SV Elversberg geht selbstbewusst ins Duell mit dem FC Bayern: "In der Wüste hat's schon geschneit"
Von Jan Zesewitz
Update 12/09/2026 um 15:49 GMT+2 Uhr
Topspiel in der Bundesliga - der Vierte empfängt den Sechsten. Die SV Elversberg empfängt den FC Bayern München. Moment, was? Nach zwei Spieltagen reist der Rekordmeister beim Aufsteiger an - und muss Boden gutmachen. Denn die Saarländer haben ihre ersten beiden Spiele gewonnen. Der Kontrast zwischen "Dorfklub" und Fußball-Weltmacht ist natürlich riesig. Aber Elversberg hat Selbstvertrauen.
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Quelle: Eurosport
"Die Bayern sind einfach extrem gut", warnte Trainer Vincent Wagner im "Kicker": "Wir haben eine Chance wie ein Schneeball in der Wüste. Das Schöne ist: Auch in der Wüste hat's schon mal geschneit."
Das 13.000-Einwohner-Dorf empfängt den Weltverein, Baustellen-Flair trifft auf gewohnten Luxus: Das moderne Fußballmärchen der "kleinen" SV Elversberg erreicht mit dem Heimspiel gegen die "großen" Bayern seinen vorläufigen Höhepunkt. Das Wunderdorf befindet sich dieser Tage im Ausnahmezustand, das Saarland träumt vor dem Gastspiel des Serienmeisters von einer Sensation.
Trainer Vincent Wagner, rechtzeitig begnadigt, darf das bislang größte Spiel seiner Karriere nun doch da erleben, wo er hingehört: am Seitenrand.
Am Freitag hob das Sportgericht des DFB die Sperre des Trainers doch noch auf. Die Saarländer hatten nach dem umstrittenen Platzverweis am vergangenen Wochenende für ihren Coach gekämpft, noch ein zweites Mal Einspruch gegen die automatische Sperre von einem Spiel eingelegt - mit Erfolg. Schiedsrichter Martin Petersen der Wagner beim Bundesligaspiel am Samstag in Mönchengladbach (4:3) die Gelb-Rote Karte gezeigt hatte, räumte einen Fehler ein.
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Quelle: Perform
Elversberg: Gegen Weltstars auf dem Weg zum Mars
Die Laune im Saarland ist bestens nach dem ungeahnten Traumstart mit sechs Punkten aus zwei Spielen, der aufmüpfige Aufsteiger mischt Deutschlands Fußball-Elite auf.
"Die Erdumlaufbahn haben wir verlassen, sind dabei nicht in die Luft geflogen", sagte der Trainer mit breitem Grinsen bei "DAZN": "Der Weg zum Mars ist aber noch sehr weit." Als Reise zum Mars hatte er die Mission Klassenerhalt zuletzt bezeichnet. Mit den Bayern warte nun nochmal "ein eigener Planet" auf sein Team.
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Am ersten Spieltag schockte Elversberg Europa-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen (3:2), in der Woche danach drehte man gegen Borussia Mönchengladbach einen 1:3-Rückstand noch zu einem 4:3-Erfolg.
Schon spielt sich Joshua Kimmich die Außenseiterrolle zu - mit einem gewissen Augenzwinkern nannte er die Bayern "Underdog". Aber, ergänzte der DFB-Kapitän: Der Aufsteiger sei "ja furios gestartet. Wir sind hinter Elversberg momentan. Sie haben schon sieben Kisten gemacht, mehr als wir."
Elversberg-Verteidiger Rohr: "Acht werden wir nicht schießen"
Stürmerstar Harry Kane freut sich auf die ganz neue Herausforderung: "Mir wurde gesagt, es ist eine kleine Stadt, ein kleines Dorf, sie arbeiten extrem hart, und ich denke, wir erwarten am Sonntag ein schweres Spiel", sagte der Engländer. Für ihn sei es "immer schön, gegen neue Teams zu spielen, in neuen Stadien, mit neuen Atmosphären. Am Sonntag wird es wieder etwas Besonderes." So sieht es auch Dreesen vor der Bayern-Premiere an der Kaiserlinde: "Das wird spannend. Und dieses Stadion ist ja ein permanenter Bau zurzeit."
Ob Kane, Kimmich oder Michael Olise - zurückschrecken vor großen Namen wollen die Saarländer keinesfalls. "Er ist ein Weltspieler", sagte Olises vermeintlicher Gegenspieler Lasse Günther der "Saarbrücker Zeitung": "Sich mal gegen so jemanden messen zu können, ist schon was Besonderes." "Da haust du rein", betonte Kapitän Lukas Pinckert: "Und wenn der verletzt ausgewechselt wird, dann ist es so. Gegenspieler bleibt Gegenspieler."
Die individuellen Fehler vom spektakulären 4:3 bei Borussia Mönchengladbach müsse das Team aber abstellen. "Wahrscheinlich kriegst du gegen Bayern sieben, acht Stück, wenn du solche Schnitzer drin hast", sagte Innenverteidiger Maximilian Rohr. "Und", ergänzte sein Trainer, "ich befürchte, wir werden keine acht gegen sie schießen. Da bin ich mir sogar sehr sicher."
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(mit SID)
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