FC Bayern München: Max Eberl und der Sommer der Wahrheit - diese Baustellen hat der FCB-Sportvorstand noch vor sich
Update 07/07/2026 um 15:47 GMT+2 Uhr
Max Eberl hat mit den Verpflichtungen von Ismael Saibari und Nathaniel Brown sowie dem Abgang von Daniel Peretz und bevorstehenden Verkauf von Alexander Nübel wichtige Weichen für den FC Bayern gestellt. Trotz der positiven Entwicklung ist seine Zukunft aber noch offen. Warum die entscheidenden Wochen für den Sportvorstand erst jetzt beginnen – und welche Baustellen er noch lösen muss.
Eberl: Kader wird sich "noch weiterentwickeln“
Quelle: Perform
Noch vor wenigen Wochen schien Max Eberl beim FC Bayern unter besonderer Beobachtung zu stehen. Ehrenpräsident Uli Hoeneß stärkte dem Sportvorstand zwar öffentlich den Rücken, machte aber zugleich deutlich, dass dessen Zukunft keineswegs entschieden sei.
Im "Spiegel-Spitzengespräch" sprach Hoeneß von einer Tendenz von "60 zu 40 für eine Verlängerung", schob jedoch hinterher: "Da sind noch Zweifel."
Knapp einen Monat später hat sich die Ausgangslage verändert. Nicht, weil Eberl bereits den perfekten Transfersommer hingelegt hätte. Sondern weil er die Voraussetzungen geschaffen hat, dass genau dieser daraus werden könnte.
Die bisherigen Schritte können sich jedenfalls sehen lassen.
Saibari und Brown: Beginn eines perfekten Sommers?
Mit Ismael Saibari hat der FC Bayern einen der großen Shootingstars der WM verpflichtet. Der marokkanische Nationalspieler überzeugte auf der Weltbühne als Leistungsträger und wechselt für rund 52 Millionen Euro nach München.
Kurz darauf folgte mit Nathaniel Brown für rund 50 Millionen Euro der nächste Spieler, der sich bei der Weltmeisterschaft ins Rampenlicht spielte und als eines der spannendsten deutschen Talente gilt.
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Nathaniel Brown soll beim FC Bayern umgehend eine ernsthafte Rolle spielen
Fotocredit: Getty Images
Auch auf der Einnahmenseite macht Eberl mit den Bayern Fortschritte. Daniel Peretz wurde für rund acht Millionen Euro an den FC Southampton verkauft – ein ordentliches Geschäft für einen Torwart ohne echte Perspektive auf regelmäßige Einsatzzeiten in München.
Noch wichtiger könnte allerdings Alexander Nübel werden. Laut "Sky" steht der 29-Jährige unmittelbar vor einem Wechsel zu Besiktas. Rund 6,5 Millionen Euro Ablöse sowie weitere fünf Millionen Euro an möglichen Bonuszahlungen sollen im Raum stehen.
Für Bayern wäre das gleich doppelt wertvoll: Neben den Transfereinnahmen würde auch dessen üppiges Gehalt von rund elf Millionen Euro jährlich von der Gehaltsliste verschwinden.
Palhinha, Boey, Zaragoza: Eberls lange Verkaufsliste
Der Kader wirkt in der Defensive wie Offensive zudem deutlich ausgeglichener. Es wäre also leicht, zu dem Schluss zu kommen, dass Eberl seine wichtigste Bewährungsprobe bereits bestanden hat. Ganz so einfach ist es allerdings nicht.
Denn nach den bisherigen Investitionen wartet auf Bayerns Sportvorstand nun der schwierigere Teil des Transfersommers. Die Münchner haben viel Geld ausgegeben. Entsprechend wichtig werden nun Verkäufe.
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Max Eberl hat in diesem Sommer noch viel Arbeit vor sich
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Allen voran João Palhinha. Der Portugiese kehrt nach seiner Leihe von Tottenham zwar zunächst zurück nach München, eine sportliche Zukunft beim Rekordmeister scheint er aber kaum noch zu besitzen.
Umso schmerzhafter, dass ein möglicher Wechsel zu Sporting Lissabon laut der portugiesischen Sportzeitung "A Bola" geplatzt sein soll. Demnach wollte Bayern bei der Ablöseforderung von rund 25 Millionen Euro nicht nachgeben – eine Summe, die Sporting nicht zahlen konnte oder wollte.
Für Eberl und die Bayern wäre ein Verkauf enorm wichtig. Nicht nur wegen der Einnahmen, sondern auch wegen des Gehalts. Rund acht Millionen Euro jährlich soll Palhinha verdienen. Ähnliches gilt für die Leih-Rückkehrer Bryan Zaragoza und Sacha Boey.
Findet Bayern einen Goretzka-Ersatz?
Ein weiterer Punkt betrifft das zentrale Mittelfeld. Mit Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic verfügt Bayern zwar über ein starkes Stammduo.
Dahinter wird die Personaldecke jedoch dünner. Raphael Guerreiro und Leon Goretzka haben den Verein ablösefrei verlassen, Tom Bischof gilt derzeit als erste Alternative. Dazu könnte Konrad Laimer wieder mehr Einsätze im Mittelfeld bekommen.
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Die beiden Leistungsträger des FC Bayern: Michael Olise und Harry Kane
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Noel Aséko (20) wurde zwar per Rückkaufklausel von Hannover 96 zurückbeordert, könnte aber auch noch verkauft werden. Spätestens dann hätten die Bayern noch Nachfüllbedarf im Mittelfeldzentrum.
Kane und Olise könnten Eberls wichtigste Deals werden
Fast noch wichtiger als weitere Neuzugänge sind allerdings zwei Personalien, die den aktuellen Kader betreffen.
Harry Kane besitzt zwar noch einen Vertrag bis 2027. Dennoch wird Bayern alles daran setzen, den 32 Jahre alten englischen Torjäger langfristig an den Verein zu binden.
Gleiches gilt für Michael Olise (Vertrag bis 2029), der mit Real Madrid in Verbindung gebracht wird. Der Franzose hat sich bei den Münchnern zu einem der wichtigsten Spieler entwickelt. Beide Vertragsverlängerungen sind für Eberl essenziell.
"Beim FC Bayern musst du mit allem rechnen"
Dass selbst erfolgreiche Transferperioden beim FC Bayern keine Arbeitsplatzgarantie bedeuten, weiß Hasan Salihamidzic nur zu gut.
Der frühere Sportvorstand wurde vor drei Jahren trotz Meisterschaft entlassen. Rückblickend sagte er bei "Sport1": "Ich musste das auch durchmachen. Beim FC Bayern musst du mit allem rechnen, besonders wenn Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Herbert Hainer da sind. Es gibt immer ein Interview, das du nicht erwartest."
Auch Eberl kennt diese Mechanismen. Öffentlich reagierte er auf die Aussagen von Hoeneß gewohnt ruhig. Er sei bereit, seine Arbeit fortzusetzen - "wenn man das möchte".
Tatsächlich kann über eine Vertragsverlängerung offiziell ohnehin erst seit Juli gesprochen werden. Vorstandsverträge werden beim FC Bayern traditionell frühestens ein Jahr vor Ablauf verlängert. Für Eberl ist es daher der Sommer der Wahrheit.
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