FC Bayern - Atletico: Vier Gründe, die im Champions-League-Halbfinal-Rückspiel für Madrid sprechen

Im Halbfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Bayern hat Atletico Madrid nicht nur wegen des Erfolgs beim ersten Duell gute Karten.

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Bester Trainer

Diego Simeone ist mit allen Wassern gewaschen, aber gerade deswegen kein Saubermann. "Wenn ich Schlamm sehe, werfe ich mich hinein", sagte er vor kurzem in einem Interview.
Der 46-jährige Argentinier hat es geschafft, eine Mannschaft nach seinem Gusto zu formen. Ähnlich wie die Spieler des FC Bayern 2013 für Jupp Heynckes durchs Feuer gingen, folgen ihm seine Akteure bei Atletico. Ein riesiger Vorteil.
Mit seinem unbändigen Enthusiasmus und seinen speziellen Trainingsmethoden, angepasst an den jeweiligen Gegner, hat Simeone dem "Arbeiterklub" aus dem Madrider Süden seinen Stempel aufgedrückt. Siegeswille, Aggressivität und Gier auf Erfolg einen Coach und Team.
"Atletico hat den gleichen Stil, den Simeone als Spieler hatte. Perfektes Stellungsspiel, eine starke Konzentrationsfähigkeit und vor allem Charakter. Was Simeone als Spieler war, ist Atletico als Mannschaft", hatte Carlo Ancelotti einmal gesagt.
Mittelfeldspieler Arda Turan erklärt ergänzend:
Damit unterscheidet sich Atletico zwar nicht sonderlich von anderen Top-Teams, so perfekt wie momentan ist eine Mischung zwischen Trainer und Spielern dennoch selten.

Beste Defensive

Auch wenn die Bayern im Estadio Vicente Calderon nah dran waren, erzielten auch sie dort letztlich kein Tor, denn Atleticos Defensive ist eisern. Und sogar der FC Barcelona mit Lionel Messi, Luis Suarez und Neymar prallte im Viertelfinale am "Cholismo" ab. So nennen die Leute in Madrid diese unverrückbare Haltung.
Mit dieser Ausrichtung ist das Spiel der Rojiblancos keine Augenweide. Die Resultate können sich indes sehen lassen - und das ist für die Fans auch eine Art von Freude.
Fünf Gegentore fing sich Atleti in dieser Champions League lediglich, davon drei auswärts. Das sind 0,45 kassierte Tore pro Spiel im Schnitt! Zum Vergleich: Der FC kassierte mit zehn Treffern doppelt so viele Tore und kommt auf einen Schnitt von 0,91 Gegentoren pro Partie.

Beste Form

Atletico präsentiert sich in dieser Schlussphase der Saison enorm konstant. Nach zuletzt fünf Siegen in Serie in der Liga sind sie noch mittendrin im Meisterrennen (punktgleich mit Spitzenreiter Barca: Zur Tabelle).
Gegen Bayern kann Simeone zudem wieder mit den zuletzt angeschlagenen Diego Godín und Yannick Carrasco planen. Vor allem die Rückkehr von Godín ist ein extremer Vorteil, nicht nur aufgrund seiner sportlichen Klasse. Der Uruguayer ist als Kapitän auch in psychischer Hinsicht ein echter Gewinn.
Während Bayern noch die "besondere Zutat" sucht, die die Leichtigkeit zurückbringt, hat Atletico sein Erfolgsrezept gefunden und perfektioniert.

Beste Story

Seit Jahren versucht Atletico die Phalanx von Barca und Real Madrid zu durchbrechen - als "Arbeiterklub" mit viel Sympathie im Rücken. In der Champions League ist das nicht anders.
Der FC Barcelona wurde zwei Mal ausgeschaltet (2014 und jetzt), an Real biss sich die Simeone-Crew bislang die Zähne aus. Im Finale 2014 hatten sie sie am Rand einer Niederlage, doch letztlich hieß es 1:4 (1:0, 1:1) nach Verlängerung. 2015 erfolgte das Aus gegen die "Königlichen" im Viertelfinale - denkbar knapp (0:0, 0:1).
Ziehen Atletico und Real erneut ins Finale ein, es wäre der hochspannende dritte Anlauf und ein Triumph die endgültige Krönung der Entwicklung.
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