Taktikcheck: Mit Flexibilität zum Sieg

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Vor dem Achtelfinalrückspiel gegen Schachtjor Donezk steht Taktiktüftler Pep Guardiola vor einem kleinen Dilemma: Das 0:0 aus dem Hinspiel erfordert einerseits eine stabile Defensive, um kein Auswärtstor zu kassieren, andererseits muss der FC Bayern zwingend ein Tor erzielen, um weiterzukommen. eurosport.yahoo.de analysiert die Optionen.

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Fotocredit: Eurosport

Die Reise zum Hinspiel in die Ukraine hätte sich Manuel Neuer sparen können. Der FC Bayern war bei Schachtjor mit der obersten Prämisse ins Spiel gegangen, die gefährlichen Konter der dynamischen Ukrainer zu unterbinden - und das gelang.
Obwohl Xabi Alonso vom Platz geflogen war erstickte das mutige bayerische Gegenpressing sämtliche Konter im Keim. Donezk hatte am Ende nicht eine einzige Torchance kreiert - doch auch Bayern tat sich schwer.
Zwischen Konterabsicherung und Offensivpower
Erst durch die vorsichtige Ausrichtung, später durch die Unterzahl bedingt, rückten zu wenige Spieler der Münchener ins Angriffsdrittel. So konnte man den Ball im Mittelfeld zwar geduldig zirkulieren lassen, zwingende Torchancen sprangen dabei jedoch kaum heraus. Im Rückspiel (heute ab 20:45 Uhr im Liveticker) soll und muss sich dies nun ändern.
Die Möglichkeiten sind angesichts des Bayern-Kaders nahezu unbegrenzt. Doch welche Formation gewährleistet hohe Flexibilität und Durchschlagskraft bei gleichzeitiger defensiver Stabilität?
Die Redaktion von eurosport.yahoo.de hat einige Varianten analysiert:
4-3-3: Angriff als beste Verteidigung
Möglicherweise bietet Pep Guardiola seine offensivste Elf auf. Diese würde im 4-3-3 agieren, bei dem Bastian Schweinsteiger hinter den offensiven Mittelfeldspielern Mario Götze und Thomas Müller den alleinigen Sechser gibt.
Unterstützt werden könnte der Routinier vom "falschen Außenverteidiger" , der bei Ballbesitz weit in die Mitte rückt. Auf der anderen Seite könnte Juan Bernat mit seinen langen Sprints Franck Ribéry zuarbeiten - und ihn aus einer möglichen Doppelung durch den Gegner befreien.
In dieser sehr offensiven Ausrichtung dürften David Alaba und Jérôme Boateng die Innenverteidigung bilden, um mit ihrer Schnelligkeit auch große Räume zulaufen zu können.
Flexibilität im 4-2-3-1
Wollen die Münchener das Rückspiel nicht schon in der Anfangsphase entscheiden, sondern sich erst einmal auf Stabilität fokussieren, wäre auch eine Umstellung auf 4-2-3-1 denkbar. In diesem könnte Sebastian Rode als Dauerläufer neben dem aus der Tiefe organisierenden Schweinsteiger agieren, Alaba würde als Linksverteidiger das bewährte Duo mit Ribéry bilden.
Da Guardiola aber vor allem Flexibilität wichtig ist, könnte das 4-2-3-1 auch anders besetzt werden - mit Alaba in einer Schlüsselrolle. So könnte der Österreicher je nach Spielsituation auf unterschiedlichen Positionen agieren. Steht Donezk tief, kann er von der Sechserposition aus diagonale Läufe auf den Flügel starten oder mit in die Spitze gehen.
Wenn die Ukrainer jedoch Phasen ihres hohen Pressings einstreuen, könnte der vielseitige Alaba zurück in die Abwehr rücken und mit den Innenverteidigern Badstuber und Boateng eine sehr spielstarke Dreierkette bilden. Mit den aufrückenden Außenverteidigern würde sich das 4-2-3-1 also blitzschnell in ein 3-3-3-1 umwandeln lassen - diese Flexibilität könnte gegen die häufig mit klarer Zuordnung spielenden Ukrainer besonders wichtig werden.
3-4-3: Kapitän als Überraschungsgast
Eine ähnlich flexible Variante wäre auch das 3-4-3. Da Guardiola allerdings ungern mit drei gelernten Innenverteidigern agiert - am Wochenende beendete er ein solches Experiment in Hannover schon im ersten Durchgang - benötigt er in diesem Fall Alaba in der Abwehrkette.
Damit fehlt Schweinsteiger in diesem System ein Partner auf der Doppelsechs - Rode verspricht zu wenig Offensivstärke und die Spanier Thiago, Martinez und Alonso fehlen. Möglicherweise überrascht Guardiola jedoch mit Philipp Lahm. Der Kapitän ist wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen und scheint einsatzbereit zu sein.
Der vielseitige und spielintelligente Lahm wäre halbrechts das ideale Verbindungsglied zwischen Angriff und Abwehr. Auch hier könnten die Münchner wieder für viel Verwirrung beim Gegner sorgen: Lassen sich die Flügelspieler etwas fallen während Alaba aufrückt, wäre ein 4-3-3 mit Lahm und Alaba neben Schweinsteiger im Handumdrehen hergestellt.
"Systeme sind Telefonnummern"
4-3-3, 4-2-3-1, 3-4-3 oder 3-3-3-1: In dem Buch "Herr Guardiola" von eurosport.yahoo.de-Experte Martí Perarnau heißt es, Spielsysteme seien für Guardiola "nur Telefonnummern". Vielmehr komme es auf die Laufwege der Spieler im Einzelnen sowie der Ausführung der gruppentaktischen Elemente an. Diese müssen so aussehen, dass die gegnerischen Konter um jeden Preis unterbunden werden und gleichzeitig genug Druck auf das gegnerische Tor entsteht.
Ein frühes Tor - unabhängig auf welcher Seite - dürfte die Partie Rasenschach so richtig in Fahrt bringen. Man darf also gespannt sein, wie sich der erfahrene Schachtjor-Trainer Mircea Lucescu gegen den katalanischen Großmeister Guardiola schlägt. Fest steht: Ein Remis wird es nicht geben.
Nun sind Sie gefragt: Spiel Sie mit beim imaginären Rasenschach und erstellen Sie mit unserem Best11-Tool Ihre persönliche Wunschformation des FC Bayern. Das Ergebnis können Sie über die sozialen Netzwerke mit Ihren Freunden teilen!
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