Dazu stehe er auch heute noch, meinte der 53-Jährige. "Ich habe gestern das erste Mal davon gehört, was nicht gerade hilfreich für die Vorbereitung eines schwierigen Spiels war", beteuerte der Liverpooler Trainer bei "Sky Sports".
Und weiter: "Es ist schon hart. Die Menschen sind nicht glücklich darüber, und das kann ich verstehen. Aber viel mehr kann ich dazu nicht sagen, weil wir, die Mannschaft, die Spieler, in diesen Prozess nicht involviert waren."
In der Nacht zum Montag hatte der FC Liverpool als einer von zwölf europäischen Top-Klubs bekanntgegeben, eine Super League gründen und sich damit im Grunde von der UEFA und deren Champions League abspalten zu wollen.
Champions League
UEFA-Funktionär glaubt an CL-Rauswurf der Super-League-Klubs
19/04/2021 AM 19:11
Ein Vorgang, den Klopp offensichtlich nicht verstehen kann. "Ich habe offensichtlich kein Problem mit der Champions League, ich mag ihren kompetitiven Charakter. Ich mag es, dass sich West Ham für die Champions League qualifizieren kann, auch wenn wir natürlich dieses Jahr etwas dagegen haben, aber ich mag, dass sie die Chance dazu haben und all diese Sachen", sagte er.

Klopp ist Champions-League-Fan

Er sei nun "53 Jahre alt und die Champions League gibt es schon seit meinen Profi-Zeiten. Als Spieler war es mir nicht möglich, aber als Trainer war es immer mein Ziel, ein Team in der Champions League zu trainieren."
Er habe erst "ein paar Informationen bekommen, aber nicht viele – im Grunde das, was man auch in der Zeitung lesen kann". Man müsse "sehen, wie es sich entwickelt". Unbehagen beim Gedanken an die Super League war Klopp jedoch anzumerken. "Was soll ich sagen? Es ist wirklich nicht einfach."
Bereits 2019 hatte sich Klopp gegen eine mögliche Eliteliga europäischer Spitzenklubs ausgesprochen. "Ich hoffe, diese Super League wird es nie geben", betonte der Coach damals in einem Interview mit dem "Kicker".

Super-League-Proteste in England

Am Montag hatten viele Fans auf der Insel erbost auf die Pläne der Premier-League-Klubs Manchester City, Manchester United, FC Chelsea, FC Arsenal, Tottenham Hotspur und eben Liverpool reagiert.
Vor der Begegnung in Leeds hatten sich Fans beider Lager vor dem Stadion versammelt und gemeinsam gegen die Super League protestiert. Vor Liverpools Heimstätte, der Anfield Road, fanden ebenfalls spontane Protestaktionen statt.
Über der Elland Road in Leeds kreiste am Abend ein Flieger mit einem "#SAYNOTOSUPERLEAGUE"-Banner im Schlepptau. "Was ich wirklich nicht mag: Der Fußballklub Liverpool ist mehr als eine Entscheidung. Das wichtigste am Fußball sind die Fans und das Team. Und wir müssen sicherstellen, dass da nichts dazwischenkommt", forderte Klopp.
WAS HALTET IHR VON DER GRÜNDUNG EINER NEUEN SUPER LEAGUE?

"R.I.P. LFC"

Leeds United wärmte sich vor der Partie provokant mit eiligst angefertigten Shirts auf: Vorne stand zum Logo der Champions League "Verdien' sie Dir" und hinten "Fußball ist für die Fans". Laut Klopp hatte der Heimverein auch Liverpool die Shirts in die Kabine gelegt - der LFC verzichtete. "Das muss uns keiner sagen", meinte Klopp angesäuert.
In Liverpool hatten derweil die eigenen Fans unter anderem Banner angebracht, die "Schande über Dich - R.I.P. LFC 1892-2021" oder auch "LFC-Fans gegen die Europäische Super League" als Aussage hatten. Einige Fanklubs kündigten an, ihre Banner nicht mehr bei Spielen aufzuhängen.
"Wir haben das Gefühl, das wir einen Klub nicht länger unterstützen können, der finanzielle Gier über die Integrität des Spiels stellt“, twitterte zum Beispiel der Fanclubs "Spion Kop 1906".
"Ich habe gehört, dass Banner in Anfield abgehängt werden sollen – das verstehe ich nicht", äußerte sich Klopp dann auch den eigenen Fans gegenüber kritisch.

Klopp sucht den Schulterschluss

Der Trainer suchte aber auch den Schulterschluss mit den eigenen Fans. "Wir müssen zusammenhalten. Und wenn die Fans anderer Klubs unsere Hymne (You'll Never Walk Alone, Anm. d. Red.) gegen uns verwenden, gefällt mir das auch nicht", sagte er:
"Wir können zeigen, dass niemand in diesen harten Momenten allein ist. Diese Dinge müssen wir klären. Aber das hat nichts mit dem Fußball, nichts mit der Beziehung zwischen der Fans und der Mannschaft zu tun."
Denn: "Man muss nicht mit allem einverstanden sein, aber die Jungs haben nichts falsch gemacht, außer vielleicht nicht alle Spiele gewonnen zu haben, und ich will sicherstellen, dass das jeder weiß."
Nach der Partie (1:1) meinte dann aber auch Urgestein James Milner deutlich in Richtung Super League: "Ich mag sie nicht und ich hoffe, dass es nicht dazu kommt."
"Es (das aktuelle System, Anm. d. Red.) hat lange gut funktioniert. Was es besonders gemacht hat, was wir in den letzten Jahren getan haben, ist, dass wir uns das Recht verdient haben, die Champions League zu gewinnen und das Recht, die Premier League zu gewinnen", führte Milner aus: "Das Produkt, das wir derzeit haben, ist sehr gut."
Die massiven Super-League-Proteste rund um die Begegnung in Leeds seien für die Liverpool-Profis nicht einfach gewesen. "Als Spieler haben wir nicht wirklich ein Mitspracherecht, also fühlt es sich ein bisschen ungerecht an."
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