Atlético - Bayern: Carlo Ancelotti und das Aufstellungsroulette - legt er die Karten auf den Tisch?

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Carlo Ancelotti hat das erste große Spiel seiner Amtszeit beim FC Bayern vor der Brust. Anders als Gegner kann der Italiener gegen Atlético Madrid (20.45 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) fast aus dem Vollen schöpfen. Hält Ancelotti am Prinzip der Rotation fest, oder packt er gegen die Spanier, die härtesten Konkurrenten um den Gruppensieg, den vermeintlich ersten Anzug aus?

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Vom FC Bayern berichtet Carsten Arndt
Mats Hummels' Rechnung ging nicht auf. Anders als seine Teamkollegen wählte er am Flughafen nicht den Weg an den wartenden Journalisten und Fans vorbei - sondern mittendurch.
Ob er auf Ablenkung gesetzt hatte? Es dauerte jedenfalls nicht lange, da hatte er den ersten Stift in der Hand. Autogramme schreiben vor dem Abflug zum Champions-League-Kracher gegen Atlético Madrid. Den "auf dem Papier ersten echten Härtetest", wie Kapitän Philipp Lahm sagte:
Bis Montag war nicht klar, ob Hummels überhaupt würde mitfliegen können. Beim 1:0-Erfolg gegen den HSV am Wochenende hatte er einen Schlag aufs rechte Knie bekommen und musste ausgewechselt werden. Bei der letzten Trainingseinheit in München und auch beim Abschlusstraining im Vicente Calderón war er dann aber wieder dabei und zog voll mit.

Aufstellung? Ancelotti hüllt sich in Schweigen

Hummels ist also bereit für das Duell mit Antoine Griezmann, dem personifizierten Albtraum von Bayern- und DFB-Keeper Manuel Neuer. Aber wird er überhaupt von Anfang an auflaufen?
Bisher hatte Carlo Ancelotti in jeder Pressekonferenz munter über Teile seiner Aufstellung geplaudert. Dieses Mal hielt er sich bedeckt - auch weil ungewohnt wenige Fragen in diese Richtung gestellt wurden.
Zur Personalie Hummels sagte der Italiener lediglich:

Martínez auf der Bank?

Mit Jérôme Boateng, Javi Martínez und eben Hummels verfügt Ancelotti über drei exzellente Innenverteidiger. Nur zwei können spielen.
Um Unzufriedenheit zu vermeiden, hatte der Trainer ein Job-Sharing angekündigt:
Hält er sich an seine Maßgabe, wird gegen die "Rojiblancos" erstmals das Weltmeisterduo Hummels/Boateng, das vor der Saison als klar gesetzt schien, auflaufen.
In Martínez müsste dann allerdings der Spieler auf die Bank, der - aufgrund der gesundheitlichen Probleme seiner beiden Kontrahenten - in allen bisherigen acht Pflichtspielen in der Startelf stand. Und dabei immer wieder aufs Neue seine derzeitige Topform unterstrich.

Kimmich oder Alonso?

In bestechender Verfassung ist auch Joshua Kimmich. In den letzten vier Partien durfte er drei Mal von Beginn an ran, erzielte dabei drei Treffer. Unter anderem das Siegtor gegen Hamburg.
Dort bildete er mit Thiago und Renato Sanches zu Beginn die Dreierreihe im Mittelfeld. Der junge Portugiese wird seinen Platz für Arturo Vidal räumen müssen. Der Chilene ist wie gemacht für Spiele, in denen es arg körperlich zur Sache geht.
Bleiben der derzeit überragend agierende Thiago, Altmeister Xabi Alonso und eben Kimmich für die zwei weiteren Positionen.
"Unsere Idee ist ganz klar. Wir wollen das Spiel kontrollieren. Wir müssen clever sein und auf die Tugenden von Atlético achten", sagte Alonso der Marca. Es klang wie ein Bewerbungsschreiben. Erfahrung, Abgeklärtheit, Ruhe, bei all diesen Dingen hat der Spanier gegenüber seinen beiden Kontrahenten (noch) die Nase vorn.
Nach den Eindrücken der Vorbereitung hatte Ancelotti das Trio Alonso, Vidal und Thiago als Premiumlösung auf dem Zettel. Gut möglich, dass es am Mittwoch so zum Einsatz kommt. Bleibt Ancelotti der Rotation jedoch treu, landet am Ende Thiago auf der Bank.

Müller bekommt Vorzug vor Robben

Dort dürfte sich auch Arjen Robben wiederfinden. Der Niederländer feierte vor einer Woche gegen Hertha BSC sein Comeback und erzielte gleich einen Treffer. Ein Startelfeinsatz kommt angesichts der Vorgeschichte des 32-Jährigen aber wohl zu früh. Zumal er in Hamburg ein leichtes Zwicken verspürt hatte und das Warmmachen vorsichtshalber abbrach.
Stattdessen wird die rechte Seite - zumindest auf dem Papier - von Thomas Müller beackert werden. Nachdem ihn Pep Guardiola in der vergangenen Saison im Hinspiel des Halbfinals in Madrid 70 Minuten auf der Bank schmoren ließ und er im Rückspiel einen Elfmeter verschoss, hat das Duell für ihn ohnehin eine besondere Geschichte. Der Raumdeuter wird brennen.
Robert Lewandowski dürften all diese Gedankenspiele nur wenig interessieren. Der Pole stand als einziger Feldspieler in allen acht Pflichtspielen von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Feld. Mehr erster Anzug geht nicht.
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