Eurosport
FC Schalke 04 trifft auf Benedikt Höwedes: "Im Spiel sind wir Feinde"
Von
Publiziert 02/10/2018 um 20:05 GMT+2 Uhr
Schalke 04 trifft in der Champions League bei Lokomotive Moskau auf seinen langjährigen Kapitän Benedikt Höwedes, was dem Duell zusätzliche Brisanz verleiht. Die Vorzeichen sind allerdings anders, als es sich der Vizemeister und die vertriebene Vereinslegende noch direkt nach der Auslosung vorgestellt hatten. Für beide ist ein Sieg Pflicht, was Schalkes Daniel Caligiuri verbal verdeutlicht.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Benedikt Höwedes war noch 2000 Kilometer entfernt, als Spieler und Offizielle von Schalke 04 in den Flieger nach Moskau stiegen - und doch war der langjährige Kapitän irgendwie dabei. "Dass wir jetzt direkt auf ihn treffen, diese Geschichten schreibt nur der Fußball", sagte Sportvorstand Christian Heidel vor dem Abflug zum Champions-League-Spiel am Mittwoch beim russischen Meister Lokomotive (18:55 Uhr im Liveticker).
Das Wiedersehen mit Höwedes 508 Tage nach dessen letztem Auftritt für Königsblau überstrahlt das zweite Gruppenspiel der Gelsenkirchener - und gibt ihm zusätzliche Brisanz. Die Vorzeichen sind allerdings ganz anders, als es sich der Vizemeister und die vertriebene Vereinslegende noch direkt nach der Auslosung vorgestellt hatten.
"Gute Freunde kann niemand trennen", twitterte Höwedes damals mit Vorfreude.
Doch aus dem vermeintlichen Aufeinandertreffen zweier Spitzenklubs ist ein Duell der Enttäuschten geworden. Schalke hat nach dem Horrorstart in der Bundesliga gerade den ersten kleinen Schritt aus der Krise gemacht, belegt aber noch immer einen Abstiegsplatz.
Wiedersehen der Enttäuschten
Und Höwedes kommt mit Lok auch noch nicht richtig in Schwung - der Rückstand auf Tabellenführer Zenit St. Petersburg beträgt nach neun Spielen bereits zehn Punkte.
Die Königsblauen verspüren nach dem 1:0 gegen den FSV Mainz 05 ersten Rückenwind, stehen nach dem mageren 1:1 zum Auftakt in der Champions League gegen den FC Porto aber bereits unter Druck.
Bei einer Niederlage in Moskau droht der Sturz ans Tabellenende. Trainer Domenico Tedesco sagte vor dem Abschlusstraining am Dienstagabend:
Höwedes bei Schalke hoch geschätzt
Höwedes, für seinen neuen Coach Juri Sjomin ein wichtiger Informant ("Er kann uns einiges sagen"), ist bei den Schalker Spielern noch immer hoch geschätzt.
Daniel Caligiuri meinte:
Der Ex-Weltmeister, der für Schalke 2007 in der Champions League sein Profidebüt gab und am 13. Mai 2017 seine 335. und letzte Partie bestritt, hatte nach seinem Wechsel nach Moskau große Probleme.
Erst saß er draußen, und als er dann spielte, hagelte es Gegentore - beim 0:3 in der Champions League bei Galatasaray Istanbul ebenso wie beim 3:5 in der Liga in St. Petersburg. Erst am Samstag beim 2:0 gegen Achmat Grosny stand die Abwehr um Höwedes stabil.
Keine Verwendung für Höwedes
In Moskau hat der 30-Jährige angeheuert, weil Tedesco ihn nicht mehr brauchte. Erst hatte er ihm kurz nach seinem Amtsantritt 2017 die Kapitänsbinde abgenommen und die Fans empört, als er ihm beim Wechsel zu Juventus Turin nachrief:
Der bitter enttäuschte Höwedes, der fast 17 Jahre seine Knochen für Königsblau hingehalten und sogar eine notwendige Operation verschoben hatte, konterte: "Reisende kann man aufhalten, wenn man will." Als er nach einem Jahr in Italien mit zahlreichen Verletzungen und nur drei Spielen zurückkehrte, hatte Tedesco keine Verwendung für ihn.
Er wechselte für fünf Millionen zu Lokomotive, wo er in Sportchef Erik Stoffelshaus und Außenstürmer Jefferson Farfan zunächst zwei Ex-Schalker wieder traf - und schneller als erwartet auch seinen Ex-Klub.
Voraussichtliche Aufstellung
Moskau: Guilherme - Ignatjew, Kwirkwelia, Corluka, Höwedes, Idowu - Alexej Mirantschuk, Krychowiak, Barinow, Fernandes - Eder. - Trainer: Sjomin
Schalke: Fährmann - Sane, Naldo, Nastasic - Caligiuri, Mendyl - Rudy, McKennie - Uth, Konopljanka - Burgstaller. - Trainer: Tedesco
Schiedsrichter: Anthony Taylor (England)
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung