FC Bayern | Drei Dinge, die in Belgrad auffielen: "Python" packt gnadenlos zu
Publiziert 26/11/2019 um 23:27 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern München hat beim 6:0 (1:0) gegen Roter Stern Belgrad in der Champions League nahtlos an seine zuletzt sehr guten Leistungen unter Trainer Hansi Flick angeknüpft. Dessen eindrucksvolle Bilanz nun: Vier Spiele, vier Siege bei 16:0 Toren. Vor allem die taktischen Anpassungen fruchteten wieder - selbst ohne den "verlängerten Arm" Thomas Müller. Drei Dinge, die auffielen.
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1. Gegenpressing is key
Das Spiel des FC Bayern gegen Roter Stern Belgrad wirkte wie ein unfairer Kampf zwischen Python und Maus. Wie eine Würgeschlange packte der FCB zu und attackierte das Beutetier sofort. Er schnürte den Gastgebern regelrecht die Luft ab - und bei jedem Versuch der Beute, sich zu befreien, drückte die Schlange nur noch fester zu.
Das Verhalten der Bayern nach Ballverlust war vorbildlich, jeder Spieler hatte das Gegenpressing verinnerlicht, schaltete sofort um und eroberte den Ball umgehend zurück, ging er ausnahmsweise mal verloren. 29:3 Torversuche, Ballbesitz nahe von 71 Prozent, Passquote um die 80 Prozent - besser geht es kaum. Trainer Flick bilanzierte:
Einziger Kritikpunkt war die Chancenauswertung in Hälfte eins, zur Pause stand es lediglich 1:0 durch das Tor von Leon Goretzka (14.). Aber das änderte sich nach der Pause ja auch durch Robert Lewandowski.
Goretzka selbst hatte übrigens vor dem Spiel nochmal betont, wie wohl er und seine Kollegen sich mit den kleinen taktischen Anpassungen von Trainer Hansi Flick fühlen.
"Der wichtigste Punkte ist unsere Art und Weise zu verteidigen. Wir wollen deutlich höher angreifen und intensiver anlaufen. Auf diese Art wollen wir Ballgewinne provozieren, die in der gegnerischen Hälfte stattfinden", erklärte er.
Spieler und Trainer sprechen eine Sprache - das Konzept kann bei diesem Potenzial, der im Bayern-Kader steckt, nur aufgehen. Da fiel es auch nicht ins Gewicht, dass mit Thomas Müller und Joshua Kimmich zwei Führungsspieler geschont wurden.
2. Trotz als Trumpf: Thiago teilt aus
Um aus einer schwierigen Zeit zurück zur Spitzenform zu finden, ist es unabdingbar, dass sich die großen Egos hintenanstellen müssen. Thiago hat am Dienstag gezeigt, dass er verstanden hat. Es ist auch ein Zeichen, für die neue Mentalität im Bayern-Kader, in dem wieder jeder bereit ist für jeden zu laufen.
Die Degradierung durch Flick, der ihm Kimmich vor die Nase setzte, weil der defensiv mehr Stabilität verspricht, wird ihm natürlich nicht gefallen haben - und dennoch erledigte er in Belgrad seinen Job im defensiven Mittelfeld mit Bravour.
Defensiv immer Herr der Lage, mit guten Impulsen nach vorne und präzisen Ballverteilungen war er einer der auffälligsten Akteure im "Dark Navy"-farbenen Trikot der Bayern. Thiago hat den Konkurrenzkampf damit aufgenommen und lässt sich offenbar vom neu entstandenen ambitionierten Teamspirit mitziehen.
Flick wiederum weiß, wie er ihn ansprechen muss, um ihm trotz seiner vorläufigen Rolle als Ergänzungsspieler Wertschätzung entgegenzubringen. "Thiago hat Top-Qualitäten. Deswegen kann sich Bayern glücklich schätzen, so einen im Kader zu haben", betonte Flick und fügte an:
3. Lewandowski schreibt Champions-League-Geschichte
Tormaschine Robert Lewandowski hat mit dem schnellsten Viererpack Champions-League-Geschichte geschrieben. Der polnische Stürmerstar benötigte nur 14 Minuten und 31 Sekunden für seine historische Tore-Show (53./Handelfmeter, 61., 64. und 68.).
Für den 31-Jährigen waren es die Saisontore Nummer sieben bis zehn in der Königsklasse, in der er jetzt insgesamt 63-mal getroffen hat. In seinen 20 Pflichtspielen dieser Saison war Lewandowski jetzt unglaubliche 27-mal erfolgreich.
Der Pole spielt bislang die Halbserie seines Lebens und möglicherweise die beste Saison aller Zeiten. Nach dem Abpfiff sicherte er sich den Ball, wusste aber noch nicht ganz so genau, wie diese Leistung jetzt einordnen sollte.
"Das Wichtigste ist, dass wir Spaß haben", zeigte er sich bescheiden. Die Belgrader Abwehr hatte den mit ihm definitiv nicht. Sie bekamen ihn nie in den Griff, ließen ihm immer wieder viel zu viel Raum, den er geschickt nutzte. Er war der Mann des Abends, selbst die heimischen Belgrad-Fans feierten ihn bei dessen Auswechslung in der 77. Minute.
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