Die Partie nahm sofort Fahrt auf und so lag nach zwei Minuten direkt ein Tor in der Luft. Nach einem Rückspiel verlor Chelseas Keeper Edouard Mendy beinahe den Ball, Atlético konnte daraus aber kein Kapital schlagen.
In der 14. Minute hatten die Spanier dann die größte Chance der ersten Halbzeit. Luis Suárez setzte sich an der rechten Eckfahne stark gegen Antonio Rüdiger und Marcos Alonso durch und legte quer zu Thomas Lemar. Der rutschte in den Ball, brachte ihn aber nicht aufs Tor. Mendy wäre bereits geschlagen gewesen.
In den 30 Minuten danach gab es dann aber kaum noch Torraumszenen. Atlético zog sich sehr weit in die eigene Hälfte zurück, spielte fast durchgängig mit einer Fünfer-Abwehrkette und stellte alle Passwege zu.
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Chelsea versuchte es mit Flanken und Pässen in die Tiefe, fand aber keine Lücken. Es waren einfach zu viele Beine im und um den Strafraum, um gefährlich in den Strafraum ziehen zu können. Mehr als zwei Schüsse aus spitzem Winkel von Timo Werner (15., 39.) und ein Distanzschuss von Alonso (25.) sprangen nicht heraus.
In der zweiten Halbzeit änderte sich am Spielverlauf zunächst nichts. Atlético zog sich zurück, Chelsea kombinierte bis in die Mitte der gegnerischen Hälfte und suchte dort zunächst vergeblich nach einer zündenden Idee. In der 53. Minute schickte Mason Mount Werner über die linke Seite, seine flache Hereingabe wurde problemlos abgefangen. Vier Minuten später wurde Suárez im Strafraum von Ángel Correa bedient, sein Schuss wurde aber geblockt.
In der 68. Minuten hob Alonso dann den Ball von der linken in den Strafraum, das Spielgerät rutschte durch und Mario Hermoso produzierte eine unglückliche Bogenlampe. Olivier Giroud stieg hoch und traf mit einem herrlichen Fallrückzieher in die linke untere Ecke. Der deutsche Schiedsrichter Felix Brych entschied sofort auf Abseits, doch der VAR analysierte die Situation ebenso lange wie gründlich und entschied auf ein reguläres Tor.
Im Anschluss musste Atlético mehr für die Offensive tun - doch dem Spitzenreiter der spanischen Liga fiel nichts mehr ein. So konnte sich der FC Chelsea um Trainer Thomas Tuchel dank des 1:0-Auswärtssieges eine sehr gute Ausgangslage für das Rückspiel herausspielen.

Die Stimmen:

Thomas Tuchel (Trainer FC Chelsea): "Wir wollten in der gegnerischen Halbzeit dominieren, mussten dabei aber immer konzentriert spielen, um nicht zu früh einfache Fehler zu produzieren. Das war die Herausforderung dieses Spiels, weil wir auf die Konter dieser qualitativ stark besetzten Mannschaft aufpassen mussten. Das war heute eine disziplinierte Leistung von uns. Wir haben es uns verdient, kein Gegentor kassiert zu haben, weil wir hart gearbeitet haben."
Koké (Atlético Madrid): "Wir wissen, wie die Welt ist. Wir müssen uns anpassen, nach London fahren und gewinnen. Wenn wir zwei Tore schießen, gewinnen wir. Wir werden unsere Dynamik nicht ändern. Wir haben eine schlechte Woche hinter uns, aber wir müssen weiterkämpfen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Atlético konzentriert sich nur auf die Defensivstärke

In dieser Saison hat Diego Simeone Atlético Madrid ein bisschen neu erfunden. Die Mannschaft spielt offensiver als in den Jahren zuvor, kassiert aber auch ein paar mehr Gegentreffer. Mit Luis Suárez hat man einen sehr effizienten Stürmer in seinen Reihen. Gegen Chelsea sah man aber wieder das alte Atlético. Auf dem Papier starteten die Spanier mit einer Dreierkette. Doch zu Stefan Savic, Felipe und Mario Hermoso kamen fast die gesamte Spielzeit auch Marcos Llorente und Thomas Lemar hinzu, sodass eine Fünferkette daraus wurde. Und weil Chelseas Linksverteidiger Marcos Alonso sehr offensiv agierte, wurde daraus phasenweise sogar eine Sechserkette. Madrid spielte sehr defensiv, zog sich weit zurück - und unterband so lange Zeit das Angriffsspiel von Chelsea komplett.
Vielleicht hat Simeone aus den vergangenen Enttäuschungen in der heimischen Liga Konsequenzen gezogen oder er passte die Ausrichtung seiner Mannschaft an das große Offensiv-Potenzial des Gegners an- jedenfalls war das eine eindeutige Rückkehr zu den alten Zeiten des auf die Defensive ausgerichteten Spiels von Atlético. Es brauchte jedoch ein Traumtor von Olivier Giroud, um diesen Abwehrriegel zu knacken - und danach hatte Atlético offensiv keine Lösungen mehr.

Die Statistik: 1

An Olivier Giroud lief das Spiel lange Zeit komplett vorbei. Der Franzose hatte als Stoßstürmer zwischen den vielen Atlético-Spielern in der Abwehr alles andere als einen leichten Stand. Chelsea versuchte es mit Pässen in die Tiefe auf Timo Werner oder Callum Hudson-Odoi, die ihre Schnelligkeit ausspielen sollten. All das hatte keinen Erfolg. Und so brauchte es diese eine geniale Aktion vom zuvor farblosen Giroud. Eine verunglückte Klärungsaktion von Mario Hermoso landete in der Luft, Giroud stieg hoch und traf den Ball perfekt mit einem Fallrückzieher - und das Spielgerät landete in der linken unteren Ecke im Tor. In der 71. Minute erzielte Giroud den Siegtreffer der Partie, in der 86. Minute wurde er ausgewechselt - der Franzose hatte nur diese eine Aktion, aber die reichte vollkommen aus.
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