Xabi Alonso: Selbst im Feindesland lässig

Der Stratege feiert im Spiel gegen Manchester City seinen 33. Geburtstag. Mit dem FC Bayern trifft er dabei auch auf seinen personifizierten Alptraum.

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Aus Manchester berichtet Daniel Rathjen (Twitter: @DanielRathjen)
Trips nach Manchester sind für einen wie ihn grundsätzlich gefährlich.
Von 2004 bis 2009 spielte Xabi Alonso für den dort verhassten FC Liverpool. Zwischen den beiden Städten im Nordwesten Englands, die nur 67 Kilometer trennt, besteht eine der ältesten Rivalitäten.
Mittlerweile läuft Alonso bekanntlich für den FC Bayern auf. Und vor dem Spiel bei ManCity (20:45 Uhr im Liveticker bei eurosport.yahoo.de) am fünften Spieltag der Champions League zeigten sich - zumindest die Journalisten bei der Pressekonferenz am Dienstag - von ihrer gastfreundlichen Seite.
"Mehr Kopf als Beine"
Der Mittelfeldregisseur erschien in Anzug als Respektsperson und Gentleman auf dem Podium - der neben ihm in Trainingsanzug sitzende elf Jahre jüngere Mario Götze verblasste in der Aura des Spaniers, der am heutigen Dienstag seinen 33. Geburtstag feiert.
Trotz seines fortgeschrittenen Alters ist Xabi Alonso in der aktuellen Phase der Saison unverzichtbar für die Münchner, denen zuvor aufgrund der vielen Verletzungen genau solch ein Stratege fehlte. Mit seinen überlegt-präzisen Pässen lenkt er das Spiel und bestimmt das Tempo. "Wenn er auf der linken Seite spielen müsste, würde er vielleicht zehn Minuten durchhalten", witzelte Trainer Pep Guardiola charmant über ihn, um dann ernst anzufügen: "Er setzt mehr den Kopf als die Beine ein."
Wiedersehen mit Lampard möglich
Das "Gehirn" des FC Bayern auf dem Rasen nimmt seinen erfolgreichen Karriere-Herbst dankbar an. "Natürlich ist es anders als vor zehn Jahren. Ich habe mehr Erfahrung und will nun jedes Spiel genießen." Die Premier League verfolge er dabei noch immer regelmäßig aus der Ferne und blickt mit Freude auf seine Liverpool-Jahre zurück, in denen er 2005 unter anderem sensationell die Champions League gewann.
Xabi Alonso wirkt auf den Betrachter cool, lässig, immer Herr der Lage. Selbst als ihn ein Reporter nach Frank Lampard fragt, auf den er treffen könnte, bleibt er beherrscht. Die beiden Superstars haben eine unschöne Vergangenheit. Gleich zwei Mal (2005 und 2009) foulte der damalige Chelsea-Akteur Lampard seinen Liverpooler Kontrahenten Alonso übel. Beim ersten Mal brach er ihm dabei sogar den Fuß.
"Es ist in erster Linie ungewohnt, dass er nicht mehr bei Chelsea spielt", blickt Alonso heute lapidar zurück. "Nachhaltig bleibt kein großes Problem zwischen uns, wir haben schließlich danach auch schon oft gegeneinander gespielt und haben eine gute Beziehung, ich wünsche ihm viel Glück", ergänzte er.
Top-Adresse in Europa - auf dem Papier
Die aktuelle Form der "Citizens" konnte er indes nicht so gut einschätzen. "City ist in einer schwierigen Lage. Sie sind zwei Mal Meister geworden, aber in der Champions League müssen sie ihre Klasse noch beweisen. Eines steht aber fest: Vom Papier her haben sie großartige Spieler und gehören zu den besten Mannschaften Europas."
Das Team von Trainer Manuel Pellegrini ist mit nur zwei mickrigen Zählern bislang zum Siegen verdammt. Bei einer Niederlage und einem gleichzeitigen Erfolg von Rom gegen ZSKA Moskau wäre sogar das Trostpflaster Europa League gefährdet. Der FC Bayern ist als Gruppenerster bereits für das Achtelfinale qualifiziert.
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