Marco Asensio bei Real Madrid: Ronaldo-Nachfolger wider Willen

Marco Asensio wird derzeit mit Lob überschüttet. Schon im Alter von 22 Jahren gilt der Spanier als kommender Weltfußballer und - vor allem - als designierter Nachfolger von Cristiano Ronaldo bei Real Madrid. Doch obwohl Asensios Leistungen schon sehr an den großen Cristiano erinnern, ist der 22-Jährige zumindest für den Moment ein Ronaldo-Nachfolger wider Willen.

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Marco Asensio wird derzeit mit Lob überschüttet. Schon im Alter von 22 Jahren gilt er als designierter CR7-Nachfolger bei Real und kommender Weltfußballer.
Während solch überschwängliche Aussagen nicht leichtfertig gemacht werden sollten - schließlich gibt es kleinere Fußstapfen als die des fünfmaligen Weltfußballers Ronaldo, der für Real in 438 Spielen 450 erzielte -, so scheinen sie bei Asensio doch glaubhaft.

Asensio macht den Unterschied

Zum einen, weil sie von Personen stammen, die eine gewisse Ahnung von Fußball besitzen: von Constantin Galca, der Asensio 2015/16 bei Espanyol Barcelona trainierte, von Oscar Corrochano, einem ehemaligen Real-Scout, sowie von Roma-Coach Eusebio Di Francesco.
Zum anderen, weil der 22-Jährige sie durch seine Leistungen - in Madrid und in der Nationalmannschaft - untermauert.
Schon in der vergangenen Saison unter Zinedine Zidane trug Asensio 53-mal das Real-Trikot und erzielte dabei wichtige Tore (wie im Halbfinale der Champions League gegen den FC Bayern). Mehr als einmal bezeichnete der Franzose seinen Schützling als Spieler, "der den Unterschied macht".
Dennoch: Unter Zidane kam Asensio vorwiegend zu Kurzeinsätzen. Der gefeierte Mann, der Mann im Rampenlicht hieß meist Ronaldo.

In die Startelf von Real Madrid

Dieses Bild hat sich nun gewandelt: Unter Neu-Trainer Julen Lopetegui gehört Asensio zum Stammpersonal. In allen fünf Pflichtspielen dieser Saison stand er in der ersten Elf, leitete die Geschicke in der Real-Offensive wie einst der Portugiese. Asensio freut's:
Asensio freut sich vor allem über seine an Bedeutung gewinnende Rolle bei den Königlichen. Auf dem Platz ist der 22-Jährige auf dem besten Weg, in Ronaldos Fußstapfen zu treten.

Reals Plan mit Ronaldos Sieben

Haben die Real-Verantwortlichen also den Erben des großen Cristiano bereits gefunden? Zumindest für sich selbst scheinen sie diese Frage mit Ja beantwortet zu haben.
Nicht umsonst boten sie Asensio vor der Spielzeit Ronaldos Rückennummer 7 an. Die Königlichen wollten den 22-Jährigen nicht nur auf dem Platz, sondern auch symbolisch zum CR7-Erben küren.
Eigentlich ein guter Plan (vor allem aus marketingtechnischer Sicht), doch zu Reals Bedauern war einer dagegen: Marco Asensio.
Der 22-Jährige lehnte die Sieben ab, Rückkehrer Mariano Díaz nahm sie dankend an. Asensio aber behielt seine 20 und zeigte damit, dass er zumindest für den Moment noch ein Ronaldo-Nachfolger wider Willen ist.
Zwar gab der Jungstar zu, seine "Karriere nicht mit der Nummer 20 beenden" zu wollen, doch im Moment lägen seine Prioritäten woanders:
Statt immer nur mit seinem "Vorgänger" verglichen zu werden, wolle Asensio "lieber durch eigene Qualitäten bestechen".
Und die unterscheiden sich tatsächlich etwas von jenen Ronaldos.

Ronaldo-Nachfolger wider Willen - und doch ...

Corrochano etwa bescheinigt dem Spanier einen geringer ausgeprägten Egoismus als CR7: "Für Marco spricht, dass er anders als Cristiano ein Teamplayer ist, der immer seinen besser postierten Mitspieler sieht."
Auch Galca schwärmt und attestiert Asensio "nicht nur fußballerisch großartige Qualitäten, sondern auch außergewöhnliche menschliche Fähigkeiten".
Doch auch wenn es wider Asensios Willen geht: Beide sehen im Spanier den designierten Nachfolger von Ronaldo bei Real, der wie der Portugiese "konstant gute Leistungen auf höchstem Niveau" zeige und "sich in den wichtigen Spielen immer in Top-Form" präsentiere.
Ganz losmachen vom großen Cristiano kann sich am Ende auch Asensio selbst nicht. Denn angesprochen auf die großen Erwartungen an ihn, sagte der 22-Jährige im "GQ-Magazin" einst ganz CR7-like:
Ronaldos Fußstapfen scheinen Asensio in jeder Hinsicht gut zu passen. Ob er nun will oder nicht.
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