Karim Adeyemi steht vor einem Wechsel zum FC Barcelona – Marcus Rashford zeigt, warum dieser Plan aufgehen kann
VonNiklas Bien
Update 10/07/2026 um 19:25 GMT+2 Uhr
Karim Adeyemi zum FC Barcelona? Dieses Gerücht verbreitete sich in den vergangenen Tagen rasant – es dürfte Anhänger in Deutschland und Spanien gleichermaßen überrascht haben, schließlich hat der 24-Jährige eine schwierige Saison hinter sich. Bei genauerem Hinsehen ergibt der Transfer aber doch Sinn. Dafür lohnt sich ein Blick auf den notorisch klammen Giganten – und auf Marcus Rashford.
Karim Adeyemi steht vor einem Wechsel zum FC Barcelona
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Karim Adeyemi hatte in diesem Sommer viel Zeit, sich Gedanken über seine Zukunft zu machen. Anders als beispielsweise Vereinskollege Maximilian Beier stand der Offensivspieler nicht im WM-Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft.
Eine echte Debatte über seine Nicht-Nominierung entbrannte nicht – zu oft blieb der elffache A-Nationalspieler unter seinen Möglichkeiten.
Umso überraschender kommt nun die Meldung daher, die in der vergangenen Woche die Runde machte: Adeyemi steht vor einem Transfer zum FC Barcelona, ohne Frage immer noch einer der Giganten des europäischen Vereinsfußballs.
Ein vermeintlich formschwacher Tempospieler und der amtierende spanische Meister. Auf den ersten Blick passt das nicht zusammen – auf den zweiten vielleicht aber doch.
Überzeugende Auftritte in der Königsklasse
Adeyemi hat unbestritten große Qualitäten. Den eindrucksvollsten Beweis dafür stellte der 24-Jährige auf der größtmöglichen Bühne an.
Als der BVB unter Trainer Edin Terzic in der Saison 2023/24 ins Finale der Champions League stürmte, wusste der gebürtige Münchener regelmäßig zu gefallen.

Karim Adeyemi entpuppte sich im Halbfinale der Champions League gegen PSG als Zweikampfmaschine
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Indes weniger mit Scorerpunkten, Adeyemi gelang in der K.o.-Phase keine direkte Torbeteiligung, sondern mit Kampfelementen, die für einen Flügelspieler in der Form unüblich sind.
Adeyemi arbeitete im Höchsttempo mit zurück, eroberte Bälle und brachte so regelmäßig das Westfalenstadion, das solche Aktionen über alle Maßen schätzt, in Wallung. Der 1:0-Erfolg gegen Paris im Mai 2024 steht exemplarisch für dieses Gesicht des Kreativspielers.
Das macht Adeyemi stark
Und auch offensiv setzte er mit seinem Tempo Akzente. Wenn Adeyemi mit oder ohne Ball auf weit über 36 km/h explodierte, entstanden Räume, die damals vor allem Niclas Füllkrug zu nutzen wusste.
Trotz aller Schwankungen: Adeyemi bringt mit Blick auf die Zahlen viel mit, was einen modernen Flügelspieler auszeichnet. Dem 24-Jährigen gelingen auch mit einer abnehmenden Quote mehr als zwei erfolgreiche Dribbling pro Spiel. Fast alle 90 Minuten erobert er einen Ball in der gefährlichen Zone – jeweils Top-Werte für einen Spieler auf seiner Position.
Die Gründe, dass er jetzt quasi aus dem Nichts in den Fokus des großen FC Barcelona geraten ist, sind indes vielschichtiger, als es in einer einfachen statistischen Analyse zu beantworten wäre.
"Der wichtigste Faktor hierbei ist die finanzielle Lage des Vereins", betont Fußball-Experte Jorge Ordás von Eurosport Spanien.
Die komplizierte Lage des FC Barcelona
Tatsächlich hat der FC Barcelona seit Jahren große finanzielle Schwierigkeiten: Die reinen Nettoschulden beliefen sich 2025 auf fast 500 Millionen Euro – ohne die Kosten des Stadionumbaus.
Trotzdem kauft Barça weiterhin hochkarätig ein und kollidierte mehrfach mit dem Financial Fair Play der UEFA. Sogar so sehr, dass neue Spieler teilweise nicht registriert werden durften. Unter anderem der Ex-Leipziger Dani Olmo hing mehrfach wochenlang in der Luft, bekam nach einigem Hin und Her immer wieder vorläufige Registrierungen.
