Bayern-Trainer Hansi Flick ließ beim allerersten Europapokalduell zwischen Lazio Rom und den Münchenern vor Anpfiff mit einer ersten kleinen Überraschung aufhorchen, indem er Youngster Jamal Musiala als Zehner hinter Robert Lewandowski das Vertrauen von Beginn an schenkte.
Die in der Champions League seit fast zwei Jahren unbesiegten Bayern ließen sich gegen den aktuell Sechsten der Serie A ihre holprige Ligaform nicht anmerken und machten bereits in den ersten 45 Minuten gegen defensiv neben sich stehende Römer alles klar.
Beim 1:0 profitierten die Bayern zunächst von einem römischen Gastgeschenk von Innenverteidiger Mateo Musacchio. Der Rückpass des Argentiniers in Richtung des eigenen Tores verhungerte auf halber Strecke und wurde zur perfekten Vorlage für Lewandowski. Der Weltfußballer ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen, umkurvte Ex-Bayern-Torwart Pepe Reina im Lazio-Tor und schob zur frühen Führung ins leere Tor ein (9.).
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Die Hausherren standen im ersten Durchgang besonders defensiv komplett neben sich und kamen in nahezu jedem Zweikampf einen Schritt zu spät. So auch beim 2:0 der Bayern, als die Lazio-Hintermannschaft erst Alphonso Davies im Dribbling nicht stoppen und Sekunden später auch Leon Goretzkas Pass auf Musiala trotz klarer numerischer Überzahl am eigenen Strafraum nicht verhindern konnte. Der Bayern-Youngster nahm von der Strafraumgrenze Maß und traf per platziertem Flachschuss in die linke Ecke (24.). Mit 17 Jahren und 363 Tagen avancierte der Youngster damit zu Bayerns jüngstem CL-Torschützen und löste Samuel Kuffour ab (18 Jahre, 60 Tage), der auch den Rekord für den jüngsten CL-Torschützen eines deutschen Vereins hielt.
Kurz vor der Pause dann die nächste Slapstick-Einlage der Laziali: Sergej Milinkovic-Savic und Francesco Acerbi wurden sich an der Mittellinie nicht einig, Kingsley Coman spritzte dazwischen und zündete den Turbo über links. Den Abschluss des Franzosen konnte Reina nur in die Mitte abwehren, wo Leroy Sané mühelos abstaubte (42.).
Bereits kurz nach dem Seitenwechsel nahm das Unheil für Lazio weiter seinen Lauf. Im Anschluss an eine Römer Ecke schickt Coman den startenden Sané aus der eigenen Hälfte auf die Reise. Der deutsche Nationalspieler ging links im Strafraum spielend an Gegenspieler Patric vorbei und brachte die Kugel flach vors Tor, wo Acerbi den Ball beim Versuch der Rettung ins eigene Netz grätschte (49.).
Damit trafen die Bayern zum 14. Mal in einem CL-K.o.-Runden-Spiel mindestens 4-fach - öfter als jeder andere Klub (Barcelona 11, Real Madrid 9, Liverpool 7).
Doch Lazio gab sich nicht auf und ließ seine Klasse mit der postwendenden Antwort zumindest ein Mal aufblitzen. Joaquin Correa wurde von der Bayern-Defensive am Strafraumrand nur halbherzig attackiert und nutzte seine Freiheiten zu einem platzierten Abschluss in die linke Ecke (49.).
Nach dem Warnschuss der Hausherren erhöhten die Bayern umgehend wieder die Schlagzahl und konnten gegen nun teils wild agierende Hausherren das Spiel nach einer kurzen Wackelphase wieder unter Kontrolle bringen.
Bis auf einen Schlenzer von Correa (56.), den Manuel Neuer sicher entschärfte, konnten sich immer müder werdenden Römer keine guten Chancen mehr erspielen und den souveränen, hochverdienten Bayern-Sieg nicht mehr in Gefahr bringen.
Somit bleibt der deutsche Rekordmeister in der Königsklasse im 18. Spiel in Folge ungeschlagen und gewann 17 davon (einziges Unentschieden in der Gruppenphase gegen Atlético/1:1). Nur noch ein Spiel fehlt bis zum Vereinsrekord (19 Spiele von 2001 bis 2002).
Zudem bauten die Münchner ihre Rekord-Auswärtsserie weiter aus. Auf fremdem Platz hat der FCB keines seiner letzten 17 CL-Spiele verloren (13 Siege, 4 Remis).

Die Stimmen:

Hansi Flick (Trainer FC Bayern): "Wir haben eine sehr gute Mannschaftsleistung gezeigt. Wir wollten den Gegner früh unter Druck setzen und frühe Ballgewinne haben. Das haben wir geschafft, dementsprechend sind wir sehr zufrieden. Der Sieg ist auch in dieser Höhe mehr als verdient."
Leon Goretzka (FC Bayern): "Wir haben sehr gut ins Spiel reingefunden, das war mal wieder wichtig, nachdem wir die letzten Spiele am Anfang immer ein bisschen verschlafen haben. Wir konnten heute den Matchday-Modus wieder von Beginn an auf den Platz bringen."
Leroy Sané (FC Bayern): "Wir waren von der ersten Minute da. Wir wollten ein Zeichen setzen und aggressiv auftreten. Wir haben heute unsere Chancen auch gut genutzt und am Ende verdient gewonnen."
Simone Inzaghi (Trainer Lazio Rom): "Bayern war heute Abend ein sehr starker Gegner und hat uns mit hohem Pressing entscheidend unter Druck gesetzt. Dennoch haben wir uns drei Tore selber eingeschenkt."
Pepe Reina (Lazio Rom): "Wir haben uns heute zu viele technische Fehler erlaubt. Gegen eine Mannschaft wie Bayern wird das gnadenlos bestraft."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Rechtsverteidiger Süle nicht auf Lazios Zettel

Der wie schon gegen Frankfurt als Rechtsverteidiger aufgebotene Niklas Süle stellte gegen Lazio Rom einmal mehr unter Beweis, weshalb er auf der für ihn ungewohnten Position den Vorzug vor "Spezialist" Bouna Sarr erhielt. Immer wieder schaltete sich Süle mit dynamischen Tempoläufen und Dribblings in das Münchner Offensivspiel ein und überraschte damit Lazios Hintermannschaft ein ums andere Mal. Bezeichnend die Szene, als er in der 80. Minute beim Stand von 4:1 allein auf weiter Flur nochmal zum Sololauf ansetzte und für wichtige Entlastung sorgte.

Die Statistik: 38

Joshua Kimmich hat in seinen ersten 50 CL-Spielen 38 Siege gefeiert. In der Historie der Champions League feierte kein anderer Spieler so viele Siege in seinen ersten 50 Einsätzen.
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