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"Verdient verloren": FC Bayern scheitert im Achtelfinale an Liverpool

"Verdient verloren": FC Bayern scheitert im Achtelfinale an Liverpool

13/03/2019 um 22:51Aktualisiert 14/03/2019 um 00:38

Der FC Bayern München ist im Champions-League-Achtelfinale am FC Liverpool gescheitert. Das Team von Niko Kovac verlor im Rückspiel mit 1:3 (1:1) und schied nach einem 0:0 aus dem ersten Vergleich aus. Manuel Neuer patzte bei Sadio Manés Führungstreffer (26. Minute), ein Eigentor von Joel Matip ließ Bayern hoffen (39.), Virgil van Dijk (69.) und Sané (84.) aber besiegelten Liverpools Erfolg.

So lief das Spiel:

Nach der überzeugenden Leistung des FC Bayern im Hinspiel gegen den FC Liverpool FC wollten die Münchner ihre zurzeit überzeugende Form mit dem Weiterkommen krönen. Während der deutsche Rekordmeister zuletzt auch in der Bundesliga zu beeindrucken wusste, gab die Mannschaft von Jürgen Klopp in der Premier League die Tabellenführung an Manchester City ab. Die Form und das Momentum sprachen für Bayern.

Die Münchner begannen beherzt mit großem Willen und absoluter Kontrolle in der Anfangsphase. Liverpool kam zunächst nicht in Schlagdistanz, hielt Bayern dennoch aus der eigenen Gefahrenzone entfernt. Im letzten Drittel zeigten sich die Hausherren nicht zwingend genug und erzeugten zu wenig Druck auf den letzten beiden Linien.

In der 26. Minute stellten die Engländer den Spielverlauf plötzlich auf den Kopf. Nach einem weiten Pass von Virgil van Dijk, zog Rafinha gegen Sadio Mané den Kürzeren, der sich technisch stark an der Strafraumgrenze behauptete. Manuel Neuer verschätzte sich, wollte die Situation für seinen Kollegen eigentlich klären. Mané drehte sich um Neuer herum und chippte den Ball anschließend zur LFC-Führung in die Maschen.

Manuel Neuer (l.) und Sadio Mané bei FC Bayern - Liverpool

Manuel Neuer (l.) und Sadio Mané bei FC Bayern - LiverpoolGetty Images

Die Hausherren benötigten in der Folge mindestens zwei Tore fürs Weiterkommen und investierten daraufhin auch offensiv deutlich mehr. In der 39. Minute erzwangen sie schließlich den Ausgleich.

Niklas Süle schickte Serge Gnabry auf der rechten Seite, der Offensivmann setzte sich auf dem Flügel durch und brachte den Ball in die Mitte, Joel Matip wollte dort vor dem einschussbereiten Robert Lewandowski klären und schoss die Kugel in die eigenen Maschen.

Im zweiten Durchgang mussten die Bayern auf den zweiten Treffer gehen, verloren allerdings Fokus und Spannung. Sie gaben Ballbesitz an Liverpool ab, waren zudem in den Zweikämpfen nicht mehr bissig und offensiv nicht präsent.

In der 69. Minute bedankte sich Liverpool für die bayerische Passivität mit der erneuten Führung. Nach einer Ecke von der rechten Seite setzte sich Abwehrchef van Dijk im Luftduell durch und köpfte ein zum 2:1 für die Engländer.

FC Bayern - Liverpool

FC Bayern - LiverpoolGetty Images

Die Bayern antworteten nicht mit wütenden Angriffen, sondern verschleppten ihr Tempo und gaben in Summe viel zu wenig Kontra im zweiten Durchgang. Liverpool verteidigte problemlos und machte in der 84. Minute letztlich den Sack zu. Mohamed Salah flankte den Ball mit dem Außenrist in die Mitte, Mané verwandelte stark per Flugkopfball.

Das Aus des FC Bayern war damit besiegelt. Liverpool war die stärkere und willigere Mannschaft und verdiente sich so diesen Erfolg.

Die Stimmen:

Niko Kovac (Trainer FC Bayern München): "Wir hatten einen starken Gegner. Da muss man Liverpool und Jürgen Klopp gratulieren, sie waren über zwei Spiele die bessere Mannschaft. Wir haben verdient verloren. Der Gegner hat sehr hoch attackiert, war kompakt, das war sehr schwer für uns. Wir hatten nicht unseren besten Tag, aber haben es bis zum 2:1 offen gehalten. Man hat gesehen, dass es eine Standardsituation dann entscheidet. Sie haben uns gut zugestellt, und wir haben es nicht geschafft, ruhig heraus zu spielen und auch Lewy ins Spiel zu bringen. Liverpool ist eine Top-Mannschaft in Europa. Wir haben unsere Grenzen aufgezeigt bekommen."

Jürgen Klopp (Trainer FC Liverpool): "Es gibt nicht viele Mannschaften, die auf ihrer Visitenkarte stehen haben, dass sie die Bayern rausgeworfen haben. Wir sind noch auf unserem Weg. So ein Ausrufezeichen zu setzen, ist brutal gut. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel viel besser kontrolliert, da haben wir den Bayern den Zahn gezogen. Es ist so groß für uns, ein Schritt in die richtige Richtung."

Das fiel auf: Polnische K.o.-Debatte

Die Debatte um Lewandowski und seine Präsenz in wichtigen K.o.-Spielen kommt zumeist dann hoch, wenn die Münchner in der "Königsklasse" ausscheiden. Bereits in den vergangenen zwei Spielzeiten sah sich der Pole vielen Kritikern gegenüber, die Lewandowski seine Torjägerqualitäten in wichtigen Spielen zum Teil absprachen.

In dieser Saison geht die Debatte in die nächste Runde. In der Offensive sorgte Lewandowski nicht für die nötige Gefahr, war zwar aktiv in vielen Zweikämpfen eingebunden, ging jedoch zu selten als Sieger aus diesen Duellen hervor.

Hatte der Goalgetter mal die Möglichkeit, sich selbst im Strafraum in Szene zu setzen, traf er die falschen Entscheidungen. Nun muss er sich der erneuerten Kritik stellen. In zwei Spielen gegen Liverpool erzielte Lewandowski keinen Treffer.

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Die Statistik: 0

Durch das Ausscheiden des FC Bayern München steht im Viertelfinale der Champions League kein einziger Klub. Auch Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 verabschiedeten sich im Achtelfinale. Ein solch schwaches Abschneiden deutscher Vereine gab es zuletzt in der Saison 2006/07. Eine bittere Spielzeit für den deutschen Fußball.

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