FC Bayern München: Nathaniel Brown mischt die linke Seite beim Rekordmeister auf - für Alphonso Davies wird es eng
Update 29/07/2026 um 22:06 GMT+2 Uhr
Mit Nathaniel Brown hat der FC Bayern München nicht nur einen der spannendsten deutschen Nationalspieler verpflichtet, sondern auch den Konkurrenzkampf auf der linken Seite neu entfacht. Obwohl Max Eberl einen Davies-Abschied ausschließt, erhöht der 55-Millionen-Euro-Transfer den Druck auf den Kanadier deutlich. Gleichzeitig eröffnet Brown FCB-Coach Vincent Kompany mehr taktische Möglichkeiten.
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Quelle: Perform
Obwohl Alphonso Davies erst vor wenigen Monaten langfristig beim FC Bayern verlängert hat und mit einem Gehalt von bis zu 20 Millionen Euro pro Jahr zu den Spitzenverdienern des Rekordmeisters zählt, investierten die Münchner in diesem Sommer rund 55 Millionen Euro in Nathaniel Brown.
Vorstandschef Jan-Christian Dreesen begründete den Transfer mit der Bayern-Philosophie: "Er unterstreicht unseren Anspruch, junge deutsche Top-Spieler frühzeitig an den FC Bayern zu binden. Das war schon immer Teil unserer DNA und soll auch in Zukunft so bleiben."
Sportlich kommt Brown zweifelsohne zum richtigen Zeitpunkt. Während Davies nach seinem Kreuzbandriss weite Teile der vergangenen Saison verpasste und nach seiner Rückkehr nicht mehr an frühere Weltklasseleistungen anknüpfen konnte, gehörte Brown zu den Lichtblicken der deutschen Nationalmannschaft bei der enttäuschenden Weltmeisterschaft.
Mit vier Toren und sechs Vorlagen in 42 Pflichtspielen für Eintracht Frankfurt empfahl er sich eindrucksvoll für den nächsten Karriereschritt. Der Linksfuß mischt den Münchner Kader gleich in vielerlei Hinsicht auf.
Wie planen die Bayern mit Davies?
Dass Brown automatisch als direkter Davies-Ersatz eingeplant ist, wollte Sportvorstand Max Eberl bei der Vorstellung des Neuzugangs am Mittwoch allerdings nicht bestätigen.
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Alphonso Davies hatte beim FC Bayern eine verkorkste vergangene Saison
Fotocredit: Getty Images
"Es ist ausgeschlossen bei Davies", stellte Eberl klar, als er auf mögliche Abgänge angesprochen wurde. Hiroki Ito könne sowohl innen als auch links spielen, zudem hätten in der vergangenen Saison Josip Stanisic und Konrad Laimer auf der linken Abwehrseite ausgeholfen. "Nene Brown mit der Qualität, da muss Bayern München sich drum bemühen."
Brown bekommt die Nummer elf
Interessant war jedoch Eberls Erklärung, wie Brown künftig eingesetzt werden könnte. Weil sich die Bayern gegen die Verpflichtung eines weiteren Linksaußen entschieden hätten, "weil der Preis zu hoch war", hätten die Transfers von Ismael Saibari und Brown dem Kader zusätzliche Flexibilität gegeben.
Brown dürfte also primär, jedoch nicht ausschließlich, als Linksverteidiger eingeplant sein. Dazu passt auch seine Rückennummer: Der gebürtige Bayer läuft in der kommenden Spielzeit mit der Nummer elf auf.
Der deutsche Nationalspieler bestätigte seine Variabilität selbst. "Ich habe sehr viel im Zentrum gespielt. Ich kann mich da sehr gut anpassen, fühle mich im Zentrum aber sehr, sehr wohl. Aber wie gesagt, ich kann auch außen", sagte Brown und bezog sich dabei auf seine Rolle im Ballbesitzspiel.
Brown selbstbewusst mit "gutem Tempo und Gespür für den Raum"
Genau diese Vielseitigkeit macht ihn für Bayern besonders wertvoll. Mit seiner Dynamik, dem Tempo und seiner Spielintelligenz kann Brown mehrere Rollen auf der linken Seite übernehmen. "Ich habe ein gutes Tempo und ein gutes Gespür für den Raum. Bei Kopfbällen muss ich noch besser werden und in der Rückwärtsbewegung kann man auch immer dazulernen", beschrieb er seine Stärken und Entwicklungspotenziale.
Trotz aller Flexibilität dürfte Browns Verpflichtung vor allem eines bewirken: den Konkurrenzdruck auf Davies deutlich erhöhen.
Der Kapitän der kanadischen Nationalmannschaft galt jahrelang als unangefochtener Stammspieler auf der linken Seite und entwickelte sich zeitweise zu einem der besten Linksverteidiger der Welt. Sein Marktwert erreichte laut "transfermarkt.de" im Sommer 2020 einen Höhepunkt von 80 Millionen Euro, inzwischen wird er auf 40 Millionen Euro taxiert.
Das Brown-Profil passt perfekt zum FC Bayern
Brown hingegen kommt als formstarker, topfitter deutscher Nationalspieler mit großem Entwicklungspotenzial nach München. Sollte er seine Leistungen aus Frankfurt bestätigen, könnte er sich schnell ernsthafte Chancen auf einen Stammplatz erarbeiten.
Hinzu kommt Eberls durchaus interessanter Nachsatz: "Wenn es auf der linken Seite einen Interessenten gibt für einen Spieler von uns, dann wird man sich damit beschäftigen."
Da der Sportvorstand einen Davies-Abschied aktuell ausschloss, dürfte sich diese Aussage vor allem auf Hiroki Ito beziehen - sie zeigt aber auch, dass die linke Seite beim FC Bayern trotz Browns Verpflichtung personell noch nicht endgültig festgezurrt ist.
Die spannende Frage wird nun sein, wie Trainer Vincent Kompany das neue Überangebot auf der linken Abwehrseite moderiert. Sicher scheint nur: Davies wird sich seinen Stammplatz in dieser Saison mehr denn je verdienen müssen.
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