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Magische Champions-League-Nacht: VfL Wolfsburg zaubert und düpiert Real Madrid
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Publiziert 07/04/2016 um 08:58 GMT+2 Uhr
Es war ein magischer Mittwochabend in Wolfsburg! Der VfL Wolfsburg schlug den haushohen Favoriten Real Madrid 2:0 im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinales und hat nun eine sehr gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Dienstag im Bernabéu. Beim VfL glänzte vor allem ein Spieler, den kaum jemand auf der Rechnung hatte. Reals Superstar Ronaldo enttäuschte dagegen auf ganzer Linie.
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Es lief die 80. Spielminute, als sich die meisten der 26.400 Zuschauer in der ausverkauften VW-Arena von ihren Plätzen erhoben und einen Spieler mit "Bruno, Bruno"-Sprechchören feierten, den vorher kaum jemand kannte. Der brasilianische Winter-Neuzugang Bruno Henrique verließ in der Schlussphase für Christian Träsch den Platz.
erklärte Sportchef Klaus Allofs die starke Leistung des 25-jährigen Rechtsaußen.
Zusammen mit seinen Teamkollegen Julian Draxler und André Schürrle setzte der Brasilianer immer wieder gefährliche Nadelstiche und überraschte ein ums andere Mal die Abwehr der Madrilenen. Das erste Champions League-Tor von Maximilian Arnold legte er mustergültig vor.
Bei seinem Debüt in der Königsklasse zeigte Henrique, der zuvor erst fünf Kurzeinsätze in der Bundesliga erlebte, keine Spur von Lampenfieber. Der schüchtern wirkende Stürmer, der bisher nur portugiesisch spricht, teilte seinem Landsmann Naldo, der für ihn übersetzte, mit, wie sehr er sich über die Leistung freue und dass er sich bei der gesamten Mannschaft für die Unterstützung bedanken wolle.
Hecking zaubert Naldo aus dem Hut
VfL-Coach Hecking setzte neben dem Debütanten auch auf Abwehrchef Naldo, der nach fünfwöchiger Verletzungspause direkt von Beginn an spielte. Und wie. Der Deutsch-Brasilianer machte eine richtig starke Partie und organisierte die Wolfsburger Defensive perfekt. Er stand immer richtig, gewann wichtige Zweikämpfe und blockte etliche Schussversuche der Königlichen.
"Ich danke den VfL-Ärzten, dass ich nach meiner Verletzung so schnell wieder spielen konnte. Wir haben an den Sieg geglaubt. Das Wichtigste war, dass wir als Mannschaft agiert haben und jeder das Maximum aus sich herausgeholt hat", erklärte Naldo.
Nur in der Anfangsviertelstunde waren die Spanier am Drücker und hätten durch Benzema in Führung gehen können, doch VfL-Keeper Diego Benaglio parierte stark.
Draxler in Kontakt mit Raúl
"Wir haben gesagt, dass wir eine kleine Chance haben und keine Mannschaft unschlagbar ist. Wir wussten, dass wir es viel besser können, als wir es in vielen Bundesliga-Spielen gezeigt haben. Viele haben gedacht, dass wir eine Klatsche bekommen würden", erklärte Allofs.
Die Wolfsburger wurden nach der starken Anfangsphase der Königlichen von Minute zu Minute stärker und legten den Respekt ab. Besonders über die Außenpositionen stellten sie mit Draxler und Bruno Henrique Reals Abwehr immer wieder vor Probleme. Nach dem verwandelten Elfmeter durch Ricardo Rodríguez legte der VfL nach einer schönen Kombination über Draxler, Bruno Henrique und Arnold das 2:0 nach. Real war geschockt.
"Schon im Hotel bei der Teambesprechung haben wir an unsere Chance gegen Real geglaubt. Wir haben uns unglaublich auf dieses Spiel gefreut", so Naldo.
Für Julian Draxler war der Sieg gegen die Königlichen "etwas, was er nie vergessen wird". Der deutsche Nationalspieler verriet übrigens, dass er vor dem Spiel im regen SMS-Kontakt mit seinem Mentor und Ex-Kollegen Raúl stand, der ihm sicherlich auch schon gratuliert haben würde. "Ich denke, Raúl wird als Real-Ikone ein lachendes und ein weinendes Auge haben. Vielleicht schaffen wir es am Dienstag beim Rückspiel, dass er zwei weinende Augen hat", lachte Draxler.
Kapitän Diego Benaglio sprach von einer Nacht, die man in Wolfsburg nicht so schnell vergessen werde.
Ronaldo nur beim Aufwärmen gefährlich
Und Superstar Cristiano Ronaldo? Zeigte nicht viel. Beim Aufwärmen war ihm die volle Aufmerksamkeit sicher, als er reihenweise Freistöße aus weiter Entfernung ins Netz von Ersatzkeeper Kiko Casilla hämmerte und das Wolfsburger Publikum in Staunen versetzte. Doch während des Spiels war es mit der Herrlichkeit des Portugiesen vorbei.
Zwar hätte der dreifache Weltfußballer Real um Haaresbreite nach wenigen Minuten in Führung gebracht, doch sein Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt. Danach sah man Ronaldo fast nur noch fluchend und lamentierend auf dem Boden nach verlorenen Zweikämpfen oder missratenen Ab- oder Zuspielen seiner Kollegen.
Nach dem Abpfiff musste er Wolfsburgs Vieirinha, seinem Teamkollegen aus der portugiesischen Nationalmannschaft, zähneknirschend gratulieren. Vieirinha, der sich einige Duelle mit seinem Landsmann lieferte und über seine rechte Abwehrseite wenig erlaubte, grinste verschmitzt:
Zidane selbstkritisch, Hecking selbstbewusst
Erstaunt ob der Leistung der Wolfsburger, war auch Real-Coach Zinedine Zidane, der sich demonstrativ vor seine Mannschaft stellte und die Verantwortung für die Niederlage übernahm:
"Im Rückspiel wird Real noch einmal ganz anders auftreten. Wir dürfen nicht denken, dass wir mit einem Bein weiter sind. Wir haben nur das Hinspiel gewonnen und das ist noch nichts Besonderes", stellte Draxler nüchtern fest.
Etwas selbstbewusster trat Trainer Dieter Hecking auf der Pressekonferenz auf:
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