FC Bayern: Sorgen um Kingsley Coman nach verletzungsbedingter Auswechslung

Kingsley Coman bleibt der Pechvogel des FC Bayern München. Gegen Tottenham Hotspur musste der Franzose am Mittwochabend in der 25. Minute verletzt ausgewechselt werden. Seiner unmittelbaren Reaktion nach der unglücklichen Szene zu urteilen, rechnete der Franzose bereits mit einem längerfristigen Ausfall, gegen 0:30 Uhr gab der FC Bayern eine erste Diagnose bekannt. Leichte Entwarnung.

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Aus der Allianz Arena berichten Daniel Rathjen und Florian Bogner
Schon wieder Kingsley Coman. Schon wieder eine schlimme Szene. Schon wieder Schockzustand. Der Franzose bleibt beim FC Bayern München vom Pech verfolgt.
Gegen Tottenham Hotspur verletzte er sich in der 25. Minute ohne Fremdeinwirkung an der linken Außenlinie und zog sich einen Kapselriss im linken Knie zu, wie genauere Untersuchungen noch in der Nacht zum Donnerstag ergaben.
Coman habe sich zudem "die Bizepssehne gezerrt und das Kniegelenk gestaucht", vermeldete der Rekordmeister auf der vereinseigenen Homepage. Über die Ausfallzeit machte der FC Bayern wie üblich keine Angaben.
Comans Knie werde jedoch "für einige Zeit mit einer Schiene ruhiggestellt". Die Hinrunde ist damit für den Franzosen gelaufen - am Wintertrainingslager in Doha (4. bis 10. Januar) soll er aber wieder teilnehmen. Glück im Unglück also.
Coman hatte ein Erfolgserlebnis gehabt, das 1:0 in der 14. Minute geschossen und dann einfach nur einen langen Ball annehmen wollen, blieb dabei allerdings etwas im Rasen hängen, schoss unnatürlich in die Höhe und prallte hart im Seitenaus auf. Sofort hielt sich der 23-Jährige die Hand vor den Mund. Das ist für gewöhnlich eine Reaktion auf etwas Beängstigendes, Schockierendes.

Kimmich: "Habe mich erschrocken"

"Er dachte im ersten Moment, dass was kaputt ist", berichtete Teamkollege Joshua Kimmich nach der Partie in der Mixed Zone.
Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt eilte sofort zur Stelle, der Großteil seiner Mannschaftskollegen taten es ihm gleich, es bildete sich eine rote Traube um den sich am Boden krümmenden Coman.

Coman mit langer Krankenakte

Der verzog vor Schmerzen das Gesicht, ließ sich aufhelfen, doch da war längst klar, dass er nicht mehr weiterspielen konnte. Sein Weg in die Kabine führte an der Trainerbank von Tottenham vorbei. Spurs-Coach José Mourinho tätschelte Coman tröstend den Nacken. Als sich die Luke zur Treppe in die Katakomben der Allianz Arena öffnete, sprang Coman sein Landsmann Corentin Tolisso zur Seite.
Coman wird den Rest der Hinrunde verpassen, ist nach Lucas Hernández (Innenbandriss) und Niklas Süle (Kreuzbandriss) der dritte Langzeitausfall, den der deutsche Rekordmeister in dieser Saison zu verkraften hat.
Ganz davon abgesehen, dass die persönliche Leidensgeschichte Comans um ein trauriges Kapitel erweitert werden muss.
Gleich zwei Mal hatte sich Coman 2018 das Syndesmoseband gerissen, verpasste die WM, den Titel, den Durchbruch in Frankreichs Nationalmannschaft. Stattdessen immer wieder Operationen, Rehabilitationen, Frustrationen. Coman überwand den Schmerz, kämpfte sich wieder heran. Allerdings nicht ohne seine Lehren zu ziehen.

Coman: "Werde dritte Operation nicht akzeptieren"

In einem ausführlichen Interview mit dem französischen Sender "TF1" gab er während seiner Reha-Zeit in der TV-Sendung "Telefoot" einen seltenen Einblick in sein Seelenleben und nahm dabei das Wort "Karriereende" in den Mund. Wortwörtlich sagte er damals:
Ein paar Wochen später erklärte er diese zunächst drastisch erscheinenden Sätze noch mal genauer:
In dieser Saison sah es dann eigentlich gut aus für den Flügelflitzer. 19 Pflichtspieleinsätze (1475 Minuten), drei Tore und fünf Assists lautet seine Bilanz.
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