Manchester City scheitert an Tottenham Hotspur: Pep Guardiola zeigt Größe - und Leere

Manchester City scheitert im Champions-League-Viertelfinale an Tottenham Hotspur, am VAR, am Fußball-Gott - und an sich selbst. Pep Guardiola zeigt in der Stunde einer abermals bitteren Pleite Größe, wirkt nach dem Drama im Etihad aber auch ziemlich leer. Das 4:3 (2:2) gegen die Spurs dürfte derweil als eins der kuriosesten Spiele in die Königsklassen-Geschichte eingehen.

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Ilkay Gündogan sank kraftlos auf den Rasen des Etihad Stadiums in Manchester, Pep Guardiola schlug ungläubig die Hände über dem Kopf zusammen. Der Spanier konnte es nicht fassen.
Nur drei Minuten zuvor hatte sich der Coach von Manchester City noch jubelnd mit Co-Trainer Mikel Arteta in den Armen gelegen.

Schiedsrichter überführt Agüero

Seine Spieler lagen zerknäult an der Eckfahne, um den vermeintlichen Treffer von Raheem Sterling zum 5:3 zu feiern, welcher City in der Nachspielzeit der Viertelfinal-Rückspiels doch noch ins Halbfinale der Champions League befördert hätte.
Doch der Fußballgott hatte an diesem verrückten Mittwochabend andere Pläne. Der Videoschiedsrichter hatte Sergio Agüero des Vergehens überführt, in der Entstehung des Angriffs Zentimeter im Abseits gestanden zu haben.
"No Goal" prangte in dicken weißen Lettern auf der Anzeigetafel.
Für City der endgültige Knockout gegen Tottenham Hotspur, das verrückte Ende einer epischen Fußballnacht.

Pep Guardiola: "Ein böses Ende für uns"

"Es war ein super Spiel, enorm viel drin, die ganzen Tore. Wir haben Fehler begangen, die auf diesem Niveau sofort bestraft werden. In der zweiten Halbzeit haben wir dafür alles getan, um viele Chancen zu kreieren, was nicht einfach war. Wir haben eigentlich auch die Tore geschossen, die wir brauchten. So aber war es ein böses Ende für uns", analysierte ein enttäuschter Guardiola in der Pressekonferenz nach dem Spiel, das bereits in den ersten zehn Minuten mehr Spannung bot als so manches Champions-League-Viertelfinale über die vollen 90.
"Wir sind natürlich unfassbar enttäuscht, aber wir haben gut gespielt und viele Tore geschossen, zog City-Kapitän Vincent Kompany trotz der bitteren Enttäuschung das Positive aus der Partie, "aber am Ende hat sich der Fußball-Gott gegen uns entschieden."
Offensiv nahm sich das Guardiola-Team nach der 0:1-Hinspielniederlage diesmal keine Auszeit. Bereits nach 21 Minuten standen durch den Doppelpack von Raheem Sterling (4./21.) und das Tor von Bernardo Silva (11.) drei Treffer zu Buche.
Dass auf der Anzeigetafel zu dem Zeitpunkt "nur" ein 3:2 fürs Heimteam aufleuchtete, lag an Abwehrspieler Aymeric Laporte, der Spurs-Stürmer Heung-min Son mit zwei haarsträubenden Fehlern den Weg zum Doppelpack (7./10.) geebnet hatte. Noch nie waren in der Königsklasse schneller fünf Tore in einer Partie gefallen.

Son vergisst seine Sperre

"Es war total verrückt. Wir haben sie wieder ins Spiel kommen lassen, dann aber großartig gekämpft", strahlte der Londoner Doppeltorschütze nach Abpfiff bei "Sky" und vergaß sogar zwischenzeitlich, dass er das Halbfinal-Hinspiel gegen Ajax Amsterdam gelbgesperrt verpassen wird.
Angeführt von einem überragendem Kevin De Bruyne, der insgesamt drei Treffer vorbereitete, stemmte sich Manchester nach dem zwischenzeitlichen 1:2 gegen das Aus und stand nach dem 4:2 durch Sergio Agüero (59.) sogar selbst für 14 Minuten virtuell im Halbfinale.
Wem das noch nicht genug Drama war, der hatte an der Schlussphase seine helle Freude: Zunächst traf Fernando Llorente in der 73. Minute nach einer Ecke zum 3:4. Und obwohl der Ball den Arm des Spurs-Stürmers leicht touchiert hatte, griff der VAR hier nicht ein.

Guardiola erneut gescheitert

"Ich unterstütze den VAR. Aus der einen Perspektive ist es Hand, aus der Perspektive des Schiedsrichters vielleicht nicht", meinte Guardiola hinterher fair.
Der Trainer wollte die Schuld nicht beim Referee-Team um Cüneyt Çakır (Türkei) suchen, war nach dem finalen Akt mit Sterlings vermeintlich goldenem Tor aber auch sichtlich leer:
Dem Auftrag, mit Manchester City die Champions League zu gewinnen, kann er nun auch in seinem dritten Jahr nicht mehr nachkommen.
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