So lief das Spiel:

In der Champions League läuft beim FC Bayern München alles nach Plan - gegen den portugiesischen Vertreter Benfica Lissabon reichte dem deutschen Rekordmeister ein einziger Punkt zum vorzeitigen Weiterkommen. Anders läuft es in der Bundesliga - dementsprechend wichtig war die Partie auch hinsichtlich des Job-Erhalts von Trainer Niko Kovac.
Der deutsche Rekordmeister übernahm von Beginn an den dominanten Part des Spiels, drängte Benfica tief in die eigene Hälfte. Die Portugiesen lauerten früh auf lange Bälle - Bayern stellte sich auf dieses Stilmittel ein, verlagerte die letzte Reihe tiefer in die eigene Hälfte.
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VOR 12 STUNDEN
In der 13. Minute gelang den Münchnern schließlich die frühe Führung. Nach einem fantastischen Sololauf von Arjen Robben auf der rechten Seite, der gleich vier Gegenspieler vernaschte, landete der Ball aus halbrechter Position unhaltbar im linken Winkel. Ein Traumtor des Niederländers!
Die Hausherren blieben die bessere Mannschaft, waren aktiver als die Portugiesen und gingen druckvoll auf den zweiten Treffer. In der 30. Minute war Robben mit seinem zweiten Treffer zur Stelle. Erneut zog er aus der rechten Strafraumhälfte nach innen und knallte den Ball ins rechte Toreck.
Sechs Minuten später machten die Bayern früh den Deckel drauf. Joshua Kimmich brachte einen Eckball von der rechten Seite in die Mitte, Robert Lewandowski setzte sich im Zentrum stark durch und köpfte den Ball zum 3:0 ins linke Eck.
Alles schien entspannt, doch wenige Sekunden nach Wiederanpfiff offenbarte die Münchner Hintermannschaft einmal mehr erhebliche Schwächen. Der gerade eingewechselte Gedson Fernandes kombinierte sich zusammen mit Jonas mit einem einfachen Doppelpass durch die Abwehr - Jérôme Boateng grätschte ins Leere. Anschließend verwandelte der Youngster eiskalt vor Manuel Neuer.
Die Bayern antworteten prompt, stellten in der 51. Minute den alten Abstand wieder her. Erneut verwandelte Lewandowski eine Ecke von Kimmich aus zentraler Position. In der 77. Minute legte Franck Ribéry nach. Nach einem Doppelpass mit David Alaba verwandelte der Franzose flach aus elf Metern ins rechte Eck. So machten die Bayern schließlich Sieg und Weiterkommen in der Champions League klar und legen nun wieder den Fokus auf das Tagesgeschäft Bundesliga.

Das fiel auf: Münchner Trainerposse

Der FC Bayern München wankt in diesen Wochen gewaltig. Trotz des ungefährdeten und überzeugenden Sieges in der Champions League gegen Benfica Lissabon steht die Frage nach dem Chefposten von Kovac nach wie vor auf der Bayern-Agenda - bleibt er oder bleibt er nicht?! Diese Frage scheint bereits beantwortet. In diesen Tagen werden bereits potenzielle Nachfolger gehandelt. Dabei fällt auf, dass wohl auch bei einem Trainerwechsel nur bedingt Synergieeffekte folgen würden.
Denn das Problem liegt hauptsächlich im Kader des deutschen Rekordmeisters. Die Alterstruktur gepaart mit dem gegebenen (oder eben nicht gegebenen) Erfolgshunger der Spieler hemmt das Streben und Erreichen nach Erfolg. Gegen Benfica lag der Altersdurchschnitt bei fast 29 Jahren, die Titelsammlungen der einzelnen Spieler füllen etliche Trophäenschränke. Müdigkeit macht sich breit.
Diese Kombination bedarf natürlich genauerer Analyse, macht aber auf erster Ebene deutlich, dass nicht Kovac die primär zu diskutierende Personalie ist. Wie wusste schon Dwight D. Eisenhower: "Die Suche nach Sündenböcken ist von allen Jagdarten die einfachste." Kovac steht derzeit allein auf weiter Flur.

Die Stimmen:

Arjen Robben (FC Bayern): "Die beiden Treffer waren wichtig für uns, für die Mannschaft und nicht nur für mich. Natürlich ist das immer schön, wenn du Tore schießt. Es war uns ganz wichtig vor allem nach der bitteren Enttäuschung von Samstag wieder aufzustehen und ein gutes Spiel zu zeigen - auch für unser Publikum."
Niko Kovac (Trainer FC Bayern): "Wir haben heute über die komplette Zeit sehr konzentriert agiert, nichts zugelassen. Endlich hat sich die Mannschaft für ihren Aufwand belohnt und über 90 Minuten die Leistung gebracht. Die Mannschaft hat Qualität, das wissen wir alle. Anscheinend braucht sie aber die großen Spiele. In Dortmund und in der Champions League haben wir es gut gemacht, aber gegen die vermeintlich kleineren Mannschaften tun wir uns schwer, offenbar weil die Mannschaft denkt, es geht von alleine."
Hasan Salihamidzic (Sportdirektor FC Bayern): "Heute war es gut, was wir gespielt haben. So wollen wir weitermachen. Das Spiel hat für sich gesprochen, denn die Mannschaft hat Verantwortung übernommen und für den Trainer, die Mannschaft und den Klub gespielt. Darauf kann man stolz sein."
Rui Vitória (Trainer Benfica Lissabon): "Wir waren nicht richtig auf der Höhe, wir waren nicht gut. Wir haben unsere Strategie nicht gut umgesetzt. Wir hätten defensiv gut organisiert und aggressiv in der Balleroberung sein müssen und dann schnell nach vorne spielen müssen. Das ist uns nicht gelungen. Das lag auch an Bayern, sie waren überlegen und haben uns eingeschränkt. Sie gehören zu den größten Teams Europas. Wir müssen das Spiel analysieren, Bayern hat verdient gewonnen."

Der Tweet zum Spiel:

Bei den Bayern feierte der Südkoreaner Woo-Yeong Jeong sein Pflichtspiel-Debüt.

Die Statistik: 250

Die Partie gegen Benfica Lissabon war eine ganz besondere für Rafinha. Der brasilianische Außenverteidiger feierte sein 250. Pflichtspieleinsatz für den FC Bayern München und absolvierte zugleich sein 50. Spiel im Europapokal für die Münchner. In seinen 250 Einsätzen erzielte Rafinha insgesamt fünf Treffer, legte 29 Tore vor, kassierte eine Gelb-Rote und eine Glattrote Karte.
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