausgaben sind mit rund 225 Millionen Euro zwar stattlich, ein "echter" Startransfer fehlt trotz des 125-Million-Neuzugangs von RB Leipzig - Yan Diomande (19) - jedoch.
Weil sich Rodri zum Wechsel zum FC Barcelona entschied, verpassten es die Königlichen, sich das fehlende Kader-Puzzleteil zu holen.
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Das ist neu: Viele sinnvolle Ergänzungen
Mehr als die 125 Millionen Euro für Diomande gaben in diesem Transfersommer für einen einzelnen Spieler nur Chelsea (Morgan Rogers/138 Mio.) und Manchester City (Elliot Anderson/135 Mio.) aus. Verstärkt hat sich Real außerdem mit Marc Cucurella (Chelsea/55 Mio.), Carlos Espí (Levante/25 Mio.), Denzel Dumfries (Inter/20 Mio.), Ibrahima Konaté (Liverpool/ablösefrei) und Bernardo Silva (ManCity/ablösefrei). Außerdem kehrte Endrick von seiner Leihe von Olympique Lyon zurück.
In der Defensive ist Real damit sehr gut aufgestellt. Gerade Weltmeister Cucurella macht die Königlichen sofort deutlich stärker, Konaté und Dumfries füllen hingegen die Lücken, die die Abgänge der nicht mehr auf Topniveau agierenden Altstars David Alaba (34) und Dani Carvajal (34) hinterlassen haben. Bernardo Silva gibt dem offensiven Mittelfeld mit seinen 32 Jahren zudem Erfahrung auf Weltklasse-Niveau.
Die angepeilten Transfers von Michael Olise (FC Bayern) und Rodri ließen sich jedoch nicht realisieren.
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Mourinho zurück in Madrid: "Real ist der Höhepunkt"
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Die neue Hoffnung: Diomande steht für die neue Generation
Anfang August musste RB Leipzig nachgeben - und Diomande nach nur einer Saison wieder ziehen lassen. In der Bundesliga reifte der Flügelstürmer zum Offensivwirbel, der seinem Team mit kreativen und schnellen Aktionen Torchancen herausspielt und selbst Tore schießt (zwölf Tore, neun Vorlagen 2025/26).
Mit 19 Jahren hat Diomande noch den Talentstatus inne, muss sich jedoch schnellstmöglich zu einem Unterschiedsspieler entwickeln - und auf der rechten Außenbahn andere verdrängen. Zuletzt spielten dort Brahim Díaz oder auch Arda Güler, zuvor auch der Langzeitverletzte Rodrygo.
Wer sich jedoch mit einem Preisschild von 125 Millionen Euro dem Weltklub Real Madrid anschließt, der weiß auch: Viel Zeit zur Eingewöhnung wird einem nicht gegeben.
Auch Nachwuchsstar Espí, der mit zehn Rückrunden-Toren für UD Levante auf sich aufmerksam machte und nun die Planstelle vom für 40 Millionen zum FC Fulham gewechselten Gonzalo García im Sturm einnimmt, wird aus seinen Backup-Einsätzen für Kylian Mbappé schnell Zählbares herausholen müssen.
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Yan Diomande im Testspiel gegen Schalkes Vitalie Becker.
Fotocredit: Imago
Das Fragezeichen: Silva und der krasse Philosophiewechsel
Neun Jahre lang hatte Bernardo Silva bei Manchester City unter Pep Guardiola seine technische Finesse und Spielintelligenz unter Beweis gestellt. Ob er das bei Real Madrid erneut tun kann, ist fraglich, immerhin hat der 32-Jährige in all den Jahren unter einem Trainer und dessen System gespielt - nur um jetzt zu seinem Landsmann Mourinho, früher quasi der Gegenentwurf zu Guardiola, überzulaufen.
Die Hoffnung in Madrid ist jedoch, dass er die Lücke schließen kann, die der Abgang von Vereinslegende Luka Modric nach der Saison 2024/25 hinterlassen hat. Mourinho hat sich sogar persönlich für seinen Landsmann eingesetzt, obwohl die beiden zuvor noch nie zusammengearbeitet haben.
Ein positives Zeichen: Beim 3:0-Testspielsieg gegen Schalke 04 schenkte der Trainer ihm direkt das Vertrauen und ließ ihn starten.
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Sami Khedira (l.) gehört zu José Mourinhos Trainerstab bei Real Madrid.
Fotocredit: Imago
Hier ist noch Bedarf: Wer kontrolliert das Spiel?
Rodri war Reals Wunschspieler, nun wechselt der Weltmeister aber ausgerechnet nach Barcelona - zum Erzrivalen.
Und genau das ist das Dilemma: Den Madridistas fehlt im Mittelfeld jemand, der das Spiel kontrolliert. Seit dem Karriereende von Toni Kroos konnte niemand die Rolle des Taktstocks im Ensemble der (ehemals) Galaktischen einnehmen.
Eine Alternative für Rodri ist auf dem Transfermarkt auch nicht in Sicht - eine möglicherweise fatale Leerstelle für Real.
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Bald auch beim FC Barcelona Teamkollegen: Rodri (l.) und Lamine Yamal
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Das kommt auf Mourinho zu: Harter Kampf mit Barça
Mit Rodri, Pedri und Dani Olmo ist das Mittelfeld des FC Barcelona wahrhaftig weltmeisterlich aufgestellt. Von Real Madrid hatte Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente hingegen keinen Spieler zur WM mitgenommen. Cucurella ist nun der einzige Titelträger im Team.
Seit zwei Jahren ist Real ohne Titel, deutlich zu wenig für die Ansprüche der Königlichen. Unter Mourinho soll sich das ändern. "Wir haben hier nur gute Spieler, sehr gute Spieler. Daraus müssen wir eine sehr gute Mannschaft formen", sagte Mourinho am Sonntag nach dem Test auf Schalke: "Wir unternehmen die richtigen Schritte, um dies zu erreichen."
Für den Portugiesen zählt nur eines: gewinnen. Das hat er in seiner Karriere oft deutlich gemacht. Mit Titel-Ansagen hält er sich in diesem Sommer aber auffällig zurück. Er weiß schon, weshalb.
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Neuzugang Rodri freut sich auf Zuammenarbeit mit Flick
Quelle: Perform
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