Von Beginn an war Borussia Mönchengladbach die bessere Mannschaft. Die Gastgeber hatten in der ersten Halbzeit in der defensive keine Probleme, waren im Mittelfeld präsent und gewannen immer wieder wichtige Zweikämpfe. Nach den Balleroberungen suchte die Mannschaft von Fohlen-Trainer Marco Rose die Pässe in die Tiefe auf die schnellen Breel Embolo und Marcus Thuram. Nach einem starken Pass legte Valentino Lazaro zurück auf Florian Neuhaus, der links am Tor vorbeischoss (10.). Kurze Zeit später fiel dann der Führungstreffer. Lars Stindl verarbeitete an der Strafraumkante den Ball gut, steckte auf Embolo durch – und der wurde von Sergiy Kryvtsov von den Beinen geholt. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Stindl souverän rechts unten (17.).

In der Folge gingen die Gastgeber phasenweise etwas vom Gas, büßten damit aber nicht an Spielkontrolle ein. Bei den wenigen Angriffen von Donezk arbeitete auch die Offensivabteilung der Fohlen mit nach hinten. Nach einer Ecke von Stindl köpfte Nico Elvedi den Ball ins Tor (34.). Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Embolo dann mit einem Fallrückzieher auf 3:0 (45.+1). Nach einem Gladbacher Freistoß aus dem Halbfeld konnte Donezk nicht gut klären, die Bogenlampe landete bei Embolo, der kunstvoll verwandelte.

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In der zweiten Halbzeit investierte Mönchengladbach läuferisch nicht mehr so viel wie im ersten Durchgang, hatte aber jederzeit die Kontrolle über dieses Spiel. Das lag auch daran, dass Schachtjor Donezk eine schwache Leistung zeigte und in keiner Phase der Partie mit den Fohlen ebenbürtig war.

In der 77. Minute trat Oscar Wendt einen Freistoß mit seinem starken linken Fuß von der rechten Seite scharf in den Strafraum. Alle Verteidiger und alle Angreifer sprangen unter der Flanke hindurch, so fiel der Ball ins lange Eck und Wendt erzielte seinen ersten Treffer in der Champions League. In der Schlussphase hatte Mykola Matvienko per Kopf eine große Chance (89.) und Tete gab noch einen wuchtigen Schuss ab (90.+1) – beide Situationen parierte Yann Sommer stark.

Die Stimmen zum Spiel:

Breel Embolo (Borussia Mönchengladbach): "Ich denke, wenn ich sage, dass ich zwei oder drei Tore verdient hätte, wäre das nicht falsch. Aber die Erleichterung ist groß, ein Offensivspieler will immer treffen. Es musste mal einer reinfallen. Jetzt wo er so reingefallen ist, sagen in der Kabine bestimmt wieder alle: Typisch Breel. Den schwersten Ball macht er rein."

Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach): "Dass wir zu null gespielt haben zeigt, wie hart wir als Kollektiv gearbeitet haben. Für Schachtjor war es schwer, Chancen herauszuspielen. Wir sind bis zum Schluss konzentriert geblieben, weil wir zuletzt einige Gegentore kassiert hatten."

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Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Stark bei Standards

Die Spielweise der Gladbacher war auf den Geschwindigkeitsvorteil der Stürmer gegenüber den Verteidigern der Gäste ausgelegt. Immer wieder suchten Neuhaus, Stindl oder Ginter die Pässe in die Tiefe auf Embolo, Lazaro oder Thuram. Fast schon ironischerweise fielen aber alle vier Tore nicht nach einem Konter oder einer feinen Kombination aus dem Mittelfeld, sondern nach Standardsituationen. Das beweist die Vielseitigkeit der Gladbacher. Mit ihren vier Toren nutzten die Fohlen alle drei möglichen Arten von Standards aus. Stindl verwandelte einen Elfmeter, Elvedi traf nach einer Ecke, Embolo nutzte einen Abpraller nach einem Freistoß wunderschön per Fallrückzieher – und Wendt verwandelte einen Freistoß sogar direkt. Die Entstehung dieser Standardsituationen passte aber selbstverständlich sehr gut zum Gladbacher Matchplan, schließlich setzten die Fohlen Donezk mit ihrer Dynamik so unter Druck, dass die Standardsituationen überhaupt erst herausgeholt werden konnten.

Die Statistik: 10

Einmal 6:0 und einmal 4:0 – Borussia Mönchengladbach zeigte in den beiden Partien gegen Schachtjor Donezk ganz starke Leistungen. In der Summe 10:0 gegen den ukrainischen Meister zu gewinnen ist eine Ansage der Gladbacher. Auch beim 4:0-Sieg im Rückspiel hatte man dauernd das Gefühl, dass die Gastgeber dem nächsten Tor näher sind als Donezk dem Anschlusstreffer. Gladbach war in den Zweikämpfen besser, spielte die besseren Pässe und war viel gefährlicher mit den Offensivspielern. Von Donezk hingegen, die traditionell einige technisch starke Brasilianer im Kader haben, hätte man sich in beiden Spielen mehr Torgefahr erwartet.

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