Champions League - FC Bayern München zittert sich zum Remis gegen Ajax Amsterdam

Der FC Bayern München hat den erhofften Befreiungsschlag gegen Ajax Amsterdam in der Champions League verpasst. Das Team von Trainer Niko Kovac kam im zweiten Gruppenspiel nicht über ein enttäuschendes 1:1 (1:1) hinaus. Damit hat Bayern in den letzten drei Pflichtspielen keinen Sieg einfahren können. Die Tore erzielten Mats Hummels (4.) für den Rekordmeister und Noussair Mazraoui (22.) für Ajax.

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So lief das Spiel:

Bayern begann sehr forsch und kombinierte sich bereits in den Anfangsminuten einige Male in gefährliche Abschlusspositionen.
Folglich fiel früh der verdiente Führungstreffer: Arjen Robben wurde im rechten Halbfeld nicht gestört und flankte ins Sechzehnerzentrum, wo sich der wegen einer vorausgegangenen Standardsituation aufgerückte Mats Hummels davonstahl und aus sechs Metern zum 1:0 einnickte (4.).
Ajax bekam auch anschließend zunächst keinen Zugriff - die Münchner drückten auf den nächsten Treffer. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde wandelte sich das Bild allerdings.
Die Niederländer kamen nun besser zurecht und glichen durch eine Zweier-Kombination aus: Noussai Mazraoui lief nach einem weiten Ball des Ajax-Keepers die rechte Seite entlang und passte ins Zentrum zu Dušan Tadić, der seinen Passgeber mit einem Chip in den Strafraum bediente.
Dort nahm der Marokkaner den Ball mit rechts an und schoss aus etwa zwölf Metern mit links flach zum 1:1 ein (22.).
Danach blieben die niederländischen Hauptstädter dran und gestalteten das Spiel offener. Das Halbzeitergebnis war leistungsgerecht.
Ajax war in den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel spielbestimmend und erarbeitete sich gute Möglichkeiten. Vor dem Tor fehlte es dem jungen Team aber an Kaltschnäuzigkeit sowie Präzision im Abschluss.
Bayern schaffte es zwar, den Gegner zwischenzeitlich für einige Minuten vom eigenen Sechzehner fernzuhalten, agierte selbst aber zu einfallslos, um zum Abschluss zu kommen.
Der FCB kann sich glücklich schätzen, dass die Amsterdamer in der Schlussphase nicht auf 2:1 stellten. In der 72. Minute schoss Donny van de Beek nach Zuspiel von Tadić freistehend vor Manuel Neuer am Kasten vorbei. In der Nachspielzeit lenkte Bayerns Nummer eins einen Freistoßhammer von Lasse Schöne an den Querbalken (90.+2).
Beide Vereine sind nach ihren Auftaktssiegen punktgleich. Ajax führt die Gruppe E aufgrund des besseren Torverhältnisses vor Bayern an. Benfica ist den beiden dicht auf den Fersen, da die Lissaboner nach ihrem turbulenten 3:2 bei AEK Athen lediglich einen Zähler weniger auf dem Konto haben.

Die Stimmen:

Niko Kovač (Trainer FC Bayern München): "Es war mit Sicherheit kein gutes Spiel von uns. Bis auf die ersten 15 Minuten haben wir zu fahrlässig gespielt, wenige Zweikämpfe gewonnen - jeder zweite Ball war beim Gegner. So baut man den Gegner auf und verliert an Selbstvertrauen. Das war heute ein gewonnener Punkt für uns, das muss man so sehen. Der Gegner hat es uns heute vorgemacht: Wir müssen diese Leistung - wie gegen Schalke - immer wieder aufrufen, denn wir sind diejenigen, die gejagt werden. Wir müssen zusehen, dass wir wieder das Gesicht zeigen, das uns in den ersten sieben Spielen ausgemacht hat."
Erik ten Hag (Trainer Ajax Amsterdam): "Wir haben die Bayern hoch abgefangen, und das hat ihnen nicht gefallen. Wir waren frech, mutig. Nur die ersten zehn Minuten waren etwas schwierig. Im Vorfeld des Spiels sagt man: Gut, ein Punkt ist wunderbar. Jetzt können wir sagen: Wir hätten gewinnen müssen. Bayern gehört zu den Spitzenmannschaften der Welt, aber wenn man das Spiel hier sieht, wenn man die Chancen sieht, hätten wir hier gewinnen müssen."
Thomas Müller (FC Bayern München): "Wir haben sehr gut angefangen, die ersten 15 Minuten richtig mit Schwung und dann haben wir irgendwie Ajax ein bisschen zu viel in ihr Spiel kommen lassen. Ich denke, man hat gleich gesehen: Wir waren gewillt, von Anfang an Druck zu machen und dann ist Ajax so nach 20 Minuten, mit ein, zwei langen Bällen, die sie halten konnten, über uns drüber und dann ein bisschen in ihren Rhythmus rein gekommen. Unser Spiel ging zu schnell - zu viel hin und her. Wir haben es nicht geschafft, uns in der gegnerischen Hälfte festzuspielen. Wir haben sicher schon eine bessere Phase gehabt zu Saisonbeginn, seit ein paar Spielen stimmt unsere Spielweise nicht mehr. Aber das hilft jetzt nix. Wir müssen die Knochen sortieren. Im Fußball musst du nach vorne schauen, auch wenn es nicht das Gelbe vom Ei war."
Manuel Neuer (Kapitän FC Bayern München): "Ich denke, wir haben gut begonnen. Wir haben viel Sicherheit ausgestrahlt, viel Ballbesitz gehabt und alles im Griff gehabt. Und dann haben wir Ajax ein bisschen spielen lassen und das war unser Problem."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Jetzt aber doch eine Mini-Krise

FCB-Trainer Niko Kovač erlebt bei seinem neuen Arbeitgeber seine erste Mini-Krise. In der vergangenen Woche fuhren die Münchner in zwei Bundesliga-Spielen insgesamt lediglich einen Punkt ein (1:1 zuhause gegen Augsburg, 0:2 bei Hertha BSC), wodurch sie die Tabellenführung an Borussia Dortmund abgeben mussten. Die sonst im eigenen Stadion kaum bezwingbaren Münchner spielten also wettbewerbsübergreifend zum zweiten Mal in Serie in der Allianz Arena unentschieden. Somit riss Bayerns beeindruckende Serie von zwölf Champions-League-Heimdreiern in der Gruppenphase.

Die Statistik: 3-3-3

Ausgeglichener geht es nicht: Beide Vereine standen sich auf europäischer Bühne (Champions League und Europapokal der Landesmeister) bisher neunmal gegenüber - dreimal siegte Bayern, dreimal Ajax, dreimal gab es keinen Gewinner.
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