Schießt Atlético Klopp den Weg frei?

So ein Auswärtstörchen hätte die angespannten Nerven bei Real Madrid dieser Tage zweifelsohne ein wenig beruhigt. Doch das Hinspiel gegen den Stadtrivalen Atlético im Estadio Vicente Calderón war eben nun mal torlos abgepfiffen worden.

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Und natürlich wird man bei den Königlichen nicht müde, immer wieder auf die Qualität von Atléticos Niederlage am 24. Mai 2014 hinzuweisen.
Der Tag, an dem Real Madrid den "Colchoneros" im Estádio da Luz zu Lissabon den Champions-League-Titel vor der Nase wegschnappte und sich "La Décima" sicherte – den historischen zehnten Titel in diesem Wettbewerb der Meister.
Ancelottis Stuhl wackelt bedenklich
Doch das Finale von 2014 ist Vergangenheit. In der aktuellen Gegenwart droht die Quantität Reals Schicksal zu bestimmen. Vor allem das von Coach Carlo Ancelotti, der bei Real bereits als angezählt gilt.
Das anstehende Duell im Viertelfinalrückspiel (ab 20:30 Uhr im Liveticker) ist das sage und schreibe achte Madrider Derby in der laufenden Saison. Mindestens so bemerkenswert: Atléti ist dabei noch ungeschlagen. Mehr noch! Atlético ging neben vier Punkteteilungen drei Mal als Sieger vom Platz. Und das bei einem Torverhältnis von 12:4!
Wäre Real Madrid nicht Real Madrid, man würde sich glatt gezwungen fühlen, die Frage nach der Favoritenrolle neu zu beantworten. Denn die Königlichen müssen etwas schaffen, was ihnen in den letzten sieben Duelle gegen Atlético nicht gelungen ist: Gewinnen!
Real ist stark geschwächt
Dieses Unterfangen wird nun zusätzlich erschwert. Mit den verletzten Gareth Bale und Karim Benzema büßen Ancelottis Madrilenen an offensiver Durchschlagskraft ein. Und als ob das nicht besorgniserregend genug wäre, liegt mit Luca Modric auch noch Toni Kroos‘ kongenialer Taktgeber im Lazarett. Da passt es doch ins Bild, dass in der Defensive mit Marcelo ein weiterer Leistungsträger gelbgesperrt aussetzen muss.
Ancelotti aber betrauert "insbesondere den Verlust von Bale" und rauft sich angestrengt die Haare, während er gegen den Angstgegner vor der eigenen Haustür "Lösungen" für diese enorme Problemstellung sucht.
Er wird sie in Toni Kroos, James Rodriguez und natürlich Cristiano Ronaldo finden müssen. Und wahrscheinlich hofft der 55-jährige Italiener, dass ihn Sami Khedira positiv überrascht und Sergio Ramos bei Standards seine Kopfballstärke ausspielen wird.
Nur ein einziges Gegentor
Denn Reals geschwächte Offensive trifft gegen Atlético auch noch auf die stärkste Defensive der Champions League. In den letzten acht Partien der Königsklasse kassierte Atléti nur ein einziges Gegentor: Im Achtelfinale gegen Leverkusen.
Zwar findet das Wiedersehen der beiden Stadrivalen in Reals Wohnzimmer Estadio Santiago Bernabéu statt, aber Atlético wird sich davon nicht einschüchtern lassen. Zu groß ist die Sehnsucht nach einer Revanche, zu groß die Angriffslust eines von Diego Simeone leidenschaftlich aufgepeitschten Teams.
Atléticos Coach kann aus dem Vollen schöpfen. Neben der bärenstarken Defensive schickt Simeone eine starke Doppelspitze aus Mario Mandzukic und Antoine Griezmann in den Ring. Und im Ärmel hält er Fernando Torres als Joker zurück.
Ancelottis Ende könnte Klopps Anfang bedeuten
Favorit ist Real in Madrid vor diesem Duell nur vom Namen her. Darüber hinaus begegnen sich beiden Teams mindestens auf Augenhöhe. Für Ancelotti wäre es fatal, wenn sich das Kräfteverhältnis in Madrid nach diesem Mittwochabend zu seinen Ungunsten verschieben würde.
"Das wäre das Ende von Carlo Ancelotti", meint Jorge Ordas. Und der Redakteur von Eurosport Spanien reißt an, was momentan viele in Madrid denken und diskutieren.
Wenn Atlético die Königlichen von Real im Viertelfinale aus der Champions League wirft, so Ordas, dann wäre nach der Saison der Weg frei für einen spektakulären Transfer: "Denn Jürgen Klopp bei den Königlichen - diese Überlegung ist in Madrid absolut Real...".
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