PSG-Chelsea: Starker Kevin Trapp, cooler Laurent Blanc und ein Traumpaar wider Willen
Paris Saint-Germain schlägt den FC Chelsea im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League 2:1. Im Fokus: Ein starker Kevin Trapp, ein cooler Laurent Blanc und ein Traumpaar wider Willen inklusive Zlatan Ibrahimovic.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
1. Erstes Heim-Gegentor für Kevin Trapp
Für Kevin Trapp im Tor von Paris Saint-Germain war es ein undankbares Spiel. Chelsea kam kaum vor das PSG-Tor, Trapp musste dennoch jederzeit in Alarmbereitschaft sein. Grandios seine Parade in der 23. Minute: Diego Costa kam da, recht luftig bewacht, am Fünfer zum Kopfball - und Trapp lenkte den Ball mit der rechten Hand tatsächlich noch gegen die Latte. Umso eindrucksvoller, dass er das entgegen der Laufrichtung bewerkstelligte.
Beim 1:1 war er dann allerdings machtlos: John Obi Mikel kam aus ebenso kurzer Distanz nach einer Ecke frei zum Abschluss (45.+1). Für den deutschen Keeper war es das erste Heim-Gegentor in dieser Champions-League-Saison. In der Gruppenphase hatte er eh nur ein einziges Tor kassiert - von Real Madrid durch Nacho Fernández, das damals einen Trapp-Fehler zum 1:0-Sieg nutzte.
Ein solcher Bock unterlief Trapp diesmal nicht; der ehemalige Frankfurter blieb souverän. Gut war auch sein Rauslaufen gegen Costa (50.) und Oscar (77.). "Das Wichtigste ist, dass wir gewonnen haben. Wir hatten extrem viele Möglichkeiten, haben gut gespielt und verdient gewonnen. Aber das Ergebnis ist eng", sagte Trapp bei "Sky".
Und:
2. "Traumpaar" Ibrahimovic/Mikel
Zlatan Ibrahimovic hatte vor dem Spiel in seiner langen Karriere tatsächlich nur sieben Tore in der K.o.-Phase der Champions League erzielt - gegen Chelsea gelang ihm immerhin Nummer acht. Allerdings unter gütiger Mithilfe von Chelseas John Obi Mikel: Der Nigerianer foulte zunächst recht dümmlich am Strafraum und fälschte Ibrahimovic' Freistoß dann auch noch unhaltbar zum 1:0 ab (39.).
Unter den Augen von Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, dem Emir von Katar und sozusagen Über-Vater der PSG-Holding um Emir-Kumpel Nasser Al-Khelaïfi, fand sich das "Traumpaar" aber gleich ein zweites Mal.
Nach einer Ecke von Cesc Fàbregas ging Ibrahimovic in ein Kopfballduell mit Diego Costa, kam mit dem Zöpfchen am Ball und wurde so zum Vorlagengeber für Mikel, der den Ball am Fünfer geistesgegenwärtig mit dem Oberschenkel stoppte und zum 1:1 einschoss (45.+1) - ein überaus seltenes Erlebnis für den Nigerianer, der in 358 Spielen für Chelsea erst sechs Tore erzielt hat (zwei davon in der Champions League).
3. Laurent Blanc antwortet genau richtig
Der Skandal um Serge Auriers seltsame Tiraden gegen Trainer Laurent Blanc und die folgende Suspendierung beherrschte die Medien um PSG in den vergangenen Tagen - auf dem Platz beherrschte aber PSG die Blauen von Chelsea und fügte Guus Hiddink die erste Niederlage seiner zweiten Amtszeit mit den Londonern zu.
Blanc stellte sein 4-3-3 sehr gut auf Chelsea ein, das selten über die Mittellinie kam. Was auffiel, war die hohe Passsicherheit des PSG-Mittelfelds, die nur wenige Gäste-Konter heraufbeschwor. Thiago Motta spielte beispielsweise in der Schaltzentrale 123 kurze Pässe - aber keinen langen. "Es war ein sehr schwieriges Spiel, Paris hatte sehr viel Ballbesitz, wir mussten gut verteidigen", sagte Chelsea-Verteidiger Gary Cahill bei "Sky".
Andererseits: Die Pariser Passorgien minimierten das Risiko, hemmten aber auch das Strafraumspiel der Heimmannschaft. So schoss Ibrahimovic nur bei seinem Freistoß tatsächlich aufs Tor von Thibaut Courtois. Wie gut, dass Blanc da noch Edinson Cavani hatte und mit dem Stürmer den Sieg einwechselte: Nur vier Minuten danach erzielte "Il Rifle" nach einem tollen Pass von Ángel Di María das 2:1 (78.) - die perfekte Antwort von Blanc auf den Aurier-Skandal.
Das Aber: Chelsea ist durch das eine Tor noch nicht raus. "Das wir das Auswärtstor geschossen haben, war perfekt", sagte Cahill. Und:
Blanc wird sich also erneut etwas einfallen lassen müssen.
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-ec453673-a7e8-4c9b-a566-6689a5fb6276-68-310-310.jpeg)