Eurosport
Champions League | Drama in der Nachspielzeit: United wirft PSG sensationell raus
Von
Publiziert 06/03/2019 um 22:57 GMT+1 Uhr
Der französische Meister Paris Saint-Germain ist im Achtelfinale der Champions League an Manchester United gescheitert. Die Mannschaft von Thomas Tuchel verlor im heimischen Prinzenpark mit 1:3 (1:2). Ex-Bayern-Spieler Juan Bernat (12.) traf für die Franzosen, Romelu Lukaku (2./30.) und Marcus Rashford (90./Elfm.) für United. Das Hinspiel hatte PSG in Manchester mit 2:0 für sich entschieden.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
So lief das Spiel:
Manchester United erwischte nach zwei Minuten einen Traumstart – allerdings mit großer Mithilfe von Thilo Kehrer. Der Ex-Schalker spielte einen fahrlässigen Rückpass an den Sechzehner, Romelu Lukaku spekulierte, war eher als Thiago Silva am Ball und schob die Kugel vorbei an Gianluigi Buffon zum 1:0 ein.
Paris Saint-Germain ließ sich davon jedoch nicht beirren. Kylian Mbappé verpasste in der 7. Minute noch den Treffer, besser machte es nach Querablage des Franzosen im Sechzehner in der 12. Minute Juan Bernat – der 1:1-Auslgeich.
Das Team von Thomas Tuchel beherrschte in der Folge Ball und Gegner auf beeindruckende Weise, Manchester kam kaum einmal über die Mittellinie. Weitere Chancen für die Franzosen ergaben sich für Bernat (21.) und Angel Di Maria (22.).
Und trotzdem ging Manchester erneut in Führung. Dieses Mal begünstigte Buffon den Gegentreffer: Der Schlussmann konnte einen an sich harmlosen Schuss von Marcus Rashford nicht festhalten und Lukaku staubte aus kurzer Distanz ab (30.).
Paris machte sich das Leben selber schwer und verlor nach dem erneuten Rückschlag die dominante Linie, Manchester verspürte indes Auftrieb und agierte bis zum Seitenwechsel mutiger.
Paris übernahm im zweiten Abschnitt allerdings wieder die Kontrolle, zunächst jedoch ohne zwingend zu werden – ein Treffer von Di Maria nach klasse Vorarbeit von Mbappé in der 56. Minute zählte wegen einer Abseitsstellung richtigerweise nicht.
Manchester indes zog sich weiter zurück, überließ Paris das Spiel und lauerte auf Fehler, Ballgewinne und Umschaltmomente. Doch weder ergaben sich für die "Red Devils" gute Kontergelegenheiten, noch erspielte sich Paris trotz Überlegenheit gute Torgelegenheiten.
Die Gastgeber waren dennoch bemüht, mit einem dritten Treffer die Partie zu entscheiden. Die beste Chance verstolperte der an diesem Abend unglücklich agierende Mbappé jedoch alleine vor David de Gea (83.), den Nachschuss setzte Bernat aus spitzem Winkel an den Pfosten.
Doch die Partie sollte noch die verrückte Wendung nehmen, die sich im Vorfeld wohl niemand ausgemalt hatte. Ein Handspiel von Presnel Kimpembe brachte Manchester in der 90. Minute nach Überprüfung der Videobilder durch Schiedsrichter Damir Skomina einen Handelfmeter ein – Rashford verwandelte zum 3:1. Paris warf im Anschluss alles nach vorne, verbuchte aber in der neunminütigen Nachspielzeit keinen Torabschluss mehr.
Die Stimmen:
Marcus Rashford (Manchester United): "Ich habe nur versucht, einen kühlen Kopf zu bewahren. Elfmeter ist etwas, das man jeden Tag übt, ich wollte es probieren. Das Warten davor war das Schwierigste, aber wir leben für diese Art von Momenten - und wir sind nun glücklich."
Ole Gunnar Solskjaer (Trainer Manchester United): "Fantastisch. Der Glaube der Jungs war so, wie wir uns das erhofft haben. Es war ein super Start. Wir wollten das erste Tor erzielen, aber wir haben es nicht nach zwei Minuten erwartet. Das hat das Spiel geöffnet."
Thiago Silva: "Es ist gerade schwer, etwas zu sagen. Es ist schade. Wir haben in Manchester sehr gut gespielt. Heute konnten wir aber nicht umsetzen, was wir uns vorgenommen haben. Wir hatten einen guten Lauf und dennoch endet der hier. Das ist Fußball. Nichts hat heute funktioniert. Ich bitte unsere Fans um Vergebung."
Romelu Lukaku: "Ich und Marcus Rashford wussten nach dem Spiel gegen Fulham, dass wir harmonieren können. Es war heute eine Freude, mit ihm zu spielen."
Das fiel auf: "Paris is a Depp"
K.-o.-Spiele in der Königsklasse mit Paris Saint-Germain kamen zuletzt selten ohne Drama aus – stets zum Nachteil von Paris. 2014 verspielten die Franzosen einen 3:1-Vorsprung im Rückspiel gegen den FC Chelsea (0:2), unvergessen vor allem das 6:1-Aus nach 4:0-Hinspielerfolg gegen den FC Barcelona 2017. Und seit diesem Abend ist dieser Ruf des französischen Hauptstadtklubs um ein historisches Kapitel reicher.
Denn noch nie erreichte ein Team in den K.-o.-Spielen der Königsklasse die nächste Runde, wenn das Hinspiel zu Hause mit zwei oder mehr Toren Unterschied verloren ging – Manchester gelang dieses Kunststück nun ausgerechnet gegen Paris. Die Umstände hätten dabei mit dem späten Elfmetergegentreffer nicht tragischer sein können. Egal, wie gut die Ausgangslage sein mag, Paris ist stets in der Lage, es zu verspielen. Angelehnt an den Ruf des 1. FC Nürnberg, "Paris is a Depp".
Der Tweet zum Spiel:
Nerven aus Stahl.
Die Statistik: 2014
Für Manchester United ist es der erste Einzug ins Viertelfinale der Champions League seit der Saison 2013/14.
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung