Freund, ein guter Freund: Warum Bayern jetzt auch mit seinem Sportdirektor verlängern will

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Christoph Freund arbeitet beim FC Bayern meist unauffällig im Hintergrund, sein Einfluss wird jedoch immer sichtbarer. Vor allem die Entwicklung am Campus und die Millionen-Einnahmen durch Spielerverkäufe tragen seine Handschrift. Nach den Verlängerungen mit Max Eberl und Jan-Christian Dreesen soll nun auch der Vertrag des Sportdirektors langfristig verlängert werden.

Freund zu Abgängen am Deadline-Day: "Kann noch was passieren"

Quelle: Perform

Der FC Bayern hat in diesem Sommer viel Geld ausgegeben und gleichzeitig erstaunlich viel eingenommen. Knapp 50 Millionen Euro spülten Spielerverkäufe in die Kasse, die Nettoausgaben des Rekordmeisters beliefen sich dadurch trotz der Verstärkungen auf rund 55 Millionen Euro. Dazu setzt der Klub bei seiner Kaderplanung auch auf Talente aus den eigenen Reihen.
Für diese Entwicklung stehen Max Eberl und Christoph Freund. Während Sportvorstand Eberl jedoch regelmäßig im Mittelpunkt steht, arbeitet Freund seit seiner Ankunft 2023 deutlich unauffälliger im Hintergrund.
Das passt zum Österreicher. Bevor er im Profifußball Millionen bewegte, führte Freund einige Jahre die familieneigene Tischlerei in Leogang, Bodenständigkeit und ein vernünftiger Umgang mit vorhandenen Mitteln gehören gewissermaßen zu seiner beruflichen DNA.
Beim FC Bayern kommt das offenbar gut an. Nachdem Vorstandschef Jan-Christian Dreesen und Eberl ihre Verträge bis 2029 verlängert haben, soll Freund als nächster wichtiger Entscheider langfristig gebunden werden. Eine Verlängerung wäre die Anerkennung für einen Sportdirektor, der öffentlich häufig unter dem Radar fliegt, intern aber auf mehreren Ebenen überzeugt.

Der FC Bayern Campus hat (endlich) Substanz

Besonders sichtbar wird seine Arbeit am Campus. Jamal Musiala (23) und Aleksandar Pavlovic (22) haben sich aus dem eigenen Nachwuchs bei den Profis etabliert, Lennart Karl (18) schaffte ebenfalls den Durchbruch und gilt als eines der größten Versprechen für die Münchner Zukunft. Tim Binder (19) und David Santos Daiber (19) klopfen nun zur neuen Saison kräftiger an die Tür.
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Lennart Karl schaffte den Sprung vom FC Bayern Campus zu den Profis

Fotocredit: Getty Images

Gleichzeitig verändert sich die Kaderplanung. Youngster sollen nicht mehr nur irgendwann eine Chance bekommen, sondern werden zunehmend fest einkalkuliert. Karl wurde im Sommer 2025 zum prominentesten Beispiel dafür, dass nicht jede Position zwangsläufig mit einem millionenschweren Transfer besetzt werden muss.
"Wir wollen so viele Spieler wie möglich entwickeln, damit sie ihr volles Potenzial ausschöpfen können", sagte Freund am Dienstag vor dem Spiel gegen Osnabrück. Das Schönste sei natürlich, wenn ein Spieler den Sprung aus den eigenen Reihen schaffe. Deshalb wolle man "den Standard am Campus so hoch wie möglich" setzen.
Doch selbst wenn der Weg nicht in die Münchner Profimannschaft führt, zahlt sich die Nachwuchsarbeit inzwischen aus.

