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Champions League | PSG gewinnt Achtelfinal-Hinspiel bei Manchester United

Paris erobert Manchester: "Dann ist einiges möglich"

12/02/2019 um 22:50Aktualisiert 13/02/2019 um 01:31

Paris Saint-Germain hat sich im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Manchester United eine glänzende Ausgangsposition zum Erreichen der nächsten Runde geschaffen. Durch Tore von Presnel Kimpembe (53. Minute) und Kylian Mbappé (60.) gewann das Team von Trainer Thomas Tuchel im Old Trafford mit 2:0 (0:0). Manchester-Star Paul Pogba flog mit Gelb-Rot vom Platz (89.).

So lief das Spiel:

Beide Mannschaften trugen zu einem intensiven Beginn bei. Der Gegner wurde früh angelaufen, die Abstände eng gehalten. Während Manchester zunächst auf gute Umschaltmomente baute, versuchte es Paris mehr über Ballbesitz und geduldiges Ausspielen von Möglichkeiten im Angriffsdrittel.

Gute Abschlussszenen gab es auf beiden Seiten jedoch nur aus der Distanz: Angel di Maria verfehlte mit einem Schuss vom linken Strafraumeck knapp den Querbalken (6.), Marcus Rashford prüfte Gianluigi Buffon am kurzen Pfosten (9.).

Ansonsten zeichneten sich vor allem die beiden Defensivreihen aus, viel spielte sich zwischen den Sechzehnern ab. Mehr Spielanteile verbuchte in der Folge Paris, allerdings ohne selten zwingend zu werden. Manchester fand indes über seine Umschaltmomente kaum Durchbrüche und war zumeist defensiv gefordert.

Manchester United - Paris Saint-Germain

Manchester United - Paris Saint-GermainGetty Images

Die beste Chance ergab sich nach 28 Minuten nach Kombination über Marco Verratti, Julian Draxler und Kylian Mbappé, der Franzose setzte die Kugel aus spitzem Winkel aber ins Außennetz. Mehr an Großchancen bot der erste Abschnitt nicht, dafür jede Menge Fouls und gleich fünf Verwarnungen - vor allem auf Kosten des Spielflusses.

Der zweite Durchgang bot zunächst ein unverändertes Bild. Ein erstes Erweckungserlebnis war ein Kopfball von Mbappé nach Flanke von Dani Alves in der 52. Minute - David De Gea klärte reaktionsschnell am kurzen Pfosten. Der folgende Eckball brachte dann die Führung für die Gäste: Verteidiger Presnel Kimpembe drückte die Kugel unbewacht im Stile eines Stürmers über die Linie (53.).

Der Treffer beflügelte Paris, zunächst verpasste Alves nach einem weiteren Eckball das nächste Tor (56.), Mbappé machte es kurz darauf nach klasse Angriff und guter Vorlage über links durch di Maria besser und schob aus kurzer Distanz zum 2:0 ein (60.).

Das Team von Thomas Tuchel hatte die Partie nun vollkommen im Griff, United suchte vergeblich Struktur. Weitere Gelegenheiten ergaben sich für Mbappé (63.) und Juan Bernat (64.) - jeweils klärte De Gea in höchster Not.

Paul Pogba bei Manchester United - Paris Saint-Germain

Paul Pogba bei Manchester United - Paris Saint-GermainGetty Images

Erst rund um die 70. Minute fanden die Gastgeber wieder mehr Zugriff ins Spiel, waren nach vorne bemüht, allerdings ohne Durchbrüche. Ole Gunnar Solskjaers Mannschaft rannte sich immer wieder am Sechzehner fest und kam nicht in Abschlusspositionen.

Paris spielte den Vorsprung in der Schlussphase souverän und abgeklärt herunter, die Franzosen zeigten sich insgesamt hervorragend von Tuchel eingespielt und präsentierten die reifere Spielanlage. In der 90. Minute sah Paul Pogba zudem seine zweite Gelbe Karte - Platzverweis.

Die Stimmen:

Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain): "Ich glaube, wir hatten ein sehr schweres Spiel. ManUnited hat physisch gespielt . in der ersten Halbzeit haben wir nicht die richtige Mischung gefunden aus Ballbesitz-Spiel und Kontern. In der zweiten Halbzeit war es dann deutlich bessern. Wir haben in der Halbzeit vor allem darüber gesprochen, die richtige Mischung zu finden. Ab und zu auch mal den Ball zu halten, wenn kein Konter möglich war. United hat die Konter gut verteidigt. Wir haben geduldig gespielt, aber trotzdem die Tiefe gesucht. Dann hat es sich auch in der Defensive besser angefühlt. Es ist sehr schwer, hier zu gewinnen.

Wir haben Manchester analysiert und wussten, dass die Schlüsselszenen meist über Pogba ablaufen. Von daher wussten wir, dass immer einer bei ihm sein muss. Marquinhos und die ganze Mannschaft haben das super gemacht. Das Wichtigste ist, dass wir als Mannschaft zusammenbleiben. Wir haben super zusammen verteidigt, aber auch angegriffen. Wenn die Spieler zurückkommen, die verletzt gefehlt haben, dann ist einiges möglich."

Das fiel auf: Mourinho lässt grüßen

Solskjaer sprach im Vorfeld von Selbstbewusstsein und Zuversicht. Kein Wunder: Seitdem der Norweger im Dezember übernahm, gewann Manchester zehn von elf Partien in der Liga und zeigte teilweise mitreißenden Offensivfußball. Bei den "Red Devils" erinnerte nicht mehr viel an den teilweise biederen Auftritten mit Defensivfokus unter Vorgänger José Mourinho.

Entsprechend hoffnungsvoll schienen die Aussichten gegen Paris - doch dann wirkte United wie ausgewechselt. Statt offensiver Spielfreude wehten schnell Erinnerungen an Mourinho durchs Old Trafford: Die Engländer standen teilweise extrem tief, bauten auf kompakte Defensive und Umschaltmomente. Dieser Matchplan erwies sich als wenig tauglich. United blieb vieles schuldig, trat gehemmt auf und zeigte sich nicht auf Augenhöhe mit Paris. Für Solskjaer war's die erste Niederlage in Manchester.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 1

Kaum zu glauben, aber Manchester United und Paris Saint-Germain trafen das erste Mal in einem Pflichtspiel aufeinander.

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