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Champions League | Real Madrid rettet Punkt in Mönchengladbach
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Publiziert 27/10/2020 um 23:01 GMT+1 Uhr
Borussia Mönchengladbach muss sich trotz eines Doppelpacks von Marcus Thuram (33., 58.) in einer magischen Champions-League-Nacht vor Geisterkulisse mit einem 2:2 (1:0) gegen Real Madrid begnügen und verpasst damit die Tabellenführung in der Gruppe B. Karim Benzema (87.) und Casemiro in der dritten Minute der Nachspielzeit retteten dem erneut schwachen spanischen Meister einen Punkt.
Borussia Mönchengladbach gegen Real Madrid
Fotocredit: Getty Images
So lief das Spiel:
Real riss von Beginn an die Spielkontrolle an sich, Gladbach versuchte durch frühes Anlaufen den Spielaufbau der Spanier zu stören. Vom Pressing der Fohlen zeigte sich Real aber unbeeindruckt und ließ den Ball stattdessen präzise durch die eigenen Reihen zirkulieren. Allerdings fehlte dem Team von Zinédine Zidane der Zug im letzten Drittel des Spielfeldes, sodass Casemiros Distanzschuss aus 30 Metern gleichbedeutend mit der ersten Tor-Annäherung des Spiels war (8.).
Nach einer knappen Viertelstunde nahm Karim Benzema ein hohes Zuspiel von Lucas Vázquez - der sich als Rechtsverteidiger immer wieder in die Offensive einschaltete - per Dropkick, schoss das Leder aber deutlich über den Kasten (17.). Auch Real versuchte früh zu stören, Ballgewinne sprangen aber eher selten dabei heraus. Auch weil die Borussia, u.a. in Person von Yann Sommer, einen kühlen Kopf bewahrte. Der Schlussmann ließ in der 20. Minute gleich zwei Madrilenen unter Bedrängnis sehenswert ausstiegen.
Mitte der ersten Hälfte häuften sich Gladbacher Fouls und auch die Eckbälle für Real. Gladbach verteidigte die Standard-Situationen der Gäste jedoch solide. Das Team von Marco Rose stand zwar unter Dauerdruck, markierte dann aber aus dem Nichts die überraschende Führung: Nach einem schnellen Doppelpass zwischen Alassane Plea und Jonas Hofmann, hatte der Franzose das Auge für Marcus Thuram, der nach einem Pass hinter die Abwehrkette das Leder per Linksschuss zum 1:0 unter die Latte nagelte (33.).
Real war geschockt, bemühte sich aber um den schnellen Ausgleich. Den Schuss von Marco Asensio aus spitzem Winkel konnte Sommer jedoch parieren und machte somit die Halbzeitführung der Hausherren fest (38.). Real stand somit nach den ersten 45 Minuten in Gladbach und der Auftaktniederlage gegen Donezk schon früh mit dem Rücken zur Wand.
Die Königlichen machten in der zweiten Hälfte da weiter, wo sie vor dem Pausenpfiff aufgehört hatten. Nicht einmal zwei Minuten dauerte es, bis Asensio mit einer Volley-Bogenlampe den Pfosten des Gladbacher Tores vibrieren ließ (47.). Zwei Minuten später bolzte Vinicius Júnior das Leder, nach Zuspiel von Federico Valverde, den Ball aus bester Position am Kasten vorbei(49.). Diese fahrlässige Chancenverwertung bestraften die Hausherren eiskalt: Nach Pass von Thuram brachte Stefan Lainer von der rechten Seite eine hohe Hereingabe direkt zu Plea, der mit einem Volley Thibaut Courtois prüfte. Der belgische Keeper parierte zwar, konnte das Spielgerät aber nur prallen lassen. Thuram war zur Stelle und staubte zum 2:0 ab (59.).
Gladbach war nun voll da und hätte nur Momente später in Person von Plea und Stindl alles klar machen können, doch erst scheiterte der Franzose an Courtois (61.) dann setzte Stindl seinen Flachschuss aus halb rechter Position knapp neben den linken Pfosten (65.). Durch die vergebenen Chancen entging Real dem vorzeitigen K.O., hielt den Druck aber dennoch weiter hoch.
Diesem Druck gaben die Gastgeber in den Schlussminuten dann leider nach. Nachdem Gladbach einige gute Konterchancen leichtfertig vergeben hatte, markierte Benzema in der 87. Minute artistisch den Anschluss. Casemiro hatte den Ball per Kopf von der Grundlinie ins Zentrum gespielt, wo Benzema in bester Stürmer-Manier mit einem halben Seitfallzieher zum 1:2-Anschluss traf (87.).
Aufgrund der Tore und Unterbrechungen ließ Schiedsrichter Orel Grinfeld vier Minuten nachspielen. Zu lang für Gladbach, denn wie schon gegen Inter gaben die Fohlen praktisch mit dem Schlussakkord den Sieg aus der Hand. In einer Kopie des 2:1 stand am Ende Casemiro richtig und drosch den Ball aus sechs Metern zum späten Ausgleich für Real in die Maschen (90.+3). Wenig später war die Partie beendet. Auch im zweiten Spiel der Gruppenphase muss Gladbach mit einem Punkt leben, den vor der Partie wahrscheinlich viele unterschrieben hätten. Aufgrund des Spielverlaufs war aber wieder wesentlich mehr möglich.
Die Stimmen:
Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach): "Wir haben erwartet, dass wir immer Mal wieder Angriffswellen von Real überstehen müssen, aber wenn du 2:0 vorne bist und das Spiel nicht über die Zeit bringst, ist das natürlich sehr enttäuschend. Unterm Strich haben wir ein gutes Spiel gemacht, die kleinen Schwächen des Gegners genutzt und die Räume gut gefunden. Dass wir in der Schlussphase das Spiel aus der Hand geben, haben wir jetzt schon das zweite Mal erlebt. Zwar gibt es viele positive Punkte die wir mitnehmen können, für den Moment ist das 2:2 aber trotzdem bitter."
Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wenn man zwei späte Tore bekommt und die Punkte aus der Hand gibt, muss ich die Schlussphase weniger gut bewerten. Allerdings muss man das ganze Spiel bewerten. Am Ende brauchst du das Quäntchen Glück, welches wir nicht hatten. Am Ende war es schwer zu verteidigen, vor allem mit den Innenverteidigern vorne drin. Bei uns wurden die Beine schwer, Real spielte mit vielen Ballverlagerungen, da mussten wir viele Meter machen. Insgesamt war es aber ein guter und geschlossener Auftritt meiner Mannschaft."
Der Tweet zum Spiel:
Auch im zweiten Gruppenspiel konnte die Borussia die Führung nicht über die Ziellinie bringen. Nachdem Lukaku in der Vorwoche in der letzten regulären Spielminute das 2:2 markierte, war heute Casemiro in der Nachspielzeit zur Stelle.
Das fiel auf: Gladbach wie gegen Inter
Nach dem 2:2 gegen Inter aus der Vorwoche musste das Team von Marco Rose auch gegen Real mit einem 2:2 leben. In beiden Spielen war das Team vom Niederrhein dem Gegner spielerisch unterlegen, wusste aber seine wenigen Nadelstiche eiskalt auszunutzen. Besonders Marcus Thuram, der seine gute Leistung mit einem Doppelpack belohnte, und Alassane Plea traten immer wieder in Erscheinung. Plea hatte seinerseits die Chance in der 61. Minute alles klar zu machen, scheiterte aber an Courtois. Die Hintermannschaft der Fohlen verteidigte couragiert, musste die spielstarken Madrilenen aber einige Male gewähren lassen. Yann Sommer und mangelnde Präzision im Abschluss führten aber dazu, dass Gladbach bis zur 87. Minute die Null hielt, ehe sich die Rose-Elf wie in der Vorwoche um den Lohn brachte.
Die Statistik: 21
21 Schüsse feuerte Real in den 90 Minuten auf das Tor der Gladbacher ab. Bereits zur Pause sprach die Torschuss-Statistik von 11:1 für Real eine deutliche Sprache, die sich jedoch nicht auf der Anzeigetafel widerspiegelte. Die schmeichelhafte Führung der Hausherren sollte nicht nur Bestand haben, sondern wurde sogar noch ausgebaut. Trotz vieler Real-Chancen (u.a. Pfostentreffer von Asensio) erhöhte Gladbach auf 2:0. Den Mangel an Effektivität im Abschluss stellte der Gast aus Madrid – zum Pech für die Gastgeber – erst in den Schlussminuten ab. 21:8 Torschüsse standen nach 90 Minuten zu Buche, die Punkte wurden sich trotzdem "nur" geteilt.
Extra Time - Der Eurosport-Podcast:
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Quelle: Perform
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