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Champions League | Drei Dinge, die bei ManCity vs. Lyon auffielen
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Publiziert 16/08/2020 um 01:29 GMT+2 Uhr
Manchester City ist nach einer 1:3-Niederlage gegen Olympique Lyon im Viertelfinale der Champions League ausgeschieden. Dabei verwunderte insbesondere die Taktik, mit der City-Trainer Pep Guardiola seine Mannschaft an den Start brachte. Fatale 60 Sekunden führten zudem dazu, dass die Skyblues ihren Traum vom Champions-League-Titel erneut verschieben müssen. Drei Dinge, die auffielen.
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1. Guardiolas Taktik-Kniff geht nach hinten los
Etwas überraschend kehrte Pep Guardiola von seinem bewährten 4-3-3 System mit drei zentralen Mittelfeldspielern und zwei Flügeln ab und bot stattdessen eine Dreierkette auf – eine Abwehrformation, auf die er in dieser Saison nur dreimal und zuletzt am 29.1. bei der 0:1-Niederlage gegen Manchester United gesetzt hatte. Ähnlich überraschend war, dass dabei Eric Garcia den zentralen Part der Dreierkette übernahm. Der erst 19-jährige Spanier sah zwar zum Ende der Premier-League-Saison etwas mehr Spielzeit, im Achtelfinale gegen Real Madrid saß er aber über 90 Minuten auf der Bank. Durch die Umstellung war in der Startelf gleichzeitig auch kein Platz für Shootingstar Phil Foden oder die Alternativen auf dem Flügel Bernardo Silva und Riyad Mahrez. Stattdessen rückte Kevin De Bruyne aus der Mittelfeldzentrale auf die rechte Außenbahn. Ein echter Flügelspieler ist der Belgier trotz seiner herausragenden Klasse nicht, zu gering ist seine Geschwindigkeit. Vielmehr schränkte die Position auf der Seite seine Fähigkeiten in der Spielgestaltung ein, da ihm nicht das gesamte Feld offenstand.
Insgesamt zeigte City mit dem ungewohnten System eine verhältnismäßig uninspirierte Spielanlage. Klare Chancen konnten sich die Skyblues kaum erspielen, was auch an der souveränen Verteidigung von Lyon lag. Einzig João Cancelo, der sich als linker Außenverteidiger häufig mit in die Offensive einschaltete, schien von der Umstellung zu profitieren. In der Konsequenz gereichte Guardiolas Taktik-Kniff wohl eher zum Schaden der eigenen Mannschaft. Erinnerungen an Bayern-Zeiten wurden wach, als sich Guardiola ebenfalls in den entscheidenden Spielen der Champions League vermeintlich vercoacht hatte.
Angesprochen auf die Systemumstellung erklärte Guardiola: "Lyon attackierte unseren Raum und unsere Außenverteidiger. Wir wollten das nicht Zwei gegen Zwei verteidigen, weil sie da sehr stark sind. Wir haben nicht so schnelle Innenverteidiger. Aber in den letzten 20, 25 Minuten der ersten Halbzeit haben wir es in dem System sehr gut gemacht." Allerdings gestand er auch: "Wir haben verloren, also war der Plan nicht gut."
Lyon-Trainer Rudi Garcia sah ebenfalls in der Taktik einen Schlüssel zum Erfolg, wie er bei "RMC Sport" erklärte: "Wir haben das taktische Duell gewonnen, weil wir unser Spielsystem perfektioniert haben."
Nach einer knappen Stunde schien auch Guardiola erkannt zu haben, dass er etwas ändern musste, und stellte mit der Einwechslung von Riyad Mahrez für Fernandinho (56.) wieder auf das bewährte 4-3-3 um. Im Anschluss daran konnte City den Druck erhöhen und belohnte sich zunächst durch De Bruynes Tor zum 1:1 (69.), ehe Lyon-Joker Moussa Dembélé mit seinem Doppelpack (79./87.) für den überraschenden K.o. des Favoriten sorgte.
Auffällig: Guardiola wechselte nur zwei Mal aus, obwohl aufgrund der besonderen Bedingungen fünf Wechsel erlaubt sind. Drei der vier Viertelfinal-Begegnungen wurden aber durch Tore von Einwechselspielern entschieden.
2. City-Albtraum Cornet
Maxwel Cornet scheint in Manchester City seinen persönlichen Lieblingsgegner gefunden zu haben. Schon in der Gruppenphase der Saison 2018/2019 standen sich beide Mannschaften gegenüber, wobei den Citizens kein Sieg gelang (1:2, 2:2). Überragender Mann in beiden Partien damals: Cornet, der zusammengenommen drei Tore erzielte.
Auch am Samstagabend schockte der Ivorer Manchester City mit seinem frühen Führungstreffer (9.), der gleichzeitig seinen ersten Torerfolg in dieser Champions-League-Saison darstellte. Einen langen Ball auf Karl Toko Ekambi spitzelte Eric Garcia zunächst noch weg, doch Cornet schaltete blitzschnell und schlenzte den Ball an Citys Innenverteidiger und dem weit vor dem Tor stehenden Ederson vorbei ins Netz. Mit dem Treffer ebnete der 23-Jährige seinem Team den Weg zum sensationellen Halbfinaleinzug und zeigte sich nach der Partie entsprechend glücklich: "Wir haben im Training sehr hart gearbeitet, bevor die Pflichtspiele wieder losgingen. Das hat sich ausgezahlt und jetzt sind noch zwei Spiele zu spielen."
Abgesehen vom Tor blieb Cornet über die restliche Partie hinweg eher blass. Kein weiterer Torschuss kam für den Flügelspieler hinzu, am Ende hatte er mittelmäßige 42 Ballkontakte und eine Zweikampfquote von 44 Prozent. Dennoch dürfte er den einen oder anderen City-Fan aufgrund seiner Treffsicherheit gegen die Skyblues noch in seinen Träumen verfolgen. Einzig Lionel Messi und durch den Doppelpack auch Teamkollege Dembéöé konnten seit Guardiolas Amtsantritt (2016) beim englischen Top-Klub ebenfalls vier Tore gegen die Cititzens in der Champions-League erzielen.
3. Fatale 60 Sekunden
Nach dem erneuten Führungstreffer durch Moussa Dembele (79.) warf City noch einmal alles nach vorne, um das Ausscheiden zu verhindern. In der 86. Minute wähnten Zuschauer, Trainer und Spieler den Ball auch schon im Netz. Doch stattdessen landete die Kugel irgendwie hinter dem Kasten.
Dabei hatte der in den letzten Wochen überragende Raheem Sterling nach schönem Querpass von Gabriel Jesus in Höhe des Fünfmeterraums nur noch das leere Tor vor sich. Doch ohne Bedrängnis traf der 25-Jährige den Ball nicht richtig mit der Innenseite und schoss ihn über die Latte. Für diesen Aussetzer gab es sogar einen aufmunternden Schulter-Klopfer von Lyon-Keeper Anthony Lopes. Guardiola sagte zu der Szene nach Abpfiff: "In dieser Situation muss du ausgleichen und das Spiel in die Verlängerung bringen."
Doch aus Sicht von City kam es noch schlimmer. Denn exakt 60 Sekunden, nachdem Sterling vorne den sicheren Ausgleich vergeben hatte, patzte auf der anderen Seite des Feldes sein Teamkollege Ederson im Tor der Skyblues. Der Brasilianer wehrte einen mäßig gefährlichen Schuss von Houssem Aouar nach vorne ab – genau vor die Füße von Dembélé, der sich nicht zweimal bitten ließ, und seinen zweiten Treffer erzielte (87.). Statt einem möglichen 2:2 stand es zwei individuelle Fehler später 3:1 für Lyon, was die Vorentscheidung und das Aus für das ambitionierte City bedeutete.
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