100 Millionen Euro Ablöse: Reißt Robert Lewandowski die Schallmauer ein?

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Robert Lewandowski ist genervt. Der Bayern-Star muss Fragen nach seiner Zukunft beantworten, die für ihn gar kein Thema sind. Spannend ist die Sache trotzdem, denn Lewandowski wäre ein aussichtsreicher Kandidat für einen neuen Wahnsinns-Rekord.

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Es ist nicht sein Spiel, aber Robert Lewandowski besetzt trotzdem die Hauptrolle. Unfreiwillig, glaubt man seinen Aussagen.
Der Bayern-Stürmer plant nicht, vorzeitig aus seinem bis 2019 laufenden Vertrag auszusteigen, um in Spanien oder England anzuheuern. "Ich habe keinen Bock auf die Spekulationen", stellte der 27-Jährige klar.

Ein Spielchen mit Folgen...

Nichtsdestotrotz wird in den Medien - ob in Spanien, England oder Deutschland - munter spekuliert. Derzeit liegt ein Wechsel zu Real Madrid hoch im Kurs, auch wenn Lewandowski abwinkt und betont, es gebe "keinen Kontakt zu Real".
Wie passt all' das zusammen?
Es liegt an dem Spielchen, das Lewandowski nicht mag und das sein Berater Cezary Kucharski betreibt. Der nämlich ließ sich am vergangenen Wochenende in Madrid im Estadio Santiago Bernabéu sehen und verfolgte den 4:1-Sieg von Real gegen den FC Getafe. Wohlwissend, dass so ein Auftritt erstens nicht unentdeckt bleibt und zweitens die Spekulationen anheizt.

Ein gefundenes Fressen für die Presse

Was macht Kucharski in Madrid? Will er seinen Star-Klienten bei Real unterbringen? Gibt es etwa schon Verhandlungen? Die Presse würde genau diese Themen aufgreifen, dazu brauchte Kucharski kein Prophet sein.
Unvergessen das Transfer-Theater, das er und Maik Barthel, Lewandowskis zweitem Berater, 2013 in Dortmund inszenierten. Monatelang rauschte es im Blätterwald, ein Gerücht jagte das nächste. Bayern, Manchester City, Chelsea, Real oder Barca - alle waren gerüchteweise mal kurz davor, den polnischen Nationalspieler zu verpflichten. Am Ende blieb er ein weiteres Jahr beim BVB, bevor er im Sommer 2014 in München landete.
Lewandowski wechselte ablösefrei, umso spannender ist daher die Frage: Würde er bei einem Transfer nach Spanien oder England zum ersten Spieler der Fußballgeschichte avancieren, der die 100-Millionen-Euro-Marke bei der Ablösesumme knackt? Es gibt ein gutes Argument dafür und eines dagegen.
Die finanzielle Entwicklung in den Topligen, vor allem der 7-Millarden-TV-Deal der englischen Premier League sorgte für Schlagzeilen, dürfte einen solchen Mega-Transfer für die großen Klubs aus London und Manchester zulassen. An Lewandowskis sportlicher Extraklasse gibt es ohnehin nicht den geringsten Zweifel - die fünf Tore in neun Minuten im Bundesliga-Spiel gegen Wolfsburg hätte es dafür gar nicht bedurft.

Ronaldo in einer anderen Liga

Sportlich gesehen also denkbar, dass der Pole zum ersten 100-Millionen-Euro-Mann wird. Allerdings: Vor allem ein Klub wie Real Madrid kauft Stars auch unter dem Aspekt der Vermarktbarkeit. So gaben die "Königlichen" 94 bzw. 91 Millionen Euro für ihre Superstars Cristiano Ronaldo und Gareth Bale aus. Lewandowski ist außerhalb des Platzes zurückhaltend, einen Starkult um seine Person betreibt er nicht.
Ronaldo vereinigt auf seiner Facebook-Seite mehr als 108 Millionen Fans, Bale liegt bei 24,5 - Lewandowski steht bei 7,6. Was das für weltweite Marketing-Kampagnen bedeutet, liegt auf der Hand. Andere Real-Stars wie Karim Benzema (20,8) oder James Rodríguez (28,5) liegen ebenfalls weit über dem Lewa-Level.
Ob es letztlich zum 100-Millionen-Deal kommt oder nicht, ob es gelingt, den Bayern-Star zum Weltstar aufzubauen oder nicht – es bleibt ein heißes Thema für Berater, Klubs und Fans. Nur Lewandowski hat wenig Freude an der Debatte, es ist einfach nicht sein Spiel...
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