Power-Ranking Champions League: FC Bayern hinter FC Barcelona und Real Madrid
Vor dem Viertelfinale in der Champions League ordnet Eurosport.de die Teams ein: Warum der Respekt des FC Bayern München vor Benfica Lissabon angebracht ist und warum der VfL Wolfsburg gegen Real Madrid ein echtes Fußball-Wunder braucht. Das Power-Ranking.
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Wer ist Favorit, wer Außenseiter? Wo steht der FC Bayern München im internationalen Vergleich, wo der VfL Wolfsburg?
Vor dem Viertelfinale der Champions League macht Eurosport.de ein Power-Ranking der acht Teilnehmer.
1. (1.) FC Barcelona
Form: 85 Prozent. Clásico-Niederlage - na und!? Für Barça ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit, eine Warnung zur Wahrnehmung der eigenen Sterblichkeit. Dass man eben nicht unbesiegbar ist - nach 39 Pflichtspielen in Folge ohne Niederlage. "Der Schmerz ist vorbei, das Spiel Geschichte. Aus jeder Niederlage kann man lernen, das werden wir tun", sagte Trainer Luis Enrique.
Ansonsten läuft der Motor ja wie geschmiert: Kaum Verletzungssorgen (außer Jérémy Mathieu, Adriano und Sandro Ramírez) zuletzt und einen Toreschnitt von 2,1 Treffern pro Spiel über die letzten 20 Partien.
Ausblick Viertelfinale: Aufgepasst! Atlético ist Barcelonas Kryptonit und sicher der am wenigsten gewünschte Gegner. Gegen Atlético mit seinem aufgeputschten Pitbull Diego Simeone an der Seitenlinie gewann der Titelverteidiger zwar die letzten sechs Partien, die letzten fünf aber nur mit einem Tor Unterschied. Zuvor war Barça sechs Spiele sieglos geblieben. 2014 war Atlético in genau derselben Konstellation - Viertelfinale, Hinspiel zuhause - die Endstation für Messi und Co. (1:1, 0:1). Andrés Iniesta warnt:
Schlüsselfaktor: Barcelonas Abwehr. Die Defensive um Marc-André ter Stegen kassierte zuhause sowohl gegen Bayer Leverkusen (2:1), AS Rom (6:1) als auch gegen den FC Arsenal (3:1) ein Gegentor zuhause - könnte gegen die Defensiv-Spezialisten von Atlético (erst drei Gegentore in 8 CL-Spielen) mit Antoine Griezmann in Top-Form schon eins zu viel sein. Andererseits: Es gibt ja bei Barcelona auch noch MSN, wobei Luis Suárez in den letzten sieben Spielen nur zweimal getroffen hat und alle drei Superstars gegen Real einen schwachen Tag hatten.
Fazit: Barcelona ist nach wie vor der Top-Favorit und könnte die erste Titelverteidigung der Champions-League-Geschichte klar machen. Mit Atlético wartet allerdings ein echter Stolperstein.
2. (4.) Real Madrid
Form: 80 Prozent. Der Clásico-Sieg mag Real Madrid nicht für die Meisterschaft reichen - für das Selbstwertgefühl war er pures Gold. "Psychologisch war dieser Sieg enorm wichtig für uns", sagte Trainer Zinédine Zidane nach dem 2:1 in Barcelona. Unter ihm hat Real zwölf von 15 Pflichtspielen gewonnen und nur eins verloren. Die Gemengelage erinnert verdächtig an 2014, als man in der Liga zwar nur Dritter wurde, aber die Champions League gewann.
Chancen im Viertelfinale: Alles andere als zwei klare Siege gegen Wolfsburg wären eine Überraschung. Seine Deutschland-Allergie hat Real längst abgelegt: drei Siege in den letzten vier Spielen hierzulande. Dazu hat Real unter Zidane auch das Fighten gelernt. Eine gefährliche Mischung.
Schlüsselfaktor: Gareth Bale. Karim Benzema und Cristiano Ronaldo treffen eh, wie sie wollen. Wenn jedoch auch der Waliser zu seinem Spiel findet, ist Real nahezu unschlagbar. Kein Spitzenteam braucht jedenfalls so wenige Chancen für Tore, wie das eiskalte Madrid.
Fazit: Halbfinale ist fest eingeplant - danach ist gegen jeden Gegner alles drin.
3. (2.) FC Bayern München
Form: 80 Prozent. 15 Siege, drei Remis und zwei Niederlagen aus den letzten 20 Pflichtspielen bedeuten im direkten Vergleich der Champions-League-Viertelfinalisten nur Platz fünf. Knapp zwei Tore pro Spiel 2016 sind auch keine besonders üppige Torausbeute. Dafür schafft die Rückkehr von Javi Martínez und das für Ende April angepeilte Comeback von Jérôme Boateng defensiv Abhilfe.
Chancen im Viertelfinale: Gut. Benfica ist packbar, wenngleich man die defensiv- und konterstarken Portugiesen nicht unterschätzen sollte. "Sie haben eine super Viererkette wie ich sie lange nicht gesehen habe. Es wird schwer, das Halbfinale zu erreichen", sagt Pep Guardiola.
Schlüsselfaktor: Boateng. Noch nicht gegen Benfica, diese Hürde muss Bayern nehmen - alles andere wäre eine Blamage. Fürs Halbfinale sollte Jérôme Boateng jedoch wieder fit sein und dann der ab und an wackelnden Bayern-Abwehr (vier Gegentore gegen Juventus) ein Stabilisator sein.
Fazit: Benfica ist lösbar; Bayern sucht aber noch nach der Form des Früh-Herbstes und nach einem stabilen System, dass auch gegen die offensivstarken Barcelona oder Real standhalten kann.
4. (3.) Paris Saint-Germain
Form: 75 Prozent. Frühester Meister aller Zeiten in Frankreich - da kann man sich schon mal schleifen lassen, wie beim 0:2 gegen Monaco zuletzt. Das Achtelfinale gegen Chelsea war mit 2:1-Siegen jedoch dermaßen bossig souverän, dass man PSG dieses Jahr im Halbfinale erwartet.
Chancen im Viertelfinale: 70:30. Wer Chelsea zweimal so abfiedelt, sollte mit Manchester City nicht mehr Probleme bekommen. Einziges Manko: die fehlende Wettkampfhärte durch den schon feststehenden Meistertitel kann zum Thema werden. Dazu sorgt die unklare Zukunft von Zlatan Ibrahimovic für störende Nebengeräusche. Im Mittelfeld wird aktuell Marco Verratti vermisst.
Schlüsselfaktor: Thiago Motta. Der 33-jährige italienische Nationalspieler ist als Sechser im PSG-Spiel die wichtigste Figur; er bestimmt die Balance, er eröffnet viele Spielzüge. Er ist jedoch auch nicht mehr der Schnellste und leistet sich ab und an empfindliche Fehlpässe. Vor dem Duell mit City sagte er:
Fazit: PSG ist gegen Manchester City der Favorit und sollte sich durchsetzen. Ins Halbfinale ginge Paris dann als Herausforderer.
5. (-) Benfica Lissabon
Form: 95 Prozent. 19 Siege aus den letzten 20 Pflichtspielen sagen aus, dass man Benfica definitiv nicht unterschätzen sollte. In der Gruppenphase setzte man mit einem 2:1-Auswärtssieg bei Atlético am zweiten Spieltag schon ein Ausrufezeichen, im Achtelfinale haute man das eigentlich favorisierte Zenit St. Petersburg mit 1:0 und 2:1 raus.
Chancen im Viertelfinale: Zumindest existent. Bayern hat gegen Juventus gezeigt, dass es gegen gut organisierte Defensiven mit entsprechender Konterstärke Probleme bekommen kann - und Benficas Offensive mit den Südamerikanern Jonas (32 Pflichtspieltreffer) und Nicolás Gaitán (15 Assists) hat es drauf, jeden Gegner zu ärgern.
Schlüsselfaktor: Ederson. Der erst 22 Jahre alte Brasilianer muss den deutlich erfahreneren Júlio Cesar im Tor der Portugiesen ersetzen - ein klarer Schwachpunkt. In acht Partien hielt er allerdings viermal zu Null.
Fazit: Benfica ist gegen Bayern nicht chancenlos, ein Weiterkommen wäre jedoch eine faustdicke Überraschung.
