So lief das Spiel:

Die Münchner gingen mit einer personellen Veränderung in die Triple-Mission, Kingsley Coman begann gegen seinen Ex-Klub für Inter-Leihgabe Ivan Perišic. Paris Saint-Germain startete mit derselben Elf, wie beim 3:0-Halbfinalerfolg gegen RB Leipzig.
Die Münchner traten offensiv auf, setzten auf hohes Pressing und Gegenpressing – engten Paris so in den ersten Minuten ein. Ein Fehlpass von Leon Goretzka in der 9. Minute brachte die Franzosen erst ins Spiel.
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Es folgten immer wieder gefährliche Vertikalpässe – zumeist von der rechten Seite hinter die Abwehr. Joshua Kimmich hatte viel zu tun. In der 18. Minute kam Paris über die linke Seite, Mbappé passte auf Neymar in die rechte Strafraumhälfte, doch aus neun Metern rettete Manuel Neuer hervorragend mit dem Fuß und entschärfte auch die anschließende Hereingabe Neymars.
Kurz darauf traten die Münchner das erste Mal offensiv in Erscheinung. Alphonso Davies flankte den Ball von der linken Seite in die Mitte, Robert Lewandowski schloss aus zwölf Metern aus der Drehung ab und setzte den Ball an den linken Torpfosten.
Drei Minuten später ereilte die Münchner eine bittere Hiobsbotschaft. Jérôme Boateng verletzte sich und musste durch Niklas Süle ersetzt werden. Der 24-Jährige fand sich allerdings schnell gut ein.
Paris blieb dem eigenen Spiel treu, lauerte tief auf schnelle Konterbälle, die Münchner groovten sich mit zunehmender Spielzeit wieder besser ein. Doch in der 45. Minute war es wieder ein individueller Fehler, der die Münchner fast ins Hintertreffen brachte. David Alaba spielte einen Pass im Strafraum genau in die Füße von Mbappé, der nach einem Doppelpass mit Ander Herrera aus elf Metern an Neuer scheiterte.
Aufregend wurde es auch eine Minute später. Kingsley Coman zog von der linken Seite in den Strafraum ein und wurde von Thilo Kehrer im Fallen am Fuß getroffen. Coman ging zu Boden, doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. Auch der VAR schaltete sich nicht ein.
Im zweiten Durchgang traten die Münchner noch dominanter auf, setzten Paris unter Druck und schlossen sie zumeist in der eigenen Hälfte ein. Wenn etwas für die Franzosen nach vorne ging, dann über das kongeniale Duo Mbappé/Neymar.
In der 59. Minute gingen die Münchner den ersten Finalspiel-Schritt in Richtung Triple-Traum. Kimmich flankte den Ball von der rechten Seite auf den zweiten Pfosten, Coman war per Kopf zur Stelle und verwandelte unhaltbar ins lange Eck.
Die Münchner blieben dran, gingen auf den zweiten Treffer. Paris reagierte geschockt, kam erst in den Schlussminuten nochmal in Fahrt. Die beste Gelegenheit verbuchte Marquinhos nach einem Zuspiel von Ángel di María in der 70. Minute. Der Offensivmann suchte Marquinhos am Fünfmeterraum – von dort scheiterte der Mittelfeldspieler am exzellenten Neuer.
Eng wurde es zudem nochmal in der 73. Minute: Mbappé ging nach einem Zweikampf mit Kimmich im Strafraum zu Boden, bekam keinen Elfmeter. Der deutsche Nationalspieler traf Mbappé allerdings am Fuß. Eine strittige Szene - wie schon zuvor zwischen Coman und Kehrer.
Danach war es ein Spiel gegen Zeit und Aufregung, das die Münchner mit Ruhe übernahmen. Sie brachten das Spiel über die fünfte Minute der Nachspielzeit und gewannen knapp, jedoch verdient mit 1:0 gegen Paris Saint-Germain. Der Triple-Traum ist perfekt.

Die Stimmen zum Spiel:

Thomas Müller (FC Bayern München): "Das ist Wahnsinn! Wir wissen selber, von wo wir herkommen. Von der Talsohle bis ganz nach oben. Es gibt nicht viele Geheimnisse. Wir sind marschiert, wir sind füreinander da, haben natürlich auch eine enorme Qualität. Wir haben den Spirit, die Jungs sind bereit zu leiden."
Hansi Flick (Trainer FC Bayern München): "Ich bin stolz auf die Mannschaft. Als wir im November angefangen haben, habe ich Schlagzeilen gelesen 'Wir haben keinen Respekt mehr vor Bayern, keine Angst mehr vor Bayern'. Die Entwicklung der Mannschaft in den letzten zehn Monaten war einfach sensationell. Wir haben alles optimal genutzt - Riesendank an das Trainerteam - es war alles sensationell. Der Erfolg hier hat so viele Menschen, die mitgeholfen haben."
Joshua Kimmich (FC Bayern München): "Das ist der größte Tag in meiner Karriere. Wenn du so einen Titel gewinnst - mit Typen, die wie Brüder auf dem Feld sind, das ist das Größte, wonach du streben kannst."
Ander Herrera (Paris Saint-Germain): "Jetzt gerade ist es schwierig zu schlafen, schwierig zu sprechen, schwierig zu erklären. Doch ab morgen starten wir erneut. Zumindest ich, und ich bin mir sicher, dass es meinen Kollegen genauso geht. Wir haben etwas sehr, sehr wichtiges für diesen Klub gebaut."

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Das fiel auf: Nur der Anfang

Der FC Bayern München beendet einer der stärksten – wenn nicht sogar die beste (seit Übernahme Flicks) Saison der Vereinsgeschichte. Die Münchner fanden unter Flick ihr Spielsystem, eines das ihnen wie auf den Leib geschneidert war: Offensives Pressing, kompakte Linienverschiebung, schnelles Spiel nach vorne, absoluter Torhunger und unbändiger Teamspirit. Der 8:2-Kantersieg gegen den FC Barcelona war der Warnruf an alle europäischen Top-Klubs, die Champions League-Kür gegen Paris Saint-Germain vielleicht nur der Beginn einer neuen Fußball-Ära in Europa.
War das bayerische Triple-Jahr 2013 die Spitze des Berges, befindet sich der FC Bayern München in diesem Jahr erst wenige Aufstiege hinter dem Base Camp. Die Münchner leben ihren Fußball, werden ihren Heißhunger aufgrund der kurzen Sommerpause mit in die nächste Saison nehmen und haben in Person von Leroy Sané eine personelle Bereicherung in ihren Reihen, die das eigene Spiel noch weiter pushen wird.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 1

Die Münchner brachen in dieser Saison einen Rekord nach dem anderen, sind die wahre Elite Europas. Zum allerersten Mal schaffte es eine Mannschaft, den Champions League-Pokal ausschließlich mit Siegen zu gewinnen. Zudem sind sie der erste ungeschlagene Sieger seit der Spielzeit 2007/08. Damals gewann Manchester United die Königsklasse.
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