Vermeintlich unsichtbare Arbeit von Christoph Freund wird sichtbar

Der Campus entwickelt sich zunehmend zur Einnahmequelle. Allein in diesem Sommer kassierten die Bayern zwölf Millionen Euro für Noël Aséko von Eintracht Frankfurt und sechs Millionen für Jonah Kusi-Asare vom FC Fulham. Jungstar Jonathan Asp Jensen schloss sich für sechs Millionen Euro Deportivo A Coruña an, für Wisdom Mike ging es nach Brügge (fünf Millionen Euro) und Maurice Krattenmacher brachte zwei Millionen Euro ein (SV Elversberg).
Im vergangenen Jahr nahm man beispielsweise durch den Verkauf von Talent Paul Wanner an die PSV Eindhoven allein rund 15 Millionen Euro ein.
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Noel Aseko wechselte für zwölf Millionen Euro vom FC Bayern zu Eintracht Frankfurt

Fotocredit: Getty Images

Gerade bei der Entwicklung und Bewertung junger Spieler besitzt Freund inzwischen großen Einfluss. Es ist ein Prinzip, das der Österreicher bereits in Salzburg verinnerlicht hat: Potenzial erkennen, Spieler entwickeln und eine Struktur schaffen. Beim finanziell ungleich mächtigeren FC Bayern funktioniert das naturgemäß in anderen Dimensionen, der Grundgedanke bleibt aber derselbe.
Und auch abseits von Transfers und Nachwuchsarbeit besitzt Freund eine Eigenschaft, die in München nicht selbstverständlich ist: Er produziert kaum Nebengeräusche.

Freund beim FC Bayern: Teamplayer, keine Nebengeräusche und Diplomatie

Wie geschickt er mit potenziell unangenehmen Situationen umgehen kann, zeigte sich bereits während der turbulenten Trainersuche 2024. Karl-Heinz Rummenigge hatte damals öffentlich kritisiert, dass zu viele Interna nach außen dringen würden. "Ich kann nur empfehlen, wieder etwas verschlossener zu werden", monierte der ehemalige Vorstandschef.
Freund wurde prompt mit der Kritik des mächtigen Aufsichtsrats konfrontiert. Er widersprach nicht, machte aber auch kein neues Fass auf. "Der FC Bayern ist ein sehr großer Verein, da will jeder Bescheid wissen und recherchiert", erklärte er.
Natürlich wäre es schön, "wenn wir die internen Dinge so weit wie möglich an der Säbener Straße halten könnten". Seine diplomatische Schlussfolgerung: "Grundsätzlich ist es unsere Strategie, Dinge intern zu klären, bevor wir sie verkünden."
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Christoph Freund kommt beim FC Bayern intern gut an - die Vertragsverlängerung steht bevor

Fotocredit: Getty Images

Hoeneß bezeichnete Freund früh als "Glücksgriff"

Uli Hoeneß hatte Freund bereits kurz nach dessen Verpflichtung 2023 als "Glücksgriff" bezeichnet. Damals war das vor allem ein Vertrauensvorschuss. Drei Jahre später gibt es einige Argumente dafür.
Freund ist nicht das Gesicht der sportlichen Führung, diese Rolle nimmt primär Eberl ein. Dafür besetzt er eine Position, die zur neuen Ausrichtung der Bayern passt: Er kennt den Transfermarkt, bringt Erfahrung in der Talententwicklung mit, treibt die Verbindung zwischen Campus und Profis voran und gilt intern als Teamplayer.
Mit Eberl und Trainer Vincent Kompany befinde er sich in engem Austausch. "Es macht Spaß und es ist wichtig, wie es intern funktioniert und das tut es momentan sehr, sehr gut", unterstrich der FCB-Sportdirektor im April.
Dass Freund einen Anteil am guten Management des deutschen Meisters hat, würde er selbst vermutlich nie besonders herausstellen. Vielleicht ist auch das etwas, das aus Leogang geblieben ist: weniger darüber reden, was man geschaffen hat und lieber in Ruhe weiterarbeiten.
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Kompany witzelt über DFB-Team: "Finale gegen Belgien verlieren ..."

Quelle: Perform


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