6. (-) Atlético Madrid
Form: 75 Prozent. Zwölf Siege aus den letzten 20 Pflichtspielen, darunter ein peinliches 1:2 beim abstiegsbedrohten Gijon, das die Meisterträume wohl zunichte machte. Was Atlético nach wie vor nicht kann: einen Gegner dominieren. Aber: Es ist weiterhin sauschwer, die Truppe von Simeone in die Knie zu zwingen. "Das wird schwerer als der Clásico", sagte Barcelonas Gerard Piqué. Abwehrboss Diego Godín wird sein Comeback geben.
Chancen im Viertelfinale: Außenseiterchancen. Will man unbedingt auf eine Überraschung tippen, wäre Atlético aber die logischste Wahl. Simeone kennt den Barça-Code wie kein Zweiter, die Partien gegen den Branchenprimus waren zuletzt allesamt eng und Atlético hat das Rückspiel zuhause.
Entsprechend lobte Barcelonas Enrique:
Schlüsselfaktor: Antoine Griezmann. Traf in den letzten sechs Liga-Spielen und ist so etwas wie Atléticos Offensiv-Versicherung. Neben ihm (26 Saisontore) hat nämlich kein Atlético-Spieler zweistellig getroffen. Es folgen: Saúl Níguez (8 Treffer), Fernando Torres (6) und Ángel Correa (6).
Fazit: Atlético wittert die Sensation gegen Barcelona.
7. (6.) Manchester City
Form: 50 Prozent. Die Rückkehr von Kevin De Bruyne gibt City einen Push, die letzten Ergebnisse waren jedoch durchwachsen - nur zehn Siege aus den letzten 20 Spielen. "Wenn wir unsere beste Leistung zeigen, können wir jeden schlagen", sagt der Ex-Wolfsburger vor dem Duell mit PSG. Doch die Bestleistung sah man von City diese Saison zu selten.
Chancen im Viertelfinale: Ohne Torwart Joe Hart (Wade), Kapitän Vincent Kompany, Top-Neuzugang Raheem Sterling (Leiste) und vielleicht auch ohne Leader Yaya Touré (Knieprobleme) ist City gegen PSG nur Außenseiter.
Schlüsselfaktor: Eliaquim Mangala. Der 25 Jahre alte Innenverteidiger hat schon einige Böcke diese Saison fabriziert. Nun muss er es mit Zlatan Ibrahimovic aufnehmen und in den Augen der City-Fans endlich seiner hohen Ablöse gerecht werden (kam 2014 für 40 Mio. Euro aus Porto). Laut Trainer Manuel Pellegrini hat der Franzose das drauf:
Fazit: ManCity kann mit einem Halbfinal-Einzug die verkorkste Saison schön färben, ein Weiterkommen gegen PSG wäre jedoch überraschend.
8. (-) VfL Wolfsburg
Form: 50 Prozent. Das 0:3 von Leverkusen am Freitag war ein spielerischer Offenbarungseid. In der Liga hechelt der Vize-Meister seinen eigenen Ansprüchen meilenweit hinterher und muss aufpassen, das internationale Geschäft zu verpassen. Der 20-Spiele-Check: acht Siege, sieben Niederlagen - schwach. "Es war erschreckend, wie wir heute gespielt haben", sagte Maximilian Arnold am Freitag. Und jetzt kommt Real…
Chancen im Viertelfinale: Minimalst. Gegen Real Madrid ist Wolfsburg vielleicht sogar einer der größten Außenseiter der Viertelfinal-Geschichte. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir im eigenen Stadion ein gutes Ergebnis holen", sagt Julian Draxler zwar; da ist aber eher der Wunsch Vater des Gedanken.
Schlüsselfaktor: Dante. Der Brasilianer muss in Abwesenheit von Naldo die Abwehr besser organisieren, seinen enorm formschwankenden Nebenmann Robin Knoche besser leiten. Zu Eurosport.de sagt Dante:
Fazit: Wolfsburg braucht eine Riesensensation, wenn man Real bezwingen will.
Schon . Die Platzierung von damals steht nun in Klammern hinter der jeweiligen neuen Platzierung.
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