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Hasan Salihamidzic exklusivim Interview: "Mario Mandzukic wird brennen"
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Publiziert 22/02/2016 um 10:34 GMT+1 Uhr
Wenn am Dienstagabend Juventus Turin auf den FC Bayern München trifft, schlagen bei Hasan Salihamidzic (39) zwei Herzen in der Brust. Im Interview mit Eurosport.de erklärt der ehemalige Mittelfeldspieler beider Klubs die Vorzüge der Juve und wen Bayern im Champions-League-Achtelfinale fürchten muss.
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Das Interview führte Florian Bogner
Herr Salihamidzic, wie heiß sind Sie schon auf das Duell Ihrer Ex-Klubs, Juventus Turin gegen den FC Bayern München?
Hasan Salihamidzic: Ich freue mich darauf, zweimal im Stadion zu sein und zwei klasse Spiele sehen zu können! Ich werde mich einfach zurücklehnen und genießen - auch wenn zwei Herzen in meiner Brust schlagen. Für mich ist das Duell das absolut stärkste des Achtelfinals und echt spannend zu sehen, wer weiterkommt.
Wie sehen Sie die Chancen verteilt?
Salihamidzic: Bayern ist Favorit, aber nur leichter. Sie waren in fünf der letzten sechs Jahre im Halbfinale, das ist eine Hausnummer. Aber Juventus ist zurück im großen Geschäft, hat mit dem Finale letzte Saison gezeigt, was es zu leisten imstande ist.
Auf wen muss Bayern bei Juventus besonders achten?
Salihamidzic: Zuerst auf die mannschaftliche Geschlossenheit, die ist bei Juventus der größte Trumpf. Wenn's ums Individuelle geht: Paulo Dybala ist stark, Paul Pogba muss man immer im Auge haben, Álvaro Morata kommt immer besser in Form, Juan Cuadrado hat ein überraschendes Element. Und dass Mario Mandzukic, sollte er spielen können, ganz besonders motiviert sein wird, muss ich gar nicht extra erwähnen. Ich kenne Mario sehr gut: Er wird brennen. Und wir wissen, welche Geschichten der Fußball manchmal schreibt…
Wie schwer wiegt der Ausfall der ganzen Innenverteidigung des FC Bayern?
Salihamidzic: Ach, wissen Sie: Juventus hat mit Giorgio Chiellini wahrscheinlich auch einen sehr schwerwiegenden Ausfall. Wenn er nicht spielen kann, ist das eine große Schwächung. Für Bayern ist das Fehlen von Boateng, Benatia, Badstuber und Martínez vor allem bei hohen Bällen ein Problem - denn Juventus ist sehr kopfballstark. Bayern muss also unbedingt Standardsituationen vermeiden.
Sie selbst spielten von 2007 bis 2011 für Juventus; Buffon, Chiellini, Barzagli, Bonucci und Marchisio bilden heute noch das Gerüst. Zu wem haben Sie noch Kontakt?
Salihamidzic: Vor allem zu Chiellini, wir sind wirklich gute Freunde geworden! Wir hören uns immer wieder mal. Auf Bayern hat man bei Juventus nicht erfreut reagiert, aber umgekehrt genau so wenig. Giorgio weiß genau, dass es auf die kleinen Details ankommen wird.
Wenn Sie auf Ihre Zeit dort zurückblicken - was macht für Sie Juventus Turin aus?
Salihamidzic: Juve ist eine Religion. Juve hasst man oder liebt man - es gibt nichts dazwischen. Wie Bayern ist Juventus ein Klub, der die Massen anzieht. Es war ein Genuss, dort vier Jahre gespielt zu haben. Meine Familie hat sich sehr wohl gefühlt.
Sie spielten in einer schwierigen Phase für Juventus; ist der Klub nun wieder da, wo er hingehört?
Salihamidzic: Definitiv. Die Jahre nach dem 'Calciopoli' (Korruptionsskandal mit Zwangsabstieg für Juventus 2006, Anm. d. Red.) waren schwierig, der Skandal hatte seine Spuren hinterlassen. Aber ab 2007 haben wir die Weichen für den heutigen Erfolg gestellt. Jetzt ist Juventus wieder da - als Alleinherrscher in Italien und als Mitfavorit in der Champions League.
Und wer ist für Sie der große Favorit auf den Titel?
Salihamidzic: Wer die Champions League gewinnen will, muss Bayern schlagen. Sonst sind die Bayern für mich mit den üblichen Verdächtigen - Barça und Real - die klaren Favoriten.
Wissen Sie eigentlich, für welchen Trainer Sie die meisten Spiele gemacht haben?
Salihamidzic: (überlegt) Ottmar Hitzfeld?
Knapp daneben - es war Felix Magath!
Salihamidzic: Ha, natürlich!
Wie weit ist die Trainingsschule eines Felix Magath heute von der Schule von Pep Guardiola weg?
Salihamidzic: (lacht) Da prallen zwei Welten aufeinander! Beide sind grundverschieden. Der eine legt höchsten Wert auf körperliche Fitness und Disziplin und verlangt von den Spielern, kreativ zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Der andere achtet vielleicht mehr auf eine ausgefeilte Taktik.
Immerhin: Magath war mit Bayern zweimal Meister und Pokalsieger, Guardiola nur zweimal Meister und einmal Pokalsieger…
Salihamidzic: Dann muss Guardiola jetzt nachziehen - und das wird er auch! (lacht) Ich kann über die Arbeit von Pep nichts Negatives sagen, weil ich nicht mit ihm gearbeitet habe. Ich kann nur sagen, dass ich voll auf die Arbeit von Felix Magath stand: harte Vorbereitung, totaler Fokus auf die Fitness.
Die 'Mitte' zwischen beiden ist vielleicht ein Typ wie Massimiliano Allegri bei Juventus.
Salihamidzic: Ja, er macht das richtig gut. Und er hatte weiß Gott kein leichtes Erbe: Antonio Conte war bei Juventus sehr anerkannt, er hat den Klub wieder an die Spitze geführt, ehe er die italienische Nationalmannschaft übernahm. Er hat ihnen das Sieger-Gen wieder eingeimpft. Für Allegri war es am Anfang schwer, aber er hat die richtige Mitte gefunden und sich durch die Erfolge großen Respekt erarbeitet - heute schwärmen die Spieler von ihm.
Was sagen Sie eigentlich zum Erfolg Ihres ehemaligen Trainers Claudio Ranieri mit Leicester City in der Premier League?
Salihamidzic: Ranieri ist ein toller Trainer, wir haben uns wirklich sehr gut verstanden. Es hat mir sehr leid getan, dass er 2009 bei Juve gehen musste. Er ist ein ehrlicher Arbeiter und großer Motivator. Umso mehr freut es mich, was er gerade leistet. Den Titel mit dieser Mannschaft zu holen, wäre wirklich eine unglaubliche Leistung. Ich wünsche es ihm von ganzem Herzen!
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