FC Bayern: Neuer bekommt sein Schalke-Spiel - Abschied auf Raten für den Rekordkeeper der Münchner
Von Patrick Strasser
Update 04/09/2026 um 16:04 GMT+2 Uhr
Am Samstag kehrt Manuel Neuer mit dem FC Bayern München in seine Heimat zurück, läuft erstmals seit knapp vier Jahren wieder beim FC Schalke 04 auf - gegen "seine" Königsblauen. In den ersten Saisonwochen kristallisiert sich heraus, wie sich Neuer in seiner letzten Saison als Bayern-Keeper mit Kronprinz Jonas Urbig abwechseln wird. Eine klare Rotation will Trainer Vincent Kompany jedoch nicht.
SotipptderBoss: Bayern auf Schalke in Torlaune - BVB lässt Federn
Quelle: Eurosport
Nach Stuttgart war vor Schalke. Zumindest für Manuel Neuer. Obwohl ja noch Osnabrück und die – zugegeben – recht niedrige DFB-Pokal-Hürde dazwischenlag. Die konnten die Bayern am Mittwochabend recht easy überspringen, mit 4:1 trotz 0:1-Rückstand.
Beim Gegentreffer, diesem Sonn- und Feiertagsschuss aus rund 30 Metern von VfL-Angreifer Robin Meissner zugleich, konnte Jonas Urbig im Bayern-Tor nichts machen – außer hinterhergucken.
Als der 23-Jährige im Anschluss an die Partie von Reportern gefragt wurde, ob es in dieser Situation – Urbig stand weit vor seinem Kasten - ein Torwartfehler gewesen sei, reagierte er etwas verwundert und stellte eine von Neuer bekannte Gegenfrage: "Warst du mal Torwart?" Danach schickte Urbig eine Erklärung der Szene hinterher: "Er schießt, dann rutscht der Ball so ein bisschen ab und schlägt im Winkel ein. Ich bin normalerweise sehr, sehr selbstkritisch. Aber Gratulation an ihn. Der war schon unhaltbar." Tatsache.
Ebenso wie das nun bereits im dritten Pflichtspiel der Saison erstmals vollzogene Jobsharing zwischen Neuer und Urbig, dem Stammtorwart und seinem Stellvertreter Urbig, der ab der Saison 2027/28 die neue Nummer eins der Bayern werden soll. Alles abgesprochen, alles abgenickt rund um die neuerliche Vertragsverlängerung von Neuer bis 2027, fixiert im Mai.
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Manuel Neuer feiert mit seinen Mitspielern den Gewinn des Supercups
Fotocredit: Getty Images
Der Schnupfen in der Wade ist passé
Auf das Auswärtsspiel in der ersten Runde des DFB-Pokals in Niedersachsen hatte Manuel Neuer verzichtet. Pausen täten Neuer "gut", so Trainer Vincent Kompany. Im Sinne der Belastungssteuerung und Prävention von Muskelverletzungen. Dreimal erwischte es den Oldie in der vergangenen Saison.
Im Frühjahr sprach Neuer von einem "Schnupfen" in der Wade. Diese Saison soll er noch mehr Spiele an den Youngster abgeben als in der abgelaufenen Saison, da kam Urbig aber schon auf stolze 20 Pflichtspiel-Einsätze.
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"Aus der KI-Wolke": Kompany lacht über Transfergerüchte
Quelle: Perform
Osnabrück war also ein Fall für Neuers Ziehsohn. "Über die gesamte Saison gesehen gilt, was ich schon letzte Saison gesagt habe: Wir haben unheimlich viel Vertrauen gezeigt in Jonas", sagte Kompany vor der Reise nach Niedersachsen und erklärte: "Er hat jetzt auch viele wichtige Spiele für uns gespielt – eines davon war das Pokalfinale (3:0 gegen Stuttgart am 23. Mai, dazu auch die 1. und 2. DFB-Pokalrunde 2025/26; Anm. d. Red.)."
Der Trainer weiter: "Das sind Meilensteine, an denen man sieht, dass er uns auch auf dem allerhöchsten Level vertreten kann. Teil seiner Entwicklung ist, dass er immer wieder Spielminuten bekommt."
Cup-Keeper Urbig? Nicht mit Kompany!
Dass der Kronprinz im Pokal Spielpraxis erhielt, lag aber nicht spezifisch am Wettbewerb. Urbig als Pokalkeeper? Nicht mit Kompany! "Ich schließe es auf jeden Fall kategorisch aus, dass wir einen Pokal- oder einen Champions-League-Torwart haben werden." Weil er ein gebranntes Kind ist: "Ich habe das einmal gemacht in meinem ersten Jahr als Trainer (2020/21 beim RSC Anderlecht; Anm. d. Red.). Das war eine Katastrophe! Das war ein Riesen-Fehler! Und daraus habe ich gelernt."
Wichtig ist ihm "diese Flexibilität" zu behalten. "Auch, damit man mit dieser Situation immer respektvoll umgehen kann. Wir schauen einfach auf das Programm. Es geht auch darum, zu sehen, was für Manu am besten ist – dass er vielleicht manchmal nicht jedes Spiel macht. Und dann geht es noch um diese positive Förderung von Jonas", so Kompany.
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"Unheimlich viel Vertrauen": Kompany bestätigt Urbig-Start
Quelle: Perform
Allerdings wird das mit dem Cup-Keeper auf der Insel oft so gehandhabt. Mit dem FA Cup und dem Ligapokal gibt es ja auch zwei Pokal-Wettbewerbe. Kompany kennt das aus seiner Zeit in der Premier League, als Spieler von Manchester City und als Trainer des FC Burnley. Manche Trainer vertrauen ihrer Nummer zwei zum Beispiel auch in der Europa League oder Conference League. Die großen Champions-League-Nächte gehören dafür meist der jeweiligen Nummer eins.
Die will sich Neuer nicht nehmen lassen. Am kommenden Donnerstag würde er gegen Bodö/Glimt sein 162. Königsklassen-Spiel bestreiten. Womit ihm dann nur noch eine Partie fehlen würde, um mit Lionel Messi (Inter Miami) und seinem ehemaligen Teamkollegen Thomas Müller (Vancouver Whitecaps) gleichzuziehen – das Duo liegt auf Rang drei der Bestenliste – hinter Cristiano Ronaldo (183 Einsätze/spielt nicht mehr in Europa) und Torhüter Iker Casillas (177/Karriere-Ende 2020). Die Spitze ist für Neuer nur erreichbar, wenn er 2027/28 weiterspielt.
Neuer: 600 Pflichtspiele, 501 Gegentreffer
Die Pause unter der Woche hatte derweil noch einen tieferen Grund. Denn für den 40-jährigen Kapitän Neuer kommt aktuell ein Highlight nach dem anderen. Das 5:1 am Freitag vor einer Woche, das Bundesliga-Auftaktspiel gegen den VfB Stuttgart, war Neuers 600. Pflichtspiel für den FC Bayern – bei nun 501 Gegentreffern.
Diese 600-Spiele Schallmauer hatten bislang einzig vier Vereinslegenden der Münchner durchbrochen: Gerd Müller, Thomas Müller sowie Sepp Maier und Oliver Kahn, zwei weitere Torhüter.
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Freund erklärt: Neuer bei Schalke "zu einem Mann gereift"
Quelle: Perform
"Ich fühle mich gut, mir macht es jeden Tag Spaß, mit der Mannschaft zu trainieren und die Spiele zu spielen”, erklärte Neuer, der Jubilar und sagte: "Die Saison so zu eröffnen, ist ein Traum. Das Ergebnis haben wir uns gewünscht."
"Es ist etwas Besonderes, auswärts auf Schalke zu spielen"
Mit seinem Kopf war Neuer da schon längst auf Tauchstation – besser gesagt: auf Schalke. Samstag, 18:30 Uhr, Veltins Arena. Sein wohl letzter Aufritt (die Bayern könnten ja in der zweiten DFB-Pokalrunde ein Auswärtsspiel in Gelsenkirchen zugelost bekommen) in seiner wohl letzten Profi-Saison. Das Karriereende naht, zu 99 Prozent.
Schon vor der Auslosung der Champions-League-Gegner und der bevorstehenden Auswärts-Stadionerlebnisse hatte Neuer an seinen Jugendverein gedacht: "Ich freue mich auf die Veltins-Arena. Das ist lange nicht so gewesen, dass wir dort spielen konnten (mit dem FCB gewann Neuer dort zuletzt am 12. November 2022, Anm. d. Red.). Aber es ist etwas Besonderes, auswärts auf Schalke zu spielen. Das ist schon ein großes Ziel für mich."
Ein emotionales Ziel für den geborenen Gelsenkirchener, der mit seiner Familie nun am Tegernsee lebt. Der Countdown zur Wehmut läuft seit Tagen, ach, seit Wochen.
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Manuel Neuer lief von 2005 bis 2011 für die Profimannschaft des FC Schalke 04 auf
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Für Neuer gehört Aufsteiger Schalke "auf jeden Fall in die Bundesliga. Die Liga kann sich darüber freuen kann, dass der S04 wieder oben ist." Und der Mythos S04? Neuer sagte kürzlich bei "Sky": "Es ist natürlich ein Arbeiterverein. Wenn man da aufgewachsen ist, weiß man, dass man dankbar sein kann für die Leute, mit denen man groß geworden ist. Das hat viel mit Multikulti und viel mit dem Malochertum zu tun gehabt. Es gab auf Schalke immer Epochen mit Höhen und Tiefen. Da spielt viel rein."
Der letzte Titel der Königsblauen – abgesehen vom Supercup im selben Jahr? Der Gewinn des DFB-Pokals im Mai 2011. Mit Neuer im Tor. Wenig später wechselte er nach München.
Das gemeinsame Ziel: Mehr Zu-Null-Spiele
Neuer betonte, er und die Mannschaft hätten "weiter Hunger" nach Siegen und Titeln – das sei bei ihm selbst auch beim Start in die 21. Profi-Saison nicht weniger geworden. Gegen den VfB feierte der Weltmeister von 2014 seinen 375. Bundesliga-Sieg und baute damit seinen Status als Ligaspiele-Rekordsieger weiter aus. Im Schnitt lediglich 0,85 Gegentore in insgesamt 546 Partien (für Schalke und nach seinem Wechsel ab 2011 für Bayern) sind einmalig gut.
Dass er gegen die Stuttgarter nicht seinen Rekord von 241 Zu-null-Spielen erhöhen konnte, wurmte ihn. Bei 5:1 ein Schönheitsfleckchen, aber so sind Keeper. "Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, dass wir mehr Spiele zu null haben wollen und defensiv gut stehen wollen", erklärte Neuer.
Den Anfang dabei möchte Neuer auf Schalke machen. Bei seinem persönlichen Saison-Highlight. Wehmut inklusive. Wie intensiv die Pfiffe gegen den verlorenen Sohn wohl werden?
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Kompany witzelt über DFB-Team: "Finale gegen Belgien verlieren ..."
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