Das hält den FCB um Sportdirektor Deco allerdings nicht davon ab, trotzdem im höchsten Regal zuzugreifen: Für Anthony Gordon überwiesen die Katalanen in der laufenden Transferphase rund 80 Millionen Euro an Newcastle United und auch der Name von Superstar Julián Álvarez geistert weiterhin durch das Camp Nou.
"Wie viel Spielraum bleibt da noch für eine mögliche Verpflichtung von Adeyemi? Meiner persönlichen Meinung nach bestenfalls nicht mehr als 40 Millionen Euro", sagt Ordás über den möglichen finanziellen Rahmen. Laut Transfer-Experte Fabrizio Romano beläuft sich das Gesamtpaket auf rund 30 Millionen Euro.
So könnte der Deal aussehen
Aus genau diesem Grund könnte der Wechsel nicht trotz der schwierigen Saison des Flügelspielers, sondern eben wegen ihr infrage kommen. Adeyemi wäre, so Ordás, für Barça "praktisch unerreichbar gewesen, wenn er eine gute Saison gespielt und an der Weltmeisterschaft teilgenommen hätte."
Finanziell könnte Adeyemi den Sweet Spot zwischen hoher Qualität und einem moderaten Preis treffen – womöglich auch mit einer kreativen Lösung. Am Donnerstag kamen Berichte auf, wonach es auch zu einem Tauschdeal kommen könnte.
Konkret soll es um die Talente Roony Bardghji und Guille Fernandez gehen, die in diesem Modell neben einer Sockelablöse den Weg nach Dortmund finden würden.
Besonders realistisch ist das aus Sicht des spanischen Experten aber nicht, "da es davon abhängen würde, welche Spieler an einem Wechsel nach Dortmund interessiert wären und gleichzeitig für den deutschen Verein von Interesse wären", so Ordás.
Flick schätzt seinen Ex-Spieler
Auch wenn es eher kein Tauschdeal wird, wurde eine grundsätzliche Einigung zwischen den Vereinen offensichtlich erzielt.
Sportlich könnte Adeyemi in das Gerüst von Ex-Bundestrainer Hansi Flick passen, der ihn im September 2021 zum Nationalspieler machte und vor allem das Tempo des Angreifers schätzt.

Hansi Flick setzte als Bundestrainer auf den jungen Karim Adeyemi
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"Adeyemi harmoniert gut mit der Energie von Spielern wie Lamine Yamal oder Gordon, und sein Einfluss könnte interessant sein", sagt Ordás.
Dazu kommt der Abgang von Leihspieler Marcus Rashford, auch Raphinha soll vor einem Abschied stehen.
Rashford als Vorbild für Adeyemi
Vor allem Ersterer könnte mit seiner Geschichte ein Vorbild für Adeyemi sein. Rashford kam im vergangenen Jahr von Manchester United, von seiner Höchstform war der einstige Hoffnungsträger da schon weit entfernt.
In Barcelona, auf dem Papier das sportlich anspruchsvollere Umfeld, war er gesetzt und überzeugte mit 14 Toren und 14 Vorlagen in 49 Pflichtspielen.
Neben den großen Namen und der Topspielerfabrik "La Masia" könnte genau das zum dritten Ansatzpunkt des notorisch klammen FC Barcelona werden.
"Die Verpflichtung von Spitzenspielern, die gerade eine schwierige Phase durchmachen, könnte ein kluger Schachzug sein, um ihnen dabei zu helfen, wieder an die Spitze zu gelangen", bestätigt Ordás.
Rashford hat sich mit seinen Leistungen längst zurück in die englische Nationalmannschaft geschossen, stand in vier von fünf WM-Spielen auf dem Platz.
Eine Win-Win-Win-Situation?
Das Beispiel Rashford zeigt, wie viel Potenzial in dem möglichen Adeyemi-Deal steckt, der auch in Spanien zunächst als "große Überraschung" aufgefasst wurde, wie Ordás erklärt.
Borussia Dortmund erhält ein Jahr vor Vertragsende eine stattliche Ablöse, der FC Barcelona bekommt verhältnismäßig günstig einen Spieler, der seine Qualitäten schon auf höchstem Niveau nachgewiesen hat, und Adeyemi macht einen Karriereschritt, mit dem er vor wenigen Monaten vermutlich selbst noch nicht gerechnet hat.
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Quelle: Perform
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