Erling Haaland angesichts von drei Pflichtspielen ohne Tor eine Krise anzudichten, wäre wohl etwas überdreht. Dennoch war zuletzt spürbar, dass der Torjäger weniger gut ins Spiel der Borussia eingebunden war.
Um das 1:2 aus dem Hinspiel bei Manchester City noch zu drehen und damit ins erste Champions-League-Halbfinale seit 2013 einzuziehen, brauchen die Borussen aber in jedem Fall einen Haaland in Champions-League-Form.
Der Norweger ist in dieser Spielzeit noch immer der erfolgreichste Torjäger der Königsklasse. Zehn Treffer gelangen dem 20-Jährigen schon, damit liegt er vor Kylian Mbappé (acht Treffer) und Neymar, Mohamed Salah, Álvaro Morata, Youssef En-Nesyri, Olivier Giroud und Marcus Rashford (je sechs Treffer) in der Torschützenliste ganz oben. Insgesamt steht der BVB-Stürmer nach nur 15 Spielen bei 20 Treffern im Wettbewerb (Platz 65 in der ewigen Torschützenliste).
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Das Hinspiel im Etihad Stadium vor gut einer Woche war die erste Königsklassen-Partie in dieser Spielzeit, in der Haaland auf dem Platz stand und nicht traf.

Erling Haaland: Mehr als die Summe seiner Tore

Zählt man die Auftritte bei der norwegischen Nationalmannschaft Ende März mit, wartet Haaland seit nunmehr sechs Pflichtspielen auf einen eigenen Treffer. Das ist höchst ungewöhnlich, für Trainer Edin Terzic aber alles andere als besorgniserregend. Haaland, das betonte der 38-Jährige auf der Pressekonferenz am Dienstag, ist mehr als nur die Summe seiner Tore.
"Auch wenn er die letzten Spiele nicht treffen konnte, war er doch ein enorm wichtiger Faktor für uns. Er war immer derjenige, der dem Gegner am meisten Angst gemacht hat, der immer wieder mehrere Gegenspieler bindet und der uns in den letzten Spielen immer auch Zeit im Angriff verschafft hat", erklärte Terzic.

BVB-Trainer Edin Terzic mit Stürmerstar Erling Haaland

Fotocredit: Getty Images

Haaland sei "dafür bekannt, immer wieder gute Wege in die Tiefe zu machen und Meter für seine Mannschaft zu gewinnen", führte der Trainer aus und konkretisierte, dass es in den vergangenen Spielen ebenso wichtig gewesen sei, "dass er uns ein paar Sekunden verschafft, damit wir nachrücken und weiter in Ballbesitz bleiben können. Das hat er schon in Manchester sehr gut gemacht und in Stuttgart auch".

Haaland verspürt zum ersten Mal Gegenwind

Und trotzdem werden Stürmer im Allgemeinen - und Haaland ob seiner beeindruckenden Statistik in jungen Jahren vielleicht sogar im Besonderen - an Toren gemessen. Der Fakt, dass diese aktuell fehlen und abseits des Fußballplatzes einige Störfeuer entstanden, schlägt sich den Gepflogenheiten des Fußballgeschäfts eben auch in der Berichterstattung nieder.
Zum ersten Mal in seiner Karriere spürt Haaland so etwas wie Gegenwind. Er wird für Leistungen kritisiert, manchmal berechtigt, manchmal nicht, wirkt auf dem Spielfeld zunehmend unzufriedener.
Zusätzlich bekommt er indirekt schlechte Presse für eine fragwürdige Europareise seines Beraters Mino Raiola und Vater Alf-Inge, die sich mitten in der entscheidenden Saisonphase für einen Transfer des Stürmers im kommenden Sommer positionieren wollen.

Erling Haaland während Dortmund gegen Frankfurt

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Das alles scheint nicht gänzlich am sonst so cool wirkenden Blondschopf abzuperlen. Terzic habe von dem Trubel um die Person Haaland derweil nichts mitbekommen. "Ich hatte das Gefühl, dass er sich sehr gefreut hat, von der Nationalmannschaft wieder zu uns zurückzukommen. Er war froh, alle Gesichter zu sehen. Alle waren froh, ihn zu sehen", bekräftigte der Trainer und unterstrich: "Erling ist und bleibt ein extrem wichtiger Teil der Mannschaft."

Erling Haaland: Große Spieler, große Spiele …

Dass man beim BVB an den großen Coup glaubt, war den Gesichtern von Manuel Akanji, der sich genau wie sein Coach am Dienstag den Fragen der zugeschalteten Journalisten stellte, und Terzic selbst deutlich anzusehen.
"Der Glaube allein" werde allerdings nicht reichen. Der BVB muss durch das späte Gegentor in Manchester selber aktiv werden und muss mindestens einen Treffer erzielen. "Wir müssen auch immer wieder selbst gefährlich werden", so Terzic weiter.
Manchester City ist die aktuell wohl spielstärkste Mannschaft der Welt, "wenn man einmal nicht aufpasst, klingelt es sofort", formulierte der BVB-Trainer und verwies darauf, dass man die Leistung aus dem Hinspiel noch toppen müsse. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht in Manchester, aber haben auch dieses Spiel verloren. Ein gutes Spiel wird also nicht ausreichen, um in die nächste Runde einzuziehen."
Damit dies gelingt, braucht der BVB seinen Torjäger in Hochform. So wie im vergangenen Jahr im Achtelfinale gegen PSG, als Haaland beim 2:1-Heimsieg Mitte Februar doppelt traf und die damals noch volle Arena in Ekstase versetzte.
Genau wie damals wird der BVB auch im Rückspiel gegen ManCity nicht allzu viele Torchancen bekommen. Ein Haaland in Topform braucht allerdings auch nicht besonders viele.
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