Champions League: FC Bayern in der Einzelkritik: Heimlicher Star Gnabry, (Ko-)Watschn für Müller
Der FC Bayern München müht sich in der Champions League bei AEK Athen zum einem 2:0 (0:0). Thomas Müller bleibt dabei lange außen vor und muss Serge Gnabry das Spiel überlassen. Mats Hummels setzt Offensivakzente, Rafinha vertritt David Alaba stark. Die Einzelkritik.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Aus Athen berichtet Florian Bogner
Manuel Neuer: Lamentierte zuletzt über zu wenige Möglichkeiten, sich auszuzeichnen. Blieb auch in Athen so – tatsächlich komplett ungeprüft. Und so das erste Mal seit einem Monat wieder zu Null.
Joshua Kimmich: 13. Pflichtspiel, 13. mal Kimmich – rechts gewohnt oft eingebunden, aber ohne richtig Zug nach vorne. Hinten zweimal offen. Aber: beste Passquote auf dem Platz. Überspielt? Pause gegen Mainz überfällig.
Niklas Süle: Schöne Duelle mit Klonaridis, vor dem Kovac gewarnt hatte. Hinten sicher (4 von 5 Zweikämpfe gewonnen), nach vorne mit ein wenig Streuung.
Mats Hummels: Beschwor das 1:0 durch seinen Pass auf Robben herauf (61.). Guter Ball in die Spitze auf Robben (9.). Etwas gedankenverloren bei Ponces Chance (19.), stellte aber gut. Schmiss sich vorne bei Ecken glücklos in jeden Kopfball.
Rafinha: Für den angeschlagenen Alaba links hinten eingesetzt. Agil, frech, aufmerksam, meiste Ballkontakte (118). Nur bei der Ponce-Chance nicht ganz auf der Höhe (19.). Tolle Vorarbeit zum 2:0 (63.).
Javi Martínez: Verbessert im Spiel nach vorne – dafür erschreckend zweikampfschwach im Kerngebiet. Hatte eine Kopfballhalbchance (11.), schaltete beim 1:0 geistesgegenwärtig und verwertete den Abpraller der Athener Abwehr wie ein Mittelstürmer (61.) – sein erstes Tor seit Januar.
Arjen Robben: Permanent am Winken, von AEK teilweise getripelt, lange ineffektiv – bis er vor dem 1:0 abzog und Martínez profitierte. Schimpfte mehrfach auf Lewandowski, weil der ihm den Ball nicht durchstecken konnte (22./34.).
James Rodríguez (bis 62. Minute): Brauchte 20 Minuten, um auf Touren zu kommen. Glättete dann ein bisschen den griechischen Salat im Mittelfeld. Zu zögerlich im Abschluss. Nach strapaziöser Länderspielreise und zweimal Startelf als erster ausgewechselt.
Thiago: Vermasselte die erste große Chance des Spiels (27.), als er Lewandowski nur so halb anspielte. Zauberkunst auf einem Stück Suvlaki gegen Bakasetas (21.), sonst nicht so das brillante Element im Bayern-Spiel, aber bissig: gewann neben Rafinha die meisten Zweikämpfe (beide 9 von 13).
Serge Gnabry (bis 75.): Als zweimaliger Vor-Vorbereiter der heimliche Star des Spiels. Toller Geistesblitz auf Hummels vor dem 1:0 (61.) und auf Rafinha vorm 2:0 (63.). Einziger, der in der ersten Halbzeit zumindest ab und zu den Abschluss suchte. Außenristflanke (10.), Fernschuss (12.), Schuss ans Außennetz (39.) – ihm selbst blieb vieles versagt.
Robert Lewandowski (bis 84.): 75. Champions-League-Spiel. Arbeitete mitunter fleißig an einer Neuverfilmung des Fischklassikers Flipper, so weit versprangen ihm die Bälle. Wurde wenig bis gar nicht gefunden - bis er beim 2:0 gar nicht mehr daneben schießen konnte.
Leon Goretzka (ab 62. Minute für James): Kurz nach dem 1:0 eingewechselt. Vergab das mögliche 3:0 (90.+2).
Thomas Müller (ab 75. für Gnabry): Dritter Bankplatz (mit Frankreich) in Folge, schon eine kleine (Ko-)Watschn vom Bayern-Trainer für den Co-Kapitän. Kam für Gnabry in der Schlussviertelstunde als Linksaußen (!). Guter Einsatz nach hinten, mehr war nicht.
Sandro Wagner (ab 84. für Lewandowski): Erst der fünfte Einsatz diese Saison, vier davon unter 20 Minuten. Trat nicht mehr nennenswert in Erscheinung.
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-ec453673-a7e8-4c9b-a566-6689a5fb6276-68-310-310.jpeg)