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Champions League: Das Warten auf die Paul-Pogba-Explosion
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Publiziert 15/03/2016 um 18:14 GMT+1 Uhr
Paul Pogba von Juventus Turin ist eines der größten Mittelfeldtalente im Weltfußball. In großen Spielen lief er seinen Ansprüchen aber zu häufig nur hinterher. Wenn es am Mittwoch gegen den FC Bayern München im Champions-League-Achtelfinale zur Sache geht, hat der Franzose wieder einmal die Chance, seine Kritiker zum Schweigen zu bringen. Auch mit Blick auf einen möglichen Wechsel im Sommer.
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Frisur und Look lassen etwas anderes vermuten, aber Paul Pogba äußert sich nur selten in der Öffentlichkeit.
Am Dienstag war es wieder einmal so weit, anlässlich seines 23. Geburtstages erschien auf der FIFA-Seite ein Interview mit dem Juventus-Mittelfeldspieler. Pogba riss dabei verschiedene Themen an, seine zentrale Aussage aber war:
Sein Traum sei es, eine große Karriere zu machen, „und wenn ich das schaffen will, muss ich mich schnell anpassen", erklärte er. Pogba ist in den letzten Jahren zu einem der weltweit begehrtesten Fußballprofis gereift, seine technischen und athletischen Voraussetzungen sind für einen zentralen Mittelfeldspieler einzigartig. Doch Pogbas Entwicklung stagnierte zuletzt - auf sehr hohem Niveau wohlgemerkt.
In der Champions League ist er in dieser Saison noch ohne Treffer, überhaupt hat er in den letzten drei Königsklasse-Spielzeiten nur einmal getroffen. Zu wenig, findet Pietro Anastasi, Europameister 1968 und Juve-Kapitän in den 70er-Jahren: Pogba schleiche nur über das Feld, "wenn er den nächsten Karriere-Schritt machen will, muss er sich ranhalten".
Problem: "Zu viel Qualität"
Auch Juve-Coach Massimiliano Allegri hatte Pogba vor kurzem öffentlich kritisiert. Pogba müsse "einen Schritt nach vorne machen", sagte Allegri.
Manchmal, so sein Trainer, betrachte Pogba sich fußballerisch zu sehr im Spiegel: "Er muss auf dem Feld mehr an das Wesentliche denken." Patrice Evra hat eine spezielle Erklärung für die Auftritte seines Landsmanns.
Pogbas Problem sei, "dass er zu viel Qualität hat". Wenn er einen Fehler mache, sei er frustriert, "da alle denken, ein Spieler seiner Klasse dürfe solche Fehler nicht machen", sagte Evra der "Gazzetta dello Sport". Laut Evra soll Pogba "ruhig bleiben, weiterarbeiten und auf Allegri hören". Im Hinspiel gegen die Bayern, so Evra, habe Pogba den Ball in den schwierigen Momenten gefordert, "er ist einer, der sich nicht versteckt".
Bester Pogba dringend benötigt
Allegri kitzelt Pogba immer wieder mal, er weiß, dass der 1,91 Meter große Modellathlet noch mehr aus seinen Möglichkeiten herausholen kann und seine Qualitäten nicht nur phasenweise zeigen kann und auch muss. Etwa in München. Juve braucht im Achtelfinal-Rückpiel gegen die Bayern (Mittwoch ab 20:45 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) den besten Pogba - umso mehr, da mit Paulo Dybala Juves zweiter herausragender Kreativakteur und Spieler für spezielle Momente verletzungsbedingt fehlen wird.
Egal wie die Partie ausgeht: Der Hype um Pogba wird auch in den kommenden Monaten weitergehen - nicht nur wegen der Europameisterschaft in Pogbas Heimatland.
Die europäischen Schwergewichte Barca, Real, PSG und Chelsea, wo in der kommenden Saison aller Voraussicht nach Antonio Conte, der Pogba früh eine wichtige Rolle bei Juve gab, auf der Trainerbank sitzen wird, sind zum Entzücken seines Beraters Mino Raiola weiter an ihm dran. Gut möglich, dass Raiola, der Pogba bereits als "Mona Lisa" des Weltfußballs bezeichnet hat, im Falle eines Juve-Ausscheidens in München wieder die Werbetrommel für ihn rührt.
Was passiert im Sommer?
Juve kennt diese Spielchen und kann die kommenden Monate relativ entspannt angehen. Der Verein verwies mehrfach darauf, Pogba weder abgeben zu wollen, noch zu müssen. Der Franzose müsste also schon selbst an den Klub herantreten und seinen Abschied einfordern. Sollte das eintreten, wissen die Turiner Verantwortlichen, dass er ihnen einen Riesenbatzen Geld in die Kasse spülen würde. Geschäftsführer Giuseppe Marotta hat nicht umsonst schon einmal die Zahl 100 Millionen Euro in der Öffentlichkeit verlauten lassen.
Das alles rückt jetzt aber in den Hintergrund, was zählt ist: Mittwochabend, 20:45 Uhr, Allianz Arena. Es gibt für Pogba keinen besseren Zeitpunkt und Ort, seine "Verantwortung übernehmen"-Aussage einzulösen.
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