James Rodríguez beim FC Bayern München: Warum er wichtig wurde und noch wichtiger wird

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Am Dienstag gastiert Paris Saint-Germain zum Champions-League-Vorrundenabschluss beim FC Bayern München. Das Hinspiel wird als Einschnitt in die Bayern-Chronik 2017/18 eingehen, auch für James Rodríguez. Unter Trainer Jupp Heynckes findet sich der Kolumbianer merklich besser zurecht als bei Carlo Ancelotti. Es hat Gründe, dass in den letzten Wochen des Jahres mehr denn je James' Stunde schlägt.

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Was macht Dinge außergewöhnlich? Dass sie alles außer gewöhnlich sind.
So war das am Samstagnachmittag um kurz nach halb vier in der Allianz Arena. Einen Freistoß für den FC Bayern gegen Hannover 96 verriss James Rodríguez völlig, der Ball segelte ins Aus und ward nie wieder gesehen. Die Episode ging als rares Naturphänomen durch, was James fuchste, weil seine schnittigen Standards zu einem Qualitätsmerkmal der Bayern geworden sind.
Der Klub hat ja etliche Feinfüßer beschäftigt, aber formidable Ecken und Freistöße hatte München seit Mehmet Scholl nicht gesehen, Toni Kroos und Arjen Robben inklusive.

Als Ancelotti flog, glaubten nicht mehr viele an James

Am Dienstag dürften ruhende Bälle erneut zu einem Mittel der Wahl werden, dann gastiert Paris Saint-Germain zum Champions-League-Vorrundenabschluss beim FC Bayern (ab 20:45 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de). Für den Gruppensieg müssen die Münchner nach einer 0:3-Packung vom September mit vier Toren Unterschied gewinnen, fast utopisch.
Unabhängig davon wird diese "Nacht von Paris", wie Präsident Uli Hoeneß jenen misslichen Anlass nannte, als Einschnitt in der Bayern-Chronik 2017/18 landen. Auch für James.
Carlo Ancelotti hatte den Kolumbianer auf Linksaußen positioniert und zur Halbzeit ausgewechselt; es war das schlechteste Spiel, das der im Sommer von Real Madrid ausgeliehene James für Bayern bestritt. Als Ancelotti tags darauf flog, glaubten nicht mehr viele an den Torschützenkönig der WM 2014, dessen Verpflichtung auf den Coach zurückgeführt worden war.
Zwei Monate später schießt James nicht nur die besten Standards (fast immer). Er hat sich richtig gemausert, ganz generell.

James: "Bayern erreicht zehn von zehn Punkten"

"Ich habe es mir hier genauso vorgestellt. Auf einer Skala erreicht Bayern zehn von zehn Punkten", sagt er zu "bundesliga.de". Wenn Bayern auf Paris trifft, wird James nicht die linke Bahn, sondern die Zentrale bekleiden, obwohl der Regisseur eine vom Aussterben bedrohte Spezies ist. "Heutzutage ist kein Platz für die Nummer zehn", sagt James, was insofern günstig ist, weil er bei Bayern die Nummer elf trägt.
Lothar Matthäus wiegt James' Vorstellungen wie folgt ab:
James stimmt zu, "das klappt nicht von heute auf morgen", sagt der Mann, der Bayern zur Freude von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge viele "Liker" in Südamerika beschert, also grob gesprochen: Interessenten. James gefällt's in der bayerischen Landeshauptstadt, "es ist fantastisch, ich habe mich in München verliebt". Like.
Liebt Bayern auch James? Bisher mag es nicht die innigste Beziehung sein, aber das kann werden, etwa mit Freistößen des Gütesiegels Scholl. Unter Ancelotti-Nachfolger Jupp Heynckes findet sich James merklich besser zurecht als bei Ancelotti selbst, Fortschritt und Entwicklung sind spürbar, dabei wird dieser Eindruck vom Zahlenwerk bloß beschränkt gestützt. Zwei Tore und drei Assists in 14 Einsätzen sind eher mau.

Thiago-Verletzung beschert James weitere Chancen

"Wenn du mehr spielst, ist es normal, dass du mehr leistest", sagt James, was es schon besser trifft. Das nämlich ist der Punkt: Er spielt kontinuierlich, und er spielt gut, als Gestalter in der Mitte.
Einerseits hat James von Thomas Müllers fünfwöchiger Verletzungspause profitiert, andererseits bereits nachgewiesen, dass es beide sehr passabel zusammen können. Thiagos Fehlen beschert ihm zusätzliche Einsatzzeiten im Münchner Mittelfeld.
Experte Matthäus sagt:
Heynckes attestiert dem 26-Jährigen "viel Phantasie", unlängst verzichtete James auf ein Länderspiel in Asien, um früher beim Verein zu sein. Das sind sogenannte weiche Faktoren, die keine Statistik misst.
Heynckes wird es registriert haben. Einiges deutet darauf hin, dass James weiter wichtiger wird.
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