Celtic Glasgow - FC Bayern: 3 Dinge, die auffielen! Effizienz, aber auch zwei große Probleme
Publiziert 01/11/2017 um 00:24 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern hat sein Soll gegen Celtic Glasgow erfüllt. Mit dem 2:1 (1:0)-Sieg sind die Münchner vorzeitig für das Achtelfinale qualifiziert. Trainer Jupp Heynckes und einige Spieler waren mit der gezeigten Leistung aber nicht vollends zufrieden. Drei Dinge, die auffielen.
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Erleichternde Effizienz
Ohne Robert Lewandowski fehlte dem FC Bayern die gefährlichste Waffe im Angriff. Trainer Heynckes musste improvisieren, beorderte dafür unter anderem James Rodríguez nach vorne. Doch der tat sich schwer, zudem hielt Celtic aggressiv dagegen. Chancen wurden für die Bayern somit zur Mangelware. Umso erleichternder war es für die Gäste, dass Kingsley Coman die erste sich bietende Möglichkeit zum 1:0 nutzte und Javi Martínez sich einen blutigen Cut über dem rechten Auge in Kauf nehmend in David Alabas Flanke zum 2:1 stürzte.
"Wir waren effektiv", schmunzelte Arjen Robben. Wohlwissend, dass es kein Glanzstück war, das er und seine Kollegen abgeliefert hatten. Nach kräftezehrenden Partien gegen RB Leipzig und zig englischen Wochen in den Knochen, noch dazu mit dem Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund vor der Brust, war es sozusagen ein Sieg im Energiesparmodus. "Es ist normal, dass die Frische in einigen Phasen fehlt. Wir hatten gute Phasen aber auch Phasen, in denen wir Schwierigkeiten gehabt haben. Wir sind im Moment auch personell ein bisschen gebeutelt", resümierte Heynckes. Effizienz und das richtige Ergebnis sind da Balsam für Kopf und Beine.
Schwaches Spiel gegen den Ball
Arturo Vidal in Kombination mit Martínez und Corentin Tolisso im zentralen Mittelfeld - es wirkte wenig strukturiert, was das Trio in der Schaltzentrale darbot. Klare Pässe, wie sie ein Sebastian Rudy hätte spielen können, fehlten, das Pressing war wild und erfolglos. Celtic konnte sich oftmals einfach mit einem langen Ball daraus befreien, gewann Raum, hatte sogar Überzahl in Kontersituationen und zeigte somit auf, wo Bayerns Schwächen immer noch liegen.
Immerhin glänzte Martínez als "Abfangjäger" und verhinderte damit Schlimmeres. "Wir haben eine gute Grundordnung gehabt. Aber der Gegner hat auch sehr viel Druck gemacht", wusste Heynckes, der viele Defizite aber auch mit erhöhtem Kraftverlust in den vergangenen englischen Wochen erklärte. Robben wurde bei "sky" schon deutlicher:
Dass ohne echten Angreifer gespielt wurde, empfand er natürlich als "anders", dennoch gehe es auch "immer um die ganze Mannschaft. Und das war nicht immer optimal, deswegen haben wir nicht so viele Chancen herausgespielt."
Die verflixte fehlende "9"
Ohne Robert Lewandowski ist vorne nichts los. Ohne den Star-Stürmer klafft eine riesige Lücke im Angriff, die keiner im aktuellen Kader adäquat stopfen kann. James fühlte sich schon als "falsche 9" sichtlich unwohl, kam nur drei Mal (!) in 90 Minuten in den gegnerischen Strafraum. Eine richtige "9" ist er schon gar nicht. Gleiches gilt für Thomas Müller, der zudem noch verletzt ist - und auch für Coman, der sich mit James im Sturmzentrum abwechselte, immerhin ein Tor schoss, aber natürlich besser auf dem Flügel aufgehoben ist.
Für das System der Bayern ist ein echter Stürmer, ein Zielspieler, jedoch unabdingbar. Einer, der Bälle festmacht, sie ablegt und situativ selbst abschließt. Die Bayern-Legenden Lothar Matthäus und Giovane Elber nannten die Kaderplanung des FC Bayern ohne einen Backup für Lewandowski "nachlässig" und einen "Fehler". In der Wintertransferperiode können die Bosse ihn mit einer Neuverpflichtung beheben. "Wenn wir die Möglichkeit sehen, werden wir etwas machen. Wir sind aber ganz ruhig. Notkäufe wird es nicht geben", stellte Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic klar. Vielmehr solle der potenzielle Neue die Mannschaft weiterbringen. Damit die bange Frage, was passiert, wenn sich Lewandowski in dieser Saison mal ernsthaft verletzt, sich nicht bis zum Saisonende durchzieht, sollten sich die Bayern-Bosse nach allen Kräften bemühen.
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