Die UEFA hat beim Financial Fairplay erstmals knallhart durchgegriffen und das erste Schwergewicht des europäischen Vereinsfußballs ausgesperrt: Der amtierende englische Meister Manchester City, Klub der deutschen Nationalspieler Leroy Sane und Ilkay Gündogan, ist aufgrund "schwerwiegender Verstöße" gegen das Financial Fairplay (FFP) für die kommenden beiden Spielzeiten von der Teilnahme an Europapokalwettbewerben ausgeschlossen worden.

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Diese Strafe verhängte das unabhängige Finanzkontrollgremium CFCB der Europäischen Fußball-Union (UEFA) am Freitag. Zudem wird der schwerreiche Premier-League-Klub mit einer Geldstrafe von 30 Millionen Euro belegt.

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ManCity von Ausschluss "enttäuscht, aber nicht überrascht"

ManCity kann vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen das Urteil Berufung einlegen. Der Klub des früheren Bayern-Trainers Pep Guardiola teilte umgehend nach dem Urteilsspruch mit, dies zu tun. Man sei "enttäuscht, aber nicht überrascht" von dem Strafmaß, ließ der Verein in seiner Stellungnahme weiter verlauten. Durch den Gang vor den CAS werden die Sanktionen aufgeschoben, bis der Sportgerichtshof sein Urteil gefällt hat.

Manchester City, das weitestgehend Besitz der Herrscherfamilie des Emirats Abu Dhabi ist, habe im Zeitraum zwischen 2012 und 2016 seine Sponsoreneinnahmen in der Bilanz überbewertet, erklärte das CFCB. Weiter habe der Klub während den Untersuchungen nicht ausreichend mit den Ermittlern kooperiert.

"Die Anschuldigung finanzieller Unregelmäßigkeiten sind vollkommen falsch, umfassende Nachweise sind dem CFCB zur Verfügung gestellt worden", hatten die Skyblues noch im vergangenen Mai mitgeteilt, nachdem das Finanzkontrollgremium seine Ermittlungen wiederaufgenommen hatte.

UEFA ermittelte bereits 2014 gegen ManCity

Die UEFA ermittelte bereits 2014 wegen des Verdachts von Verstößen gegen das FFP gegen den Verein. Das Verfahren endete damals mit einem sogenannten Settlement, einer vergleichsweise sanften Sanktion. Neben einer Geldstrafe musste sich der ambitionierte Klub zeitweilig bei Transferausgaben einschränken, zudem durften weniger als die üblichen 25 Spieler für die Champions League nominiert werden. Mitspielen durfte City aber weiterhin - und darauf kam es den Besitzern an, deren Ausgaben seit der Übernahme 2008 längst die Milliardengrenze gesprengt haben.

Derzeit ist Manchester City Tabellenzweiter der Premier League mit klarem Rückstand auf den FC Liverpool. Der Klub strebt seit Jahren nach dem Triumph in der Champions League und investierte in entsprechend prominentes Personal, mehr als der Halbfinaleinzug 2015/16 ist aber bislang nicht rausgesprungen. In der laufenden Saison bekommt es City im Achtelfinale der Königsklasse mit Rekordsieger Real Madrid zu tun.

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Weg frei für Sané-Transfer?

Das Inkrafttreten der Zweijahressperre könnte auch Einfluss auf die Zukunft von Sané und Gündogan haben. Außenstürmer Sané etwa wurde bereits im vergangenen Sommer heftig vom deutschen Rekordmeister Bayern München umworben. Sein Kreuzbandriss im August machte den sich anbahnenden Transfer aber zunächst zunichte. Zuletzt soll Sane infrage gestellt haben, ob er nach Ende der laufenden Saison nach München wechseln möchte. Ein Europapokalausschluss der Citizens könnte seine Entscheidung beeinflussen.

In jedem Fall überrascht der Urteilsspruch in seiner Rigorosität. Am härtesten war die UEFA bislang gegen den AC Mailand vorgegangen. Der einstige Champions-League-Sieger, der seit Jahren nicht einmal mehr in der italienischen Liga ein Titelkandidat ist, wurde für die laufende Saison von der Europa League ausgeschlossen. Meist waren vor allem Klubs aus kleineren Ligen von Sperren betroffen.

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(SID)

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