Bayerns "GOALBUSTERS" gegen Barca

Es gab in der Vergangenheit viele Gründe, warum man dem FC Barcelona auf europäischer Bühne besser aus dem Weg gegangen ist.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Da gab es einen Trainer Pep Guardiola mit eingebauter Titelgarantie. Es gab das entnervende "Tiki-taka"-Ballgeschiebe, das den Gegner zuerst narkotisierte, um ihn dann scheibchenweise zu filetieren.
Es gab die genialen Strategen und Spielgestalter Iniesta und Xavi, die unscheinbare Weltklasse eines Sergi Busquets sowie die torverhindernde Kompromisslosigkeit von Carles Puyol und Gerard Pique. Doch über allem thronte die atemberaubende Einzigartigkeit eines Lionel Messi.
Es war Messi, immer wieder Messi, der den FC Barcelona mit seiner unverhinderbaren Genialität selbst dann noch zu Siegen führte, wenn Barcas Tagesform eigentlich die Niederlage verdient gehabt hätte. Ein Weltklassekollektiv wie der FC Barcelona war von der individuellen Weltklasse eines Lionel Messi abhängig. In Spanien etablierte sich der Begriff "Messidependencia".
Diese Abhängigkeit machte Barca berechenbar und somit angreifbarer. Doch das ist jetzt vorbei.
Messis Torquote ist zwar weiterhin so fantastisch, dass der menschliche Verstand sich sträubt, die Unverfälschbarkeit der Arithmetik zu akzeptieren: 405 Tore in 475 Pflichtspielen für Barca. Dazu 108 Torvorlagen. Das ist nichts anderes als bewundernswerter Wahnsinn!
Doch der Argentinier ist in diesem neuen FC Barcelona nur noch mit seinem unerreichbaren Können Solist. Mit seiner Effektivität ist er Teil eines furchteinflößenden Trios. Neymar erzielte für die Katalanen 48 Tore in 85 Pflichtspielen und gab dabei 25 Torvorlagen. Und Luis Suarez bringt es auf 24 Tore und 20 Vorlagen in 38 Einsätzen.
Messi befindet sich in einer atemberaubenden Form. Doch die Durchschlagskraft verteilt sich nun auf mehrere Schultern. Ein bärenstarkes Barca ist nicht mehr nur Messi allein, Messi ist ein bärenstarker Teil von Barcas spektakulärer "MSN"-Offensive.
159 Tore erzielte der FC Barcelona in dieser Saison in Meisterschaft, Pokal und Champions League. Allein 108 Tore und somit 68 Prozent der Gesamtquote gehen auf das Konto von "MSN".
Es liegt an der sagenhaften Weltklasse eines Lionel Messi, dass sich der FC Barcelona wohl niemals völlig aus seiner "Messidependencia" befreien wird. Doch obwohl der 27-Jährige beinahe die Hälfte dieser 108 Tore verantwortet (51), verfügen auch Neymar (33) und Suarez (24) über eine eigenbaute Torgarantie.
Und genau dieser Umstand macht "MSN" zur besten Offensivreihe der Welt. Eine völlig unberechenbare Gefahr, die keine Abwehrreihe der Welt über die gesamte Spieldauer kontrollieren kann.
Und doch ist es genau diese defensive Herausforderung, die ein extrem dezimierter FC Bayern München als Kollektiv offensiv bewältigen muss, ohne sich von furchteinflößenden Fakten einschüchtern zu lassen.
Bayerns "Goalbusters" gegen Barcas Goalgetter. Der Tür-Code zum Endspiel in Berlin lautet "MSN = 0". Eine echte Herkulesaufgabe. Fast unmöglich und dennoch machbar.
Irgendwie. Mit ganz viel Können und einer Riesenmenge Glück.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung