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FC Bayern besiegt AEK Athen dank Lewandowski-Doppelpack in Champions League

Glanzlose Bayern bezwingen Athen: "Feuerwerk war nicht zu erwarten"

07/11/2018 um 22:50Aktualisiert 08/11/2018 um 01:20

Der FC Bayern München hat die Pflichtaufgabe AEK Athen souverän gemeistert, ist in der Champions League aber erneut einiges schuldig geblieben. Beim 2:0 (1:0) des Rekordmeisters traf Robert Lewandowski doppelt (31., Foulelfmeter/71.) und sicherte den Münchnern damit den dritten Sieg im vierten Auftritt der diesjährigen "Königsklasse". Am Samstag duelliert sich Bayern mit Borussia Dortmund.

So lief das Spiel:

Die Champions League in der Nebenrolle: Gegen AEK Athen peilten die kriselnden Münchner einen Sieg an, aus dem Moral und Selbstbewusstsein geschöpft werden soll. In den Köpfen vieler kursierte bereits das Bundesliga-Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund am kommenden Samstag. Nichtsdestotrotz fuhr Niko Kovač die vermeintliche Top-Elf auf, die womöglich auch gegen den BVB starten wird. "Wir müssen zusammenhalten," gab der Trainer vor der Partie zu Protokoll.

Die Bayern hielten gegen AEK Athen durchaus zusammen, hatten allerdings erhebliche Probleme in der Anfangsphase gegen mutige Griechen. Der Underdog ging mit breiter Brust ins Duell und erspielte sich in der 6. Minute die erste Chance der Partie. Nach einer Ecke von der rechten Seite kam Innenverteidiger Vasilios Lampropoulos zum Kopfball - setzte die Kugel nur knapp links am Tor vorbei.

Die Münchner agierten schwerfällig, hatten keine Tiefe im eigenen Spiel und waren zu ideenlos im Gang nach vorne. AEK hatte wenig Mühe, die Angriffsbemühungen der Münchner zu unterbinden.

In der 31. Minute ging der deutsche Rekordmeister dennoch in Führung. Nach einem Foulspiel im Strafraum zeigte Schiedsrichter Matej Jug auf den Elfmeterpunkt. Uros Cosic foulte Robert Lewandowski im Strafraum - kein Muss-Elfmeter. Der Pole übernahm die Verantwortung vom Punkt und verwandelte ins rechte Eck zur Führung der Bayern.

Robert Lewandowski bei FC Bayern - Athen

Robert Lewandowski bei FC Bayern - AthenGetty Images

Das Tor diente als Initialzündung: Die Bayern spielten befreiter, kamen zu guten Gelegenheiten und untermauerten ihre Favoritenstellung. In der 55. Minute hatte Leon Goretzka das 2:0 auf dem Fuß, nach einer feinen Hereingabe von Joshua Kimmich scheiterte der Mittelfeldmann an Vasilios Barkas, der mit einer Glanztat zur Stelle war.

Der nächste Hochkaräter gehörte Lewandowski in der 61. Minute. Nach starkem Steilpass war aus zwölf Metern halblinker Position erneut bei Barkas Endstation. In der 71. Minute klingelte es doch noch zum zweiten Mal im Athener Kasten. Nach einer Ecke von der linken Seite landete der Ball über Umwege am zweiten Pfosten bei Lewandowski, der die Kugel zum 2:0 über die Linie stocherte - die Entscheidung.

So erspielten sich die Bayern den wichtigen Sieg gegen AEK Athen vor dem Duell gegen Borussia Dortmund und schossen sich zudem an die Tabellenspitze der Gruppe E.

Die Stimmen:

Niko Kovac (Trainer FC Bayern München): "Wir haben verdient gewonnen und nichts zugelassen. In der zweiten Halbzeit hätten wir uns belohnen und noch zwei, drei Tore schießen müssen. Das war kein Feuerwerk, aber das war auch nicht zu erwarten. Es ist im Moment nicht die Leichtigkeit da, wir müssen uns das sehr hart erarbeiten. Gegen Dortmund müssen wir uns sicherlich noch steigern, aber das wird ein ganz anderes Spiel. Dortmund spielt auch nach vorne."

Robert Lewandowski (FC Bayern München): "Wir wissen, dass die beiden letzten Spiele nicht perfekt waren, aber es war ein guter Schritt nach vorn. Wir haben das Spiel kontrolliert, aber natürlich können wir besser spielen. Im nächsten Spiel werden wir noch besser. Wir können aber nicht jede Mannschaft klar besiegen. Dieser Erfolg ist gut für mich, die Mannschaft und das Selbstbewusstsein. Es war eine gute Leistung, auch wenn ein paar Sachen gefehlt haben. Das wollen wir am Samstag besser machen."

Marinos Ouzounidis (Trainer AEK Athen): "Mein Team hat gut gespielt. Wir wollten den Gegner an der Seite pressen, sodass wir entsprechende Räume haben. Wir wollten nicht nur defensiv spielen, denn bei Ballverlusten ist es logisch, dass bei so einem Gegner Chancen entstehen. Natürlich hätten wir den Bayern mehr Probleme bereiten können. Aber ich denke, dass das Gesamtbild in Ordnung war. Das Gegentor war zu einfach durch den Elfmeter, aber ich bin zufrieden."

Das fiel auf: Innere Ruhe

Dass der FC Bayern zurzeit in einer Krise steckt, ist hinlänglich bekannt und dürfte vor allem den Münchner Akteuren präsent sein. Dass eine erfolglose Zeit hartnäckig am Selbstvertrauen der Spieler und dem gesamten Kollektiv nagt, ist nachvollziehbar - doch die Bayern lassen sich davon offensichtlich nicht aus der Ruhe bringen. Trotz der öffentlichen Schelten und dem Ruf nach Leistungssteigerung schaut der Rekordmeister ohne angespannten Puls auf sich und die eigenen Spiele.

Gegen AEK Athen spielten die Bayern zu Beginn keinen Zauberfußball, hatten lange große Mühe mit den aggressiven Gästen - ließen sich allerdings zu keinem Zeitpunkt aus der Ruhe bringen. Trotz weniger Chancen und kaum produktivem Spielfluss suchten die Bayern den ruhigen Spielaufbau und verzichteten auf Schnellschuss-Aktionen in Form von unkoordinierten langen Bällen.

Nach der Führung mündete der ruhige Spielaufbau schließlich doch in gefährlichen Aktionen. So suchen die Münchner zwar weiterhin nach ihrer Meisterform - gehen dieses Unterfangen jedoch mit viel Ruhe an. Eine gute Reaktion auf die Wellen, die den Münchnern öffentlich begegnen.

Der Tweet zum Spiel:

Movember in München.

Die Statistik: 100

Meilenstein für Lewandowski. Der Stürmerstar absolvierte sein 100. Europacup-Spiel. In seinen 100 Partien kommt der Goalgetter auf starke 56 Tore. Er traf für Lech Posen, den BVB und seinen jetzigen Arbeitgeber, dem FC Bayern.

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