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Trotz Ronaldo-Traumtor: Manchester United dreht Spiel bei Juventus Turin

United gewinnt bei Juve trotz Ronaldo-Traumtor: "Unglaubliche fünf Minuten"

07/11/2018 um 23:01Aktualisiert 07/11/2018 um 23:54

Trotz eines Traumtors von Superstar Cristiano Ronaldo hat Juventus Turin sein Heimspiel gegen Manchester United in der Champions League mit 1:2 (0:0) verloren. Nach dem Führungstreffer des Portugiesen (65. Minute) drehten juan Mata (86.) und ein Eigentor von Alex Sandro (90.) die Partie noch zu Gunsten der Engländer.

So lief das Spiel:

Die Rollen waren frühzeitig verteilt. Juventus dominierte und kontrollierte die Begegnung, Manchester United beschränkte sich auf eine funktionierende Defensivarbeit. Ein geblockter Abschluss im Sechzehner von Cristiano Ronaldo (5.) blieb für lange Zeit die beste Torgelegenheit, ansonsten agierte Turin gefälliger mit vielen Tempovorstößen über die Halbräume, kam jedoch kaum zu Abschlüssen.

Erst nach einer halben Stunde näherten sich die Gastgeber dem Torerfolg. Ein Flachschuss von Juan Cuadrado zwang abgefälscht Schlussmann David De Gea zu einer klasse Reaktion (35.), eine Minute später traf Sami Khedira aus freier Schussbahn nach Vorarbeit von Ronaldo nur den Außenpfosten.

Trotz großer Überlegenheit blieb den Italienern bis zur Halbzeit ein Treffer verwehrt. Manchester fand dagegen offensiv bis zum Seitenwechsel überhaupt nicht statt – und leistete sich auch in der Defensive die eine oder andere Schwäche gegen die tempostarke Offensive der Italiener.

Der zweite Durchgang begann mit einem guten Abschluss von Anthony Martial knapp neben den langen Pfosten (47.). Aber auch Juventus meldete sich sofort zurück, ein Schlenzer von Paulo Dybala knallte aus 16 Metern an die Latte (48.).

Cristiano Ronaldo, Juventus-Manchester United

Cristiano Ronaldo, Juventus-Manchester UnitedGetty Images

United kam zunächst zielstrebiger aus der Kabine und zeigte mehr offensive Präsenz. Juventus hielt die Partie dennoch souverän und geduldig unter Kontrolle. Der Führungstreffer in der 65. Minute durch Ronaldo war nur konsequent: Der Portugiese knallte einen langen Ball von Leonardo Bonucci per Rechtschuss aus zwölf Metern unhaltbar in die Maschen – der erste Treffer für Ronaldo in der "Königsklasse" für seinen neuen Verein.

In der Folge drängte Turin auf den nächsten Treffer, Miralem Pjanić (67./73.) und Cuadrado (76.) vergaben aus vielversprechenden Situationen. Manchester hingegen fiel zurück in die Muster der ersten Halbzeit, agierte schlicht nicht auf Augenhöhe mit Juventus. Nichts deutete zu jener Phase auf einen Erfolg der Gäste hin. Und doch stand am Ende das Team von José Mourinho als Sieger dar.

Zwei Standardsituationen brachten der Partie die unerwartete Wende. Zunächst schlenzte der eingewechselte Mata einen Freistoß aus 20 Metern über über die Mauer ins linke Eck (86.) zum 1:1-Ausgleich. In der 89. Minute war dann der Wahnsinn perfekt. Nach einem weiten Freistoß von Ashley Young drückte Alex Sandro den Ball im Getümmel vor dem Tor über die eigene Linie (89.).

Turin kam nicht mehr zurück, Effizienz schlug an diesem Abend Klasse.

Die Stmmen:

José Mourinho (Trainer Manchester United): "Es war ein sehr gutes Spiel, ein hochkarätiges Spiel. Wir haben auf hohem Niveau gearbeitet. Nach ihrem Tor hatten wir fünf Minuten Zeit, um wieder aufzuwachen. Aber das Team war von der ersten bis zur letzten Minute dabei."

Juan Mata (Manchester United): "Was für unglaubliche fünf Minuten! Drei Punkte gegen Juventus in Italien, das ist großartig. Es war sehr schwierig. Sie haben fantastische Spieler und sind ein Top-Team, aber wir gehen mit drei Punkten zurück nach Manchester."

Das fiel auf: Mourinho kann es nicht lassen

Schlusspfiff. Manchester United hatte einen durchaus schmeichelhaften Sieg eingefahren. Die eigene Leistung war dabei über weite Strecken einmal mehr dürftig, nur das Ergebnis passte am Ende. Normalerweise eine Situation für eher leise Töne. Doch nicht so für José Mourinho.

"The Special One" genoss den Triumph, provozierte mit Gesten das Publikum und zog damit auch den Unmut einiger Juventus-Akteure auf sich. Nach einem kleinen Wortgefecht mit Giorgio Chiellini auf dem Feld verließ Mourinho schließlich geschützt von einigen United-Betreuern die Arena.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 3

Erst zum dritten Mal überhaupt verlor Juventus ein Heimspiel in der Champions League nach vorheriger Führung